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| 17:27 Uhr

Vor dem Deutschen Trachtenfest
Der Tracht künstlerisch genähert

  Der Nachwuchs nähert sich der Tracht. Das Kunstprojekt „Drastwa“ im Museum Schloss Lübben macht Lust auf das Deutsche Trachtenfest in Lübben.
Der Nachwuchs nähert sich der Tracht. Das Kunstprojekt „Drastwa“ im Museum Schloss Lübben macht Lust auf das Deutsche Trachtenfest in Lübben. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Schloss Lübben macht mit „Drastwa“-Projekt Lust auf das Trachtenfest im Mai.

  Das Deutsche Trachtenfest vom 17. bis 19. Mai steht vor der Tür. Rund 2500 Trachtenträger aus ganz Deutschland werden erwartet. Akteure der Region werden dabei sein. Sie bereiten sich intensiv auf das große Volksfest vor.

Das Museum Schloss Lübben macht schon Lust auf das Trachtenfest. Anfang April   ist dort das Kunstprojekt „Drastwa“ gestartet. Regionale Künstler setzen sich mit dem Thema Tracht (sorbisch Drastwa) auseinander. Etwa 20 Frauen und Männer machen mit. Das Gros von ihnen kommt aus der Region. Die Künstler fertigen und präsentieren nicht nur eigene Arbeiten, sondern leiten auch Workshops für verschiedene Zielgruppen und unterschiedliche Kunstangebote. „Wir wollen mit spannenden Ideen auf das Trachtenfest hinweisen und neugierig machen, und das nicht mit den üblichen Klischees, sondern ganz originell“, sagt die Museumschefin Corinna Junker.

Der Förderverein des Museums hat das Projekt auf die Beine gestellt. Die Plattform „kulturelle Bildung Brandenburg“ sowie regionale Sponsoren unterstützen die Kunstaktion. Schulen und Kitas in der Stadt Lübben sowie Einwohner und Gäste sind eingeladen, mitzumachen. Die ersten Workshops gab es schon.

Viertklässler der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule in Lübben haben sich der Tracht kürzlich künstlerisch genähert. „Das macht großen Spaß“, sagt Sara Trefz. „Super, dass wir zum Basteln in das Museum gegangen sind. Das gefällt mir gut, sogar besser als Schule.“ Die Schülerin hat eine Trachtenhaube aus Papier gefertigt. „Ich habe einfach losgelegt“, erzählt sie, „da kommt meistens etwas Gutes raus.“

Susanne Thäsler-Wollenberg aus Schulzendorf hat diesen Workshop geleitet. „Ich hatte richtig Sehnsucht, mal wieder mit Kindern zu arbeiten“, sagt die ehemalige Kunstlehrerin. Sie fand es super, dass sich der Nachwuchs „mit eigenen Ideen eingebracht hat. Schön, dass auch Jungen mitgemacht haben.“ Für Moritz Waske selbstverständlich. „Ist doch spannend, statt Mathe zu büffeln mal im Museum kreativ zu sein“, sagt der Viertklässler. Er hat Trachtentücher bedruckt – „immer abwechselnd mit einer anderen Farbe“. Edda B. Fischer aus Lübben hat diesen Workshop geleitet. „Es macht mir großen Spaß, mit Kindern künstlerisch zu arbeiten. Ich möchte ihnen meine Kenntnisse weitergeben, Freude an der Arbeit mit Farbe entwickeln.“ Das gelingt ihr offenbar. „Es ist interessant, sich ein Muster auszudenken und ein Trachtentuch zu gestalten“, sagt Jannis Kassziener.

Der Schüler will sein Exponat später vielleicht verschenken. Bis Ende Juni sind alle Arbeiten der verschiedenen Workshops sowie Werke der einzelnen Künstler im und rund um das Museum zu sehen. Die Standorte werden regelmäßig verändert, auch die Schlossinsel wird einbezogen. „Es ist eine bewegliche Ausstellung, die zunehmend größer und attraktiver wird“, sagt die Museumschefin. „Es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Trachtenfest zu interessieren.“

Paula Abt ist schon von Trachten fasziniert. „Ich finde Trachten schön“, sagt die Viertklässlerin. „Meine Schwester trägt eine während der Fastnacht in Neu Zauche, das möchte ich später auch.“ Vorerst nähert sie sich dem Thema künstlerisch. Das Mädchen hat unter Anleitung von Bernhard Gowinkowski aus Teupitz Trachtenfrauen aus Pappe bemalt und beklebt. Sabine Fiedler aus Staakow (Unterspreewald) brachte den Viertklässlern Schablonentechniken näher, um Papiertrachten zu gestalten und zu fertigen. „Das macht mir große Freude“, sagt sie, „denn so oft habe ich nicht die Gelegenheit, mit Kindern zu arbeiten“.

Die Kunstaktion des Fördervereins des Museums macht es möglich. Noch bis zum Trachtenfest und auch während des Fests selbst sind Workshops sowie Aktionen geplant. Die Kunstwerke sind bis 30. Juni  zu sehen. „Kunst in der Mittagspause“ ist eines der außergewöhnlichen Angebote. Immer mittwochs um zwölf Uhr wird zur Kurzführung in das Museum eingeladen.

Mit der Kunstaktion „Drastwa“ sollen Schüler, Erwachsene, Lübbener aber auch Gäste angesprochen werden. Der Nachwuchs liegt Corinna Junker besonders am Herzen: „Wir wollen das Museum zunehmend als außerschulischen Lernort entwickeln und etablieren.“ Räumlichkeiten gibt es reichlich im Schloss. Der Workshop kürzlich fand in den Gasträumen des ehemaligen Schlossrestaurants statt. Weitere Infos über das Kunstprojekt „Drastwa“ unter www.luebben.de im Internet.