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| 01:04 Uhr

Diskussion um Hepatitis-Impfungen

LÜBBEN.. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Lübben werden zum Spielball von Verwaltungen. Andreas Staindl

Während Lübbens Ordnungsamtschef Christoph Bartoszek eine Hepatitis B-Impfung für die genannten 150 Kameraden für zu teuer und überdenkenswert hält, will der Stadtverordnete Peter Schneider (SPD) nicht darauf verzichten. "Was sind schon rund 20 000 Euro gegen eine Infektion? Die Verwaltung muss bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordneten eine entsprechende Vorlage erarbeiten", meint Schneider. Dass die Gefahr einer Infektion real gegeben ist, hat Nico Kalz im Internet recherchiert. "Jährlich infizieren sich in Deutschland 50 000 Menschen mit Hepatitis B. Die Dunkelziffer liegt sicher weit höher", betont der Feuerwehrmann. Er verweist nicht nur darauf, dass bis zum 18. Lebensjahr die Krankenkassen die Kosten für die Impfung übernehmen, sondern auch darauf, dass es für eine vorbeugende Impfung eine gesetzliche Grundlage gebe. Gefahr für die Einsatzkräfte bestehe vor allem bei Überschwemmungen, wo sie etwa mit Fäkalien in Berührung kommen könnten. Christoph Bartoszek weiß um diese Brisanz, will die erforderlichen Kosten für die Impfung aber noch einmal mit dem Stadtbrandmeister überdenken. Die Feuerwehr-Vertragsärztin Dr. Renate Glombitza habe dem Ordnungsamtschef gesagt, dass eine komplette Hepatitis B-Impfung pro Kamerad 150 Euro koste. "Das ist sehr teuer, auch wenn es inklusive Vor- und Nachsorge empfohlen wird", sagt Bartoszek. Hagen Mooser beruhigt das nicht. "Bei vielen Rettungseinsätzen lauern nicht zu unterschätzende Gefahren für unsere Helfer."