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| 02:48 Uhr

Doppelausstellung im Reha-Zentrum

Ivonne Millarch (l.) und Malgorzata Suwalski stellen ihre Arbeiten gemeinsam im ersten Stock des Lübbener Reha-Zentrums aus.
Ivonne Millarch (l.) und Malgorzata Suwalski stellen ihre Arbeiten gemeinsam im ersten Stock des Lübbener Reha-Zentrums aus. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Zwei gute Gründe gibt es für die neue Ausstellung im Lübbener Reha-Zentrum: die heilende Wirkung von Kunst und die Förderung junger Talente. Beides vereint die Schau von Malgorzata Suwalski und Ivonne Millarch. Ingvil Schirling

"Ich weiß um die heilende Wirkung von Kunst, und die Rehaklinik weiß es auch", bringt Malgorzata Suwalski auf den Punkt, weshalb es auch in einem Rehabilitationszentrum solche Schauen für die Patienten gibt. Für sie gibt es noch einen ganz persönlichen Grund, im Rundgang der ersten Etage farbenfrohe Arbeiten zu zeigen: "Meine Eltern sind leider sehr jung gestorben und haben nie erfahren können, was ich künstlerisch mache. Deshalb mache ich die Ausstellung dort für sie und für alle, die gerade gesundheitlich Kraft brauchen", begründet sie.

Dass es eine Doppelschau gemeinsam mit der Berlinerin Ivonne Millarch wurde, hat ebenfalls einen guten Grund: "Mir ist es wichtig, junge Künstlerinnen und ihre Begabung zu fördern", sagt Malgorzata Suwalski. Aus eigener Erfahrung weiß sie: "Da fehlt einem schon der Mut, den Schritt zur ersten Ausstellung zu machen." Ivonne Millarch wirft ein: "Ich habe das Angebot begeistert angenommen. Es ist wirklich meine erste Ausstellung", bestätigt sie. Für die Lübbenerin Malgorzata Suwalski ist es die neunte.

Ganz bewusst hat sie Arbeiten aus ihrem Repertoire ausgewählt, die "einfach Freude machen". Es sind Bilder von Blumen, Landschaften, kleinen Geschichten - und eine Umarmung. "Es soll zeigen, wie wichtig in solchen Situationen die Nähe und Liebe, beispielsweise in der Familie, sind." Und während die 61-Jährige sorgsam auswählen konnte und immer noch genügend Arbeiten mit Tiefgang für die parallel laufende Gemeinschaftsausstellung Lübbener Künstler im Rathaus hatte, brachte die 38-jährige Ivonne Millarch einfach alles, was sie an künstlerischen Arbeiten bisher hat, gibt sie mit erfrischendem Lächeln zu. Die Reihe zeigt ihre bisherige Entwicklung: vom reinen Abmalen bestimmter Musikerporträts wie Amy Winehouse oder Lenny Krevitz über die ersten Versuche, etwas freier zu werden beim künstlerischen Arbeiten, wenn beispielsweise wie eine Welle ein blau glitzerndes Band aus einer Bratsche kommt. So probierte sie Techniken und Malmittel schrittweise aus und weiß jetzt: "Die abstrakte Malerei bietet mir viel mehr Möglichkeiten zur Entfaltung."

Kräftige, lebendige Farben und eine Mischung aus figurativen und abstrakten Teilen charakterisieren nun die Arbeiten. Während Malgorzata Suwalski ihre Handschrift gefunden hat, ist Ivonne Millarch noch auf der Suche - ein reizvoller Gegensatz. Was beide eint, ist das Wissen darum, dass die besten Bilder in einer tiefen Konzentration, im Fluss und so entstehen, als würden sie sich selbst malen und die Hand des Menschen nur als Werkzeug benutzen. Was sie noch eint: Die Ausstellung kommt gut an, und beide verkauften schon in der ersten Woche je ein Bild.

Die Ausstellung von Malgorzata Suwalski und Ivonne Millarch im Lübbener Reha-Zentrum ist noch bis zum 31. Januar zu sehen.