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Chorkonzert
Neu Zaucher Sänger freuen sich auf ihr Adventskonzert

Der Gemischte Chor Neu Zauche gibt am 3. Dezember sein Adventskonzert.
Der Gemischte Chor Neu Zauche gibt am 3. Dezember sein Adventskonzert. FOTO: Jürgen Harnath
Neu Zauche. Bereits im September gab es beim Gemischten Chor Lebkuchen. Er blickt auf eine lange Geschichte zurück, in der mittlerweile WhatsApp den Vereinsboten ersetzt.

Seit sechs Jahren lädt der Gemischte Chor Neu Zauche in die Kirche des Spreewalddorfes zum Konzert ein – so auch in diesem Jahr: 3. Dezember. 15.30 Uhr ist der Beginn. Und nach dem Konzert können es die Zuhörer bei Glühwein, Tee und Gebäck nachklingen lassen und sich auf die Trompetenklänge des um 17 Uhr beginnenden Turmblasens freuen.

Es war Mitte September, die Fenster des Chor-Probenraumes waren wegen der spätsommerlichen Wärme weit geöffnet, da konnten Passanten „Jeder Tannenbaum möchte ein Christbaum sein“ und „Advent ist ein Leuchten“ hören, erinnert sich Helga Denner. Diese Vorstellung brachte so manchen der 30 Sänger zum Schmunzeln.

Obwohl sogar Lebkuchen und Weihnachtsmänner bereitstanden, wollte aber noch kein echtes Weihnachtsgefühl aufkommen. „Dann arbeiten wir zuerst an den Tönen“, sagte Chorleiterin Jutta Wangerin, „wenn die stimmen, nehmen wir uns den Ausdruck vor und dann kommt das Weihnachtsgefühl.“

Lange vorher hatte sie schon die Lieder ausgewählt und mit dem Vorstand das Konzept erarbeitet. Das Adventskonzert wird wieder gemeinsam mit Partnern des Chors gestaltet. Schon zum dritten Mal konnten Anja Noack als Solistin gewonnen werden „und wir freuen uns auch auf die Bläser und auf Vanessa Krüger am Klavier“, so Helga Denner.

Chorkonzerte und Aufführungen haben in der langen Geschichte des Gesangsvereins immer einen besonderen Stellenwert. 1880 wurde in Neu Zauche ein Männerchor gegründet und schon einige Monate später fand der erste Auftritt statt. In der alten Chorchronik ist ein Bericht darüber zu finden, dass im Jahr 1913 beschlossen wurde, etwa 200 Programme für die Aufführung zum Stiftungsfest bei Herrn Thelow in Lübben drucken zu lassen. Heute gestaltet Birgit Krischkowski die Plakate und Handzettel am Computer und lässt sie dann ebenfalls drucken.

Aus der Chronik geht auch hervor, dass es vor 100 Jahren einen Vereinsboten gab. Seine Aufgabe bestand darin, Mitteilungen an die Sänger zu überbringen. Während er das wahrscheinlich zu Fuß bewerkstelligen musste, wird heute die „Whats App – Gruppe Chor“ für wichtige Mitteilungen genutzt, zumal inzwischen längst nicht mehr alle Sänger des Neu Zaucher Chores auch in Neu Zauche zu Hause. Sie kommen zum Beispiel aus Groß Leine, Glietz, Lu­bolz, Wußwerk, Straupitz, Byhlen und Burg. Die Freude am gemeinsamen Singen führt sie jeden Donnerstag zu den wöchentlichen Proben nach Neu Zauche.

1946 wurde der gemischte Chor gegründet. Eine Zeit lang gab es sogar zwei Chöre im Dorf. Ganz groß wurde das 75. Gründungsjubiläum 1955 gefeiert. Helga Nakonzer kann sich noch gut daran erinnern. Sie hat damals schon im Chor gesungen und ist auch heute noch aktiv dabei. Viele langjährige Mitglieder gibt es in dem Ensemble, dessen Mitglieder sich natürlich auch über neue Sängerinnen und Sänger freut. Für diejenigen, die nicht ständig im Chor singen möchten, werden auch Projekte angeboten wie das Adventskonzert. Dafür kommt man von September bis Weihnachten zu den Proben und nimmt an dem Workshop teil, der Ende Oktober stattfindet und immer erfolgreich für die Konzertvorbereitung und für das Gemeinschaftsgefühl ist.

Seit über 30 Jahren ist Gerhard Wangerin Vereinsvorsitzender. Dafür wurde er im vergangenen Jahr mit der Ehrennadel des Brandenburgischen Chorverbandes ausgezeichnet. „Wir schätzen an ihm besonders sein Engagement für unseren Chor und seine freundliche und humorvolle Art“, so die Vereinsmitglieder. Außerdem verstehe er es, andere mitzureißen.

„Teamwork“ ist beim Gemischten chor Neu Zauche kein Fremdwort. Das sei gerade auch dann zu merken, wenn die Vorbereitungen für den ersten Andventssonntag ihren Höhepunkt erreichen: Kirche schmücken, Handzettel und Plakate verteilen, die Versorgung organisieren und so weiter. Die Aufgaben sind nur zu schaffen, wenn sie auf viele Schultern verteilt werden. Aber gerade das macht die Chorgemeinschaft aus: ein gemeinsames Ziel zu haben und etwas Schönes zu schaffen.

(dh)