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| 16:02 Uhr

Dorffest
Feststimmung im Hafen und auf dem Wasser in Schlepzig

Am Wasser war es ganz gut auszuhalten. Dennoch kamen – wahrscheinlich hitzebedingt – zumindest am Samstagnachmittag nicht ganz so viele Gäste zum Dorffest nach  Schlepzig wie gewohnt. Zu erleben war dennoch einiges.
Am Wasser war es ganz gut auszuhalten. Dennoch kamen – wahrscheinlich hitzebedingt – zumindest am Samstagnachmittag nicht ganz so viele Gäste zum Dorffest nach  Schlepzig wie gewohnt. Zu erleben war dennoch einiges. FOTO: Andreas Staindl
Schlepzig. Schlepziger Dorffest lockt mit Kahnfahrten, Markt, Kulinarischem und einer ganz besonderen Überraschung trotz Hitze viele Gäste an. Von Andreas Staindl

Der Wettergott hat es nicht leicht. Ist es zu kalt und regnet es vielleicht noch, schimpfen die Leute mit ihm, dreht er kräftig an der „Heizung“, ist es auch nicht richtig. Klar, bei 35 Grad macht manchen das Feiern im Freien nicht den größten Spaß. Doch das Dorffest in Schlepzig (Unterspreewald) hat am Wochenende viele Besucher angelockt.

Sie kamen vor allem aus anderen Regionen, am Samstagnachmittag aber nicht so zahlreich wie erhofft. Die sengende Hitze verhinderte wohl, dass noch mehr Plätze besetzt waren. Dabei zieht Blasmusik traditionell die Gäste an. Die „Spreewälder Jungs“ hatten das Fest musikalisch eingeläutet. Anders als sonst gab es kaum Interesse zu tanzen.

„Es ist einfach zu warm“, sagt Peter Horn. „Man schwitzt ja schon beim Stillsitzen und Zuhören.“ Und doch hatte sich der Berliner auf den Weg gemacht: „Ich bin gern im Spreewald. Hier ist es selbst bei Hitze noch angenehmer als in der Stadt.“

Auf dem Wasser ohnehin. Kahnfahrten waren während des Festwochenendes sehr gefragt. Die Fährfrauen und -männer hatten gut zu tun. Der Große Hafen in Schlepzig war Festgelände und Treffpunkt für Wassertouristen zugleich. Paddler erreichten den Hafenbereich, wurden neugierig, legten an und schlenderten über den Festbereich. Die Parkplatzsuche der motorisierten Gäste entfiel für sie.

Handwerkskünste und Bauernprodukte wurden angeboten. Interesse war durchaus vorhanden. Ein luftiger Hut als Schutz vor der Sonne – Auswahl gab es reichlich. Auch Holzpantoffeln waren gefragt.

Kulinarisch hatte das Dorffest einiges zu bieten. Deftiges vom Grill? Oder lieber etwas Süßes, vielleicht einen Blechkuchen? Natürlich wurden auch Spreewälder Plinse angeboten. Pellkartoffeln mit Quark zum Mitnehmen gibt es nicht überall – eine spezielle Idee der Hafenbetreiber.

Die Schattenplätze unter dem schützenden Zeltdach waren am Wochenende begehrt. Von dort konnte man dem Aerobic-Team aus Halbe zuschauen und abends der handgespielten Musik sowie der vom Band lauschen.

Tanzmusik unterm Sternenhimmel – das hat Charme. Bis weit in die Nacht hinein konnte dank der Veranstalter von Rockzound aus dem Spreewald im Hafen getanzt und gefeiert werden.

Die Fortsetzung gab es am Sonntagvormittag. Frühschoppen mit den „Spreetaler Blasmusikanten“ war angesagt. Der große Kahnkorso inklusive Schmalzstullen und saurer Gurken am Sonntagnachmittag war einer der Höhepunkte des zweitägigen Dorffests in Schlepzig. Etwa 30 Kähne mit liebevoll gestalteten Motiven und Darstellungen aus Raum und Zeit waren zu bewundern.

Vereine und Gruppen vor allem des Unterspreewalddorfs präsentierten sich und machten mit tollen Ideen auf sich aufmerksam. Steffen Miether hatte den organisatorischen Hut für den Kahnkorso auf, der vom singenden Spreewaldwirt „Günni“ moderiert wurde. „Günni“ und Andreas Schenker sorgten für das große Finale des Korsos.

Das Dorffest in Schlepzig ist offenbar bei jedem Wetter eine gute Adresse. Zumal Gäste nicht nur kulinarisch und musikalisch bestens unterhalten, sondern auch überrascht wurden. Mit einer „Flatrate“ für die öffentliche Toilette im Festgelände war das am Wochenende der Fall. Der Sachse Dieter Müller rieb sich verwundert die Augen: „Eine Pauschalgebühr fürs Klo ist ungewöhnlich, aber für denjenigen, der eine schwache Blase hat, gar nicht schlecht.“ Der Spreewald ist halt anders, auf jeden Fall auch bei sengender Hitze eine Reise wert.