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| 18:30 Uhr

LR-Aktion
Die große Vielfalt von Frauenpower

Sivlia Stöbe (l.) mit den jungen Turnerinnen und Co-Trainerin Nancy Brandenburger. Acht Sträuße vergab die LR im Auftrag ihrer Leser, zur Verfügung gestellt vom Blumenfachgeschäft Bluming Inn aus Lübben.
Sivlia Stöbe (l.) mit den jungen Turnerinnen und Co-Trainerin Nancy Brandenburger. Acht Sträuße vergab die LR im Auftrag ihrer Leser, zur Verfügung gestellt vom Blumenfachgeschäft Bluming Inn aus Lübben. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Zum zwölften Mal hat die Lübbener Rundschau am Donnerstag im Auftrag ihrer Leser Blumensträuße zum Frauentag überreicht. Sichtbar wurde dabei die große Vielfalt weiblichen Engagements. Von Ingvil Schirling

Fangen wir mit dem stillen Örtchen an. Schön ist‘s, wenn es sauber ist – keine Selbstverständlichkeit, wenn es sich um eine öffentliche Toilette handelt. Nun hat Lübben als gepflegte Stadt ohnehin einen Ruf zu verteidigen. Was die Zufluchtsorte für dringende Bedürfnisse angeht, sorgt Rutina Mescher tagein, tagaus dafür, dass die Spreewaldstadt auch dort mit Sauberkeit punkten kann. Uli Barthel schlug sie für die LR-Frauentagsaktion vor. Sie reinige „bei Wind und Wetter mit gleichbleibender Zuverlässigkeit die öffentlichen Toiletten in unserer Stadt“. Er könne sich durchaus vorstellen, dass sich um diese Arbeit niemand drängelt, und fände es an der Zeit, dass sie entsprechend gewürdigt wird. Wurde sie. Und die erwähnte Zuverlässigkeit stellte Rutina Mescher damit unter Beweis, dass sie sogar im Urlaub zum Rathaus kam. Nur wartete statt Putzeimer ein Blumenstrauß auf sie.

Sie ist eine von acht Frauen, die von der LR am Donnerstag mit einem Blumenstrauß für außergewöhnliches Engagement geehrt wurde. Die Vorschläge kamen von den Lesern. Jede bekam die Begründung vorgelesen, mit der sie für die Würdigung genannt worden war. Dabei zeigt sich die Vielfalt sozialen, kulturellen, sportlichen, nachbarschaftlichen und schlicht zutiefst menschlichem Engagements und von Hilfe, die eine funktionierende Gesellschaft ausmacht.

Manuela Dietrich zum Beispiel, alleinerziehende Mutter, kümmert sich nicht nur aufopferungsvoll um ihr  Kind und ist als Sekretärin wichtiger Teil des Krankenhausapothekenteams, sondern engagiert sich auch als Elternvertreterin. „Mano ist immer für jemanden da, der Hilfe braucht. Und dies auf eine wunderbare, warmherzige, soziale Art“, begründete Anke Wangerin ihren Vorschlag, den die LR gerne aufnahm.

Die ältere Generation, viele Rentner, stehen im Fokus von Simone Kuhne. Die Sekretärin bei der Tieba arbeitet seit 25 Jahren ehrenamtlich bei der Volkssolidarität mit, vertritt gleichzeitig die Interessen der Lubolzer im Ortsbeirat, vergisst keinen Geburtstag, keine Kranken oder Hilfsbedürftigen. Zur Hochform läuft „Mone“ auf, wenn die Rentnerweihnachtsfeier organisiert wird. „Schon Wochen vorher beginnen die Vorbereitungen: Saal, Musik, Essen bestellen, Einladungen schreiben, Kulturprogramm organisieren, Tischschmuck basteln“, das Sponsoring bei den Unternehmern einholen und vieles mehr. Edith Schwäbisch und die Volkssolidaritiät Lubolz waren schlicht der Meinung, dass sie es verdient habe, auf diese Weise geehrt zu werden.

Gar nicht viel sagen muss man zu Gabriele Simetz, die im evangelischen Seniorenheim das Sekretariat organisiert. Sie sei, so eine Angehörige, stellvertretend für alle fleißigen Mitarbeiter des Heimes zu würdigen, vom Reinigungsteam über das Küchenpersonal und natürlich alle Pflegenden bis hin zur Chefin.

Im Namen der kleinen Merle und dem aller Eltern und Kinder der Schlepziger Kita Libelle ging ein Blumenstrauß an Erzieherin Ines Ostwald, selbst Mutter von drei Kindern. Sie sei außerordentlich engagiert und nehme ihren Bildungsauftrag sehr ernst, begründete Merles Mutter Kerstin Fischer ihren Vorschlag. Geduldig, nachhaltig und kindgerecht bereite Ines Ostwald die Kinder auf die Schule vor. „Beispielsweise gehören regelmäßige Themenvormittage mit der Naturwacht zum Programm“, heißt es. „Die Kinder lernen nicht nur den Umgang mit Stift und Zahlen, sondern so wichtige Dinge wie den mit unserer Umwelt und Natur.“

Gerlinde Kilka aus Burglehn wurde von Ortsvorsteher Ronny Faber sowie allen Senioren von Alt Zauche/Burglehn vorgeschlagen. „Sie leitet seit vielen Jahren jeden Mittwoch den Treff älterer Frauen, bereitet eine wunderschön gedeckte Kaffeetafel vor, holt sie – wenn nötig – von Zuhause ab zu einer gemütlichen Plauderstunde“, heißt es in der Begründung. „Besonders in Burglehn umsorgt sie viele ältere Bürger und ist immer für sie da, wenn sie gebraucht wird.“

Ganz ähnlich kümmert sich Loni Walter in Sacrow um diejenigen, die sie brauchen, organisiert eine jährliche Ausfahrt und Einsätze zur Verschönerung des Friedhofs. Vorgeschlagen wurde sie von Reinhard Noack.

Die Trainerinnen des Lübbener Turnvereins wurden ebenfalls geehrt, vorgeschlagen von Grit Trefz. Stellvertretend nahm Silvia Stöbe den Blumenstrauß entgegen.

So entstand - mit Unterstützung des Lübbener Blumenfachgeschäftes Bluming Inn, das die Sträuße zur Verfügung stellte, ein buntes Kaleidoskop vom vielfältigen Engagement von Frauen in und um Lübben. Es ist selbstverständlich, dass ohne sie vieles nicht möglich wäre. Dass alle engagierten Menschen dafür gewürdigt werden, sollte es auch sein.