| 18:05 Uhr

Der Schatz soll gehoben werden

Lübben. Die Stadt Lübben sucht nach neuen Wegen der Bürgerbeteiligung, um innerstädtische Flächen für den Wohnungsbau zu gewinnen. Ingrid Hoberg

Die Kreisstadt wird im Jahr 2030 rund 15 000 Einwohner haben - davon wird bei der Stadtentwicklungsplanung gegenwärtig ausgegangen. Lübben stellt sich der Aufgabe, Wohnraum zu schaffen und will die Innen- vor der Außenentwicklung von Baustandorten voranbringen. "Diese Planung ist komplexer als für das Bauen auf der grünen Wiese", erklärte Karin Jacobsen, Sachgebietsleiterin Stadtplanung und Bauen, am Mittwochabend im Bauausschuss.

Für mehr als 100 000 Quadratmeter Fläche hat Lübben im Stadtgebiet bereits rechtkräftige Bebauungspläne erstellt, doch gebaut wurde bisher nicht. "Die Stadt ist in Vorleistung gegangen und hat Geld für die Planungen in die Hand genommen - dieser Schatz muss gehoben werden", betonte Karin Jacobsen. Vor der Erstellung von weiteren Bebauungsplänen sollen nun neue Wege der öffentlichen Beteiligung gegangen werden, erklärte sie und stellte Sabine Werber vom Planungsbüro nonconform vor.

"Wir sind als Stadtplanungsbüro auf die Phase 0, vor der eigentlichen Planung, spezialisierte", sagte die Stadtplanerin und stellte anhand des Projekts im österreichischen Mils vor, wie eine Ideenwerkstatt aussehen kann. "Miteinander weiter denken", so lautet das Motto. Sabine Weber hat sich bereits ein Bild von der Situation in Lübben gemacht. "Die Stadt hat viel flächenpotential - innerstädtisch und zentrumsnah. Wie kann das aktiviert werden, um Wohnraum zu schaffen?" Als Erstes soll eine Eigentümerwerkstatt in kleiner Runde mit der Stadtverwaltung und privaten Eigentümern stattfinden. "Wir können als Außenstehende Mediation dabei sein", erklärte Sabine Weber. Es sollen dann Fragen diskutiert werden, was sich verändert und was der Eigentümer davon hat. Ziel ist es, städtebauliche Verträge abzuschließen. Im zweiten Schritt ist eine Ideenwerkstatt vorgesehen, in der die Öffentlichkeit informiert und aktiviert wird. Während dieser beispielsweise dreitätigen Aktion wäre das Planungsbüro an einem öffentlichen Ort Ansprechpartner. Unmittelbar danach sollte das Konzept ausgearbeitet und präsentiert werden.

Das Quartier der ehemaligen Kartonagenfabrik zwischen Friedenstraße und Schützenplatz wurde als ein Beispiel genannt, das für Wohnbebauung beplant werden könnte, und schon seit Jahren im Gespräch ist. Dort gibt es mehrere Grundstückseigentümer. Auch das Gelände der ehemaligen Spreewald-Konserve in der Blumenstraße ist ein wichtiger Standort, zentrumsnah und am Bahnhof gelegen. "Dort könnte ebenfalls Wohnraum für Pendler zur Verfügung gestellt werden", schätzt Karin Jacobsen ein. Für die Finanzierung der Ideenwerkstatt als besonderer Form der Beteiligung an der Entwicklung von Bebauungsplänen will sich Lübben um Lottomittel bemühen.

Zum Thema:
Als Bauland oder Baufläche wird ein räumlich abgegrenzter Teil bezeichnet, für den Baurecht mit den für eine Bebauung erforderlichen rechtlichen und natürlichen Voraussetzungen gegeben ist.Rechtlich erwirbt ein Grundstück Baulandqualität entweder durch die Ausweisung des Grundstückes als Bauland in einem qualifizierten Bebauungsplan oder etwa durch die Lage in schon weitgehend bebautem Gebiet (Baulücke). (Quelle: Wikipedia)Lübben arbeitet zurzeit am Entwurf des Stadtentwicklungskonzepts - auch mit Bürgerbeteiligung. Unter www.luebben-rathaus.de gibt es bis 19. Mai ein Online-Formular für Hinweise.