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| 18:58 Uhr

Lkw-Umleitung
Die Dörfer leiden

FOTO: LR / Ingvil Schirling
Groß Leuthen/Schönwalde. Lkw müssen Lübben seit Oktober aufgrund der B 87-Baustelle weiträumig umfahren. Auf den Umleitungen werden nun mehr Geschwindigkeitskontrollen gefordert. Von Liesa Hellmann

Seit zwei Wochen entlastet eine Baustraße beim Houwald-Damm die Verkehrswege durch die Lübbener Innenstadt. Für die Lübbener Polizei zieht Revierleiter Wolfgang Kautz Bilanz: „Die Verkehrssituation in Lübben hat sich durch die Baustraße merklich entspannt.“ Die polizeiliche Regelung des Verkehrs zu Stoßzeiten während des Baus der Baustraße sei zudem bei der Bevölkerung auf große Akzeptanz gestoßen. Ein Problem seien aber nach wie vor Lkw, die nicht die vorgeschriebene Umleitung nutzen.

Allerdings, so Kautz, gebe es mehr als 40 Ausnahmegenehmigungen für Firmen aus der Umgebung. Es sei einem Laster von außen also nicht immer anzusehen, ob er die Baustraße rechtswidrig benutzt. Die Strafe, die Lkw-Fahrern droht, wenn sie trotz Verbot die Baustraße befahren, ist allerdings gering: 20 Euro Bußgeld wegen Missachtung eines Verkehrszeichens muss zahlen, wer erwischt wird, bestätigt die Polizei auf Nachfrage.

Die Umleitung für Lkw führt über die B 179 durch die Gemeinde Märkische Heide und biegt in Unterspreewald auf die L 71, von wo aus sie über Groß Wasserburg, Krausnick und Schönwalde auf die B 115 am Abzweig Freiwalde trifft. In allen betroffenen Ortschaften ist für Lkw ein Tempo-30-Limit eingeführt worden. Allerdings hielten sich Lkw immer wieder nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, berichten sowohl Michaela Schudek, allgemeine Vertreterin des Amtsdirektors Henri Urchs vom Amt Unterspreewald, als auch Roland Gefreiter, Bürgermeister von Schönwalde. Und wenn sich Lkw an das Limit halten, „werden sie oft im Ort von Pkw-Fahrern zu schnell überholt“, sagt Gefreiter. Vor der Grundschule und der Kita in Schönwalde wurden deshalb bunte Warnfiguren aufgestellt, die die Autofahrer zum Langsamfahren animieren sollen.

Nicht zu jeder Tageszeit sind die Straßen in den Dörfern voller Lkw. Dennoch leiden die Anwohner. Michaela Schudek hält deshalb mehr Geschwindigkeitskontrollen vor allem in den Stoßzeiten für sinnvoll. Auch Bürgermeister Gefreiter sagt: „Es wäre schön, wenn die Polizei mehr Präsenz zeigen würde.“ Der Lübbener Revierleiter Wolfgang Kautz betont, dass die Polizei auf Hinweise vom Ordnungsamt, Straßenbauamt und auch von Bürgerinnen Geschwindigkeitskontrollen durchführt. Dabei würden immer wieder Lkw aus dem Verkehr gezogen. Unterstützung erhält die örtliche Polizei vom Verkehrsdienst der Cottbuser Polizei. Nachts sei aber nur die Mindestbesetzung im Dienst.

 Im Vorfeld der Umleitung wurden mit Landesmitteln die Straßendecken der Ortsdurchfahrten erneuert, berichten Schudek und Gefreiter. Allerdings klapperten seitdem die in die Straße eingelassenen Gullideckel in Schönwalde, merkt der Bürgermeister an. Das sei vor allem nachts eine Lärmbelastung.

An Michaela Schudek vom Amt Unterspreewald wurden noch weitere Probleme herangetragen. So weichen einige Lkw, um den Umweg zu verkürzen, von der ausgeschilderten Umleitung ab und fahren durch Ortschaften, die gar nicht für den Verkehr ausgelegt sind. „Schlepzig ist nicht Teil der Umleitung, trotzdem fahren manche Laster durch den Ort“, sagt Schudek. Wegen der engen Straßenverhältnisse komme es dort häufiger zu gefährlichen Situationen. Schudek, die auch die Leiterin des Unterspreewälder Bauamts ist, befürchtet außerdem Straßenschäden durch den zusätzlichen Verkehr.

Ein baldiges Ende der Umleitung ist vorerst nicht in Sicht: Die Baumaßnahmen am Houwald-Damm sind bis Jahresende 2019 angesetzt. Im Anschluss sind Bauvorhaben für die Brücken über den Schutzgraben und dem Umflutkanal geplant.