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| 09:51 Uhr

Regionales Brauchtum
Die Flämingtracht

 Marlies und Charles Koppehele aus Jüterbog präsentieren die Flämingtracht.
Marlies und Charles Koppehele aus Jüterbog präsentieren die Flämingtracht. FOTO: Uwe Hegewald
Lübben. Die Länge des Rockes und die Verzierungen verraten die Herkunft der Trägerin. Und das ist dran am geflügelten Wort zum Fall Jüterbog.

Die Fläming-Festtracht besteht aus einem langen, weit gefalteten Rock, der mit einem schwarzen Samtmieder und einer Bluse mit kurzen Ärmeln getragen wird. Um den Oberkörper wird ein kleines buntes Tuch geschlagen, das zur Farbe der Schürze und des Rockes passt. Die weite Schürze endet am Rocksaum. Nur auf der Kehrseite der Dame ist ein Streifen des Rockes sichtbar. Ein geflügeltes Wort sagt: Ist die Schürze länger als der Rock, stammt die Frau aus Jüterbog. An der unterschiedlichen Länge des Rockes war tatsächlich erkennbar, aus welcher Region des Fläming die Trägerin kam.

Ledige und jung verheiratete Frauen tragen den Rock in Rot, verheiratete Frauen grün und Witwen und ältere Frauen schwarz. Rot steht für Jugend und Freude, grün deutet auf den Ernst des Lebens hin und schwarz auf feierliche Anlässe wie Hochzeit, Taufe und Konfirmation.

Zu den jeweiligen Röcken wird die Schürze in entsprechender Farbe getragen. Zu einem roten Rock gehört grundsätzlich eine grüne Schürze. In Zeiten der Trauer wird immer ein schwarzer Rock mit lila Schürze getragen. Zudem gibt es Blaudruckschürzen, die bei der Arbeit getragen werden. Die Anzahl der Samtstreifen und Perlenborten auf Rock und Schürze zeigt, wie reich die Familie ist, aus der das Mädchen oder die Frau kamen.

Der Kopf ist mit einer gestickten Kappe bedeckt, beide Enden des Kopftuches gehen in große abgesteifte Flächen über, die flügelartig vom Hinterkopf abstehen und das Gesicht herzförmig einrahmen.

(kw)