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| 01:04 Uhr

Die Burg des Froschkönigs in Straupitz

Spaß an Märchentürmen und ihren Bewohnern hat Töpferin Ilona Glaser. Am Sonntag zeigte sie zum „Tag des offenen Ateliers“ ihre Arbeiten im Straupitzer Speicher und machte vielen Märchenfreunden Freude.
Spaß an Märchentürmen und ihren Bewohnern hat Töpferin Ilona Glaser. Am Sonntag zeigte sie zum „Tag des offenen Ateliers“ ihre Arbeiten im Straupitzer Speicher und machte vielen Märchenfreunden Freude. FOTO: -ds
STRAUPITZ.. Der erste Advent, der „Tag des offenen Ateliers“, Märchenhaftes im Dreierpack und viel Publikum – das ist am Sonntag im sanierten Straupitzer Kornspeicher zu erleben gewesen. Dafür haben am Wochenende der Freundeskreis Kornspeicher Straupitz mit der Töpferin Ilona Glaser, dem Zeichner und Grafiker Peter Szimmat und der Spezialistin für Scherenschnitte Claudia Meyer gesorgt. -ds


"Wo wohnt denn nun der Froschkönig?" Kleine und große Märchenfreunde fragen sich das bei der Märchenturm-Ausstellung von Ilona Glaser gleich unter dem Speicher-Dach. Der dicke, fröhlich dreinschauende Frosch wohnt nach dem Märchen eigentlich im Brunnen. Sonst könnte er ja die goldene Kugel der Königstochter nicht aus der Tiefe holen. Bei Ilona Glaser hat der Frosch seine eigene Burg mit mehreren Türmen. "Da kann er sich aussuchen, wo er wohnen will", sagt die Töpferin lächelnd. Die Kinder würden ihm schon mit gutem Rat helfen.
Märchentürme, wohin die Gäste auf diesem Speicherboden nur sehen. Alle sind aus Ton. Bei einem Turm wartet der Betrachter fast darauf, dass Rapunzel ihr Haar herab lassen würde. Aber dort ist ein Prinz ebenso wenig zu erblicken wie beim Dornröschen-Schloss. Bei vielen der Türme sind märchenhafte Scherenschnitte von Claudia Meyer zu sehen. Die runden die Märchenwelt auf ihre Art ab.
"Die Idee zur Märchenturm-Ausstellung kam Claudia und mir nach einer Schaufenster-Gestaltung in ihrem Teeladen in Lübbenau", erzählt Ilona Glaser. Leute, nicht nur die kleinen, hätten sich die Nasen platt gedrückt. "Da wussten wir: Das kann eine Ausstellung werden", sagt die Töpferin. Der rege Zuspruch im Speicher gibt ihr recht.
Türme haben sie schon seit ihrer Kindheit fasziniert, erzählt sie. Aus dem kindlichen Hobby ist ein Beruf geworden, der sie ausfüllt. Mit ihrem Atelier ist sie in die erste Etage des Speichers gezogen. Dort können ihr Interessierte dienstags bis donnerstags zwischen 12 Uhr und 16 Uhr beim Gestalten und künstlerischem Handwerk zusehen.
"Einsam ist es in meinem Atelier nie", versichert Ilona Glaser. Sie veranstaltet Töpferkurse, bei denen die Teilnehmer die Anfänge dieser Kunst erlernen und ihre Fertigkeiten erweitern können. Nicht an der Töpferscheibe, sondern modellierend Schicht für Schicht. "Das macht den Leuten und mir einen Riesenspaß", versichert sie und zeigt Arbeiten, die noch auf den "letzten Schliff" warten. Ein Kurs bei ihr umfasst fünf Sitzungen zu eineinhalb Stunden. "Das wird nicht zu lang, und Ergebnisse sieht man auch", verrät Ilona Glaser ein pädagogisches Rezept.
Peter Szimmat aus Straupitz hat seine Mappen mit einfühlsamen Federzeichnungen im Raum neben dem Atelier ausgelegt. Er hat Arbeiten von seinen Reisen, vor allem aber Impressionen und Miniaturen aus Straupitz, der Umgebung und Lübben mitgebracht. Besonders prächtig ist die Mappe gelungen, die Absolventen der Lübbener Spreewaldschule zum Abschied erhalten. "Viel Arbeit steckt drin", sagt Szimmat, "aber auch viel Freude und Genugtuung, wenn das Werk gut gelungen ist."
Der Kornspeicher ist am Sonntag zum Märchenland geworden, auch deshalb, weil Henry Taube nachmittags den Besuchern Märchen wie "Einäugelein, Zweiäugelein und Dreiäugelein" vorliest. Die Älteren lassen es sich bei Punsch, Kaffee, Kuchen und anderen Leckereien wohl sein. (-ds/dh)

Info zum Thema Kurse im Winter
 Ilona Glaser wird während der Wintermonate weitere künstlerische Töpferkurse veranstalten. Interessenten erfahren unter der Rufnummer 0160/778 73 27 Näheres.