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| 19:30 Uhr

Sportlich im Spreewald
Der Spreewald-Marathon für alle

 Wer mogelt sich denn da durch die Mitte? Die älteren Kinder machen Platz für die Zieleinfahrt des jüngsten Teilnehmers.
Wer mogelt sich denn da durch die Mitte? Die älteren Kinder machen Platz für die Zieleinfahrt des jüngsten Teilnehmers. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Neuer Startplatz am Sportpark kommt gut an. Rund 4000 Radler beginnen hier ihre Tour.

Lübben hat sich erneut als würdiger Gastgeber des Radelns während des Spreewaldmarathons erwiesen. Etwa 4000 Sportlerinnen und Sportler haben den Spreewald am Samstag radelnd erkundet. Radsport pur. Olympiasieger sind ebenso mitgefahren wie Breiten- und Hobbysportler. Es war ein Fest für die ganze Familie. Von 30 bis  200 Kilometer konnten verschiedene Distanzen gewählt werden. Auf einigen Strecken waren weit über Tausend Teilnehmer unterwegs. Für die Radler ein Erlebnis, für die Organisatoren eine Herausforderung. Start und Ziel befanden sich erstmals am Sportpark in der Majoransheide in Lübben.

Der traditionelle Veranstaltungsort auf der Schlossinsel konnte wegen der Baumaßnahme im Houwald-Damm diesmal nicht genutzt werden. Die Alternative Sportpark erwies sich als Volltreffer. „Wir haben hier fantastische Bedingungen“, sagt Peggy Nitsche von der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing (TKS) GmbH in Lübben. „So reibungslos und entspannt wie diesmal lief die Ausgabe der Startunterlagen noch nie. Es ist ein sehr angenehmes Arbeiten für unsere etwa 40 freiwilligen Helfer.“

Die Sportpark-Geschäftsführer Thomas und Paul Bliese hatten ihre Tennishalle, die sanitären Anlagen und natürlich den Außenbereich zur Verfügung gestellt. Auch für sie war der Spreewaldmarathon ein „voller Erfolg. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf und würden im nächsten Jahr gern wieder Gastgeber sein wollen.“ Das könnte sich auch Lars Kolan (SPD) „durchaus vorstellen“. Lübbens Bürgermeister ist die 70 Kilometer mit etwa 30 km/h geradelt. Sein Fazit über die Veranstaltung: „Sie ist eine runde Sache.“ Und beste Werbung für den Spreewald sowie für die Kreisstadt zwischen Ober- und Unterspreewald.

„Wir kommen seit Jahren zum Spreewaldmarathon nach Lübben“, erzählt Annett Döhler aus Leipzig. „Die Region gefällt uns so gut, dass wir im vergangenen Jahr sogar im Spreewald geheiratet haben.“ Sie und ihre jüngere Tochter sind am Samstag die 40 Kilometer gefahren, ihr Mann und die ältere Tochter die 110 Kilometer. Der neue Start- und Zielort gefällt ihr „super, auch wenn die Schlossinsel natürlich ihren besonderen Reiz hat“. Die Familie von Annett Döhler gehört zu denen, die den Spreewaldmarathon zu einem mehrtägigen Aufenthalt im Spreewald nutzen. „Leider war der Campingplatz in Lübben diesmal schon voll, sodass wir nach Hindenberg ausweichen mussten.“

Der Spreewaldmarathon lockt Teilnehmer aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Dimo Bach ist mit seiner Familie aus Bremerhafen an der Nordseeküste angereist, um den Spreewald radelnd zu erkunden. „Wir sind zum ersten Mal dabei, haben uns für die 30 Kilometer entschieden und freuen uns auf viel Spaß in Familie. Es ist toll, dass man sportliche Aktivität und Erlebnis hier wunderbar verbinden kann.“ Steffen Clausnitzer aus Eggersdorf (Märkisch-Oderland) ist die gleiche Strecke mit seinem Liegerad mitgefahren. „Das ist ein sehr entspanntes Fahren.“ Er war so auch schon am Vortag nach Lübben geradelt. Immer an seiner Seite der Hund der Familie.

Für Steffen Clausnitzer war es die Spreewaldmarathon-Premiere inklusive der Erfahrung: „Man kann hier im Spreewald wunderbar Rad fahren.“ Und den Nachwuchs an diese Sportart heranführen. Denn schon für Knirpse mit Laufrädern gibt es einen eigenen Programmpunkt. Etwa 70 Mädchen und Jungen waren diesmal während des Kinderradelns über ein Kilometer dabei. „Meine Tochter ist immer schon Tage zuvor aufgeregt“, erzählt Susanne Richter aus Berlin. „Und dass, obwohl sie schon zum dritten Mal dabei ist. Sie ist so stolz über ihre Teilnahme, dass sie die Startnummer das ganze Jahr am Rad lässt.“

Und der neue Veranstaltungsort? „Gefällt mir prima“, sagt Susanne Richter, obwohl die Schlossinsel natürlich mehr Atmosphäre hat. Doch das Rahmenprogramm, das diesmal geboten wird, ist klasse und spannend für die ganze Familie. Bis Papa von seiner 110-Kilometer-Runde zurück ist, wird uns hier bestimmt nicht langweilig.“ Und weil jeder Teilnehmer im Ziel mit einer Gurkenmedaille geehrt wurde, sprach Moderator Ulrich Jansch augenzwinkernd von einer „vorfristigen Gurkenernte“ im Spreewald.

 Wer mogelt sich denn da durch die Mitte? Die älteren Kinder machen Platz für die Zieleinfahrt des jüngsten Teilnehmers.
Wer mogelt sich denn da durch die Mitte? Die älteren Kinder machen Platz für die Zieleinfahrt des jüngsten Teilnehmers. FOTO: Andreas Staindl