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Die Oldtimer sind seine Passion

Werner George ist Motorsportler und Funktionär ebenso aus Leidenschaft wie ehrenamtlicher Organisator von Fahrradturnieren für Grundschüler.
Werner George ist Motorsportler und Funktionär ebenso aus Leidenschaft wie ehrenamtlicher Organisator von Fahrradturnieren für Grundschüler. FOTO: Birgit Keilbach
„Während der Lehre, da fing es mit der Schrauberei an“ , erinnert sich Werner George. Die Leidenschaft für alte Motorräder hat den Lübbenauer bis heute nicht losgelassen. Immer wieder steht in seiner Werkstatt ein historisches Krad, dass unter den geübten Händen des 68-Jährigen nach und nach in altem Glanz erstrahlt und wieder über die Straßen rollen kann. In den 50 Jahren als engagierter Motorsportler hat Werner George maßgeblich dazu beigetragen, dass sich mit dem Namen MC Lübbenau vor allem eines verbindet: ein aktiver und erfolgreicher Motorsportclub für alle Oldtimerfreunde. Von Birgit Keilbach

Der erste Motorsportclub in der Region war 1957 in Luckau gegründet worden. Im November dieses Jahres trat er diesem gemeinsam mit seinem Schulfreund Erhard Schulz bei. Der Grund: „Wir wollten in Fürstlich Drehna Motocross fahren“ , sagt Werner George. Eine Motocross-Maschine RT 125 hatten sie sich dafür gemeinsam aufgebaut.
„Wir sind dann eigentlich nur den technisch besser ausgestatteten Fahrern hinterher gefahren. Es hat uns aber sehr viel Spaß gemacht“ , denkt er zurück. In dieser Zeit hat er seine Liebe zu den Oldtimern entdeckt. „Wir sammelten alte Motorräder auf den Bauernhöfen in der Umgebung ein, und im Schuppen bei den Eltern brachten wir sie wieder in Gang.“
Seine ersten zwei Oldtimer-Motorräder waren eine Wanderer und eine Stock, beide Baujahr 1924. Mit beiden Krädern ist er heute noch bei Ausfahrten und Rallyes unterwegs. Für die täglichen Fahrten zur Arbeit hatte er sich eine 175-er Jawa gekauft. „Dafür habe ich mein auf der Montage in Schwarze Pumpe verdientes Geld beiseite gelegt und die Eltern gaben auch etwas dazu“ , erzählt der gelernte Maschinenschlosser. Heute zählt die Maschine gleichfalls zu seiner Oldtimer-Sammlung.
Als sich 1961 in der Motorsportclub Lübbenau im ADMV gründete, wechselten die zwei Freunde sofort hinüber. Wilfried Kopsch aus Groß Beuchow stieß zu ihnen, und dieses Trio begründete den traditionsreichen Oldtimersport in der Spreewaldstadt. Werner George arbeitete zu dieser Zeit bereits im Kraftwerk Lübbenau, hatte im Abendstudium seinen Elektromeister gemacht.
„In der Freizeit drehte sich alles um die Oldtimer“ , erzählt er. Das beschränkte sich nicht nur aufs „Schrauben“ . Denn als Vorstandsmitglied organisierte er 1963 die erste „Spreewald-Kfz-Veteranenrallye“ . „50 Teilnehmer kamen damals, die meisten aus Dresden, Fürstenwalde und Bad Saarow“ , weiß er noch heute genau. Es war der Beginn einer motorsportlichen Veranstaltungsserie, die den Lübbenauer Oldtimerfreunden in der ganzen DDR, in Tschechien und Polen und nach der Wende deutschlandweit Anerkennung eingebracht hat. In diesem Jahr fand die Rallye zum 15. Mal statt. Als Fahrtleiter hält Werner George die Fäden von Anfang an in der Hand. „Dabei kann ich mich auf einen guten Stamm engagierter Mitstreiter im Verein verlassen. Im Laufe der Jahre wurden wir ein gut eingespieltes Team“ , betont er. Seit 1990 organisiert dieses Team gemeinsam mit weiteren Motorsportclubs der Region die „Lausitz Classic Tour“ , eine viel beachtete Veranstaltungsreihe, die im Jahr 2006 zum vierten Mal stattfand.
Seit 1973 ist der leidenschaftliche Motorsportler Vorsitzender des MC Lübbenau im ADAC (bis 1990 im ADMV). Neben den monatlichen Clubabenden und den Motorsportveranstaltungen organisieren die Lübbenauer jedes Jahr Fahrradturniere „an den Grundschulen im Norden des OSL-Kreises und bis nach Lübben, Luckau und Golßen“ , nennt Werner George ein weiteres Feld, auf dem sich der Verein engagiert. Die Kinder müssen auf dem Parcours ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Eine Lübbenauerin habe es sogar geschafft, die Beste in Berlin-Brandenburg zu werden, sagt er.
Ungezählt sind die Freizeitstunden, die in dieser ehrenamtlichen Arbeit stecken. In Anerkennung dessen delegierten ihn die Mitglieder des Clubs jedes Jahr zur bundesweiten Jahreshauptversammlung des ADAC. „Das ist immer wieder ein Höhepunkt für mich.“
Einen sportlichen Höhepunkt hat Werner George in diesem Jahr erlebt. Zum zweiten Mal hat er sich einen überregionalen Erfolg erfahren. Beim deutschlandweiten ADAC Classic Revival Pokal, an dessen Wertungsläufen er gemeinsam mit seinem Sohn Torsten teilnahm, hat er mit seiner „Wanderer“ den zweiten Platz belegt. In der langen Reihe vieler Pokale wird dieser sicher einen besonderen Platz erhalten. Vermutlich neben dem des Präsidiums des ADMV aus dem Jahr 1965.