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| 01:02 Uhr

Die Goldmarie kam sehr gut an

Lübben.. „Jetzt geht das los, das Theater!“ Kaum hatte die Glocke geklingelt, zeigte dieser Ausruf aus den Reihen der Kinder, die mit Eltern oder Großeltern zum Puppenspiel „Frau Holle“ in das Gasthaus „Burglehn“ gekommen waren, dass sie genau wussten, worum es ging. I. Schirling

Kaum hätte daher das Kasperle der Puppenbühne „Rabatz“ aus Herzberg zu Beginn dieser Umsetzung des Grimmschen Märchens erklären müssen, was ein „Aufzug“ beim Theater ist (es gab vier davon), dass dieser zu Ende ist, wenn sich der Vorhang schließt und dass die Kinder dann doch bitte klatschen möchten. Das taten die rund 100 Gäste am späten Mittwochnachmittag von ganz allein, und das nicht zu knapp und nicht zu leise. Komplettiert wurde die gelungene Interaktion zwischen Puppenspielern und Gästen durch ein Frage-Antwort-Spiel, in dem die Kinder Stimmkraft bewiesen, durch den ein oder anderen Blick aus neugierigen Kinderaugen hinter die Bühne und durch einen unübersehbaren Stand mit Zuckerwatte im Eingangsbereich.
Die ersten Lacher hatte Kasperle schon auf seiner Seite, als er sich zweimal verbeugte (einmal für die Kinder, einmal für die Eltern), wobei der Zipfel seiner roten Mütze einen eleganten Schwung nach unten vollführte. Stimmung machten leise gespielte Kinderlieder, die fast alle Kinder mitsingen konnten.
Eindeutig waren ihre Sympathien auf der Seite der Goldmarie, die durch fleißige Arbeit bei Frau Holle mit dem Edelmetall überhäuft wird, während ihre Stiefschwester Pechmarie dort mehr durch Faulheit „glänzte“ und ihren „rechten Lohn“ dafür, wie Frau Holle angekündigt hatte, in Form von Pech erhielt. Bei den Kinder fiel die Pechmarie wohl weniger deswegen durch, weil sie lange schläft und nicht viel hilft, sondern, weil sie es nicht für nötig hielt, die gut gemeinten, vielstimmigen Hinweise der Kinder zur Behandlung des Ofens und des Apfelbaums ernst zu nehmen. Aus ersterem mussten die Brote herausgeholt werden, damit sie nicht verbrennen, von letzterem waren die reifen Äpfel zu schütteln. Das sah die Pechmarie gar nicht ein, und so sagten die Kinder Frau Schrille, Pechmaries Mutter, unverblümt die Wahrheit über deren unrühmlichen Aufenthalt bei Frau Holle.
Das Grimmsche Märchen kam in einer Bearbeitung des Großvaters von Puppenspielerin Jenny Meritz auf die Bühne. Und die kam trotz - oder gerade wegen - ihrer etwas altertümlichen Sprache sehr gut an. Kaum zeigte ansteigendes Murmeln, dass die Kinder einmal nicht von der Umsetzung der bekannten Handlung gefesselt waren.
Zufrieden war auch Bianka Tandel vom Gasthaus Burglehn. Gerne hole man sich das gut besuchte Puppentheater, um gerade junge Familien anzulocken, was am Mittwoch gut gelungen ist.