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| 18:35 Uhr

Spreewaldpodcast
Die Stimme des Spreewaldes

  Wolfgang Starke hat im August 2017 den Spreewaldpodcast erfunden.
Wolfgang Starke hat im August 2017 den Spreewaldpodcast erfunden. FOTO: privat
Lübben. Seit anderhalb Jahren produziert Wolfgang Starke den "Spreewaldpodcast" und wird mit seinem Interviewformat zu einem wertvollen wie unterhaltsamen Tourismusratgeber. Von Steven Wiesner

Wolfgang Starke klingt ein bisschen verliebt, wenn er über den Spreewald spricht. „Die Gegend begeistert mich einfach“, sagt der 48-jährige Ruhrgebietler. Mitte der 90er-Jahre siedelte Starke aus Hattingen über in die Lausitz. Über Königs Wusterhausen und Groß Köris kam er irgendwann in Lübben an und sah im Landkreis Dahme-Spreewald relativ schnell „den schönsten Platz auf der Welt zum Leben“. Starke: „Für mich lebt man nirgendwo besser als hier. Nur wer auf Berge und Skifahren steht, hat hier irgendein Problem.“

Und genau dieses Lebensgefühl und diese Überzeugung versucht er seit einiger Zeit auch mit seinem neuesten Spielzeug auf die Menschen zu übertragen: seinem Podcast. Im August 2017 ging die erste Folge des „Spreewaldpodcasts“ online. Seitdem hat Wolfgang Starke insgesamt 54 Tonspuren und Gespräche aufgezeichnet, die Menschen und Akteure aus der Region vorstellen sollen – und damit auch die Region selbst.

Viele Jahre war er im Landratsamt tätig, unter anderem als stellvertretender Landrat für Wirtschaft, Finanzen, Europaangelegenheiten sowie öffentliche Sicherheit und Ordnung. „Danach wollte ich etwas komplett anderes machen“, sagt Starke – und ließ sich dabei in erster Linie von Radio- und Fernsehjournalistin Bettina Rust inspirieren, die auf Radio Eins einen beliebten Podcast moderiert. „Das war meine Einstiegsdroge“, sagt er. 2012 konsumierte er seine ersten Episoden. Mittlerweile hat er selbst eine respektable Variante an den Start gebracht, die Touristen, aber auch Rückkehrer und Einheimische gleichermaßen erreicht. „Manche haben mir schon gesagt, dass sie sich immer wieder freuen, meine Stimme zu hören“, lacht er. Bald 900 Menschen folgen dem Spreewaldpodcast auf Facebook, die Aufrufe aller Folgen sind inzwischen im fünfstelligen Bereich angekommen. Allein sein Interview mit der Radduscher Alpaka-Finca-Betreiberin Franziska Ast haben sich mehr als 1000 Leute angehört.

Das Thema, das sich durch fast alle Folgen zieht, ist der Tourismus, dem er seit seiner Zeit als stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Spreewald verbunden ist. „Ich will positive Geschichten und kein Gemecker hören“, sagt Starke, der das Medium unentgeltlich und als reines Hobby betreibt. In der Regel produziert er eine Folge pro Woche. Von der Kahnfährfrau, über den Spreewaldkrimi-Produzenten bis hin zum Chef des Unesco-Biosphärenreservats kommt Starke mit diversen Protagonisten ins Gespräch. Ab und an nimmt er auch Monologe auf und stellt den Hörern den neuesten Spielplatz oder Wanderweg vor.

Der Wahl-Spreewälder ist also dabei, sich zu einem wertvollen Reiseratgeber zu entwickeln. „Ausgangspunkt war die Dauerfrage als junger Familienvater: Was mache ich mit den Kindern am Wochenende? Es ist nach wie vor schwer, das herauszukriegen auf über 1000 Homepages.“ Der komprimierte Überblick, den Starke bietet, ist eine unterhaltsame und bequeme Alternative zu Touristinformationen oder 400 Seiten langen Reiseführern. „Den Podcast kannst du mitnehmen zum Hundespaziergang oder nebenbei im Fitnessstudio hören wie ein Hörbuch.“ Und er ist in dieser Form und Ausrichtung wohl auch einmalig. „Ich würde behaupten, dass es so etwas deutschlandweit nicht nochmal gibt.“ Hier aber existiert er. Und er kann dazu beitragen, dass sich neben Wolfgang Starke auch noch mehr Menschen in den Spreewald verlieben.