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Den richtigen Zeitpunkt erwischen

Bei der Einmarschparade stellten sich die teilnehmenden Vereine dem Publikum vor, das nicht so zahlreich wie in den vergangenen Jahren den Pferde- und Spezialmarkt und die zu ihm gehörenden Wettbewerbe und Schauvorführungen besuchte.
Bei der Einmarschparade stellten sich die teilnehmenden Vereine dem Publikum vor, das nicht so zahlreich wie in den vergangenen Jahren den Pferde- und Spezialmarkt und die zu ihm gehörenden Wettbewerbe und Schauvorführungen besuchte. FOTO: Foto: A. Wawro
Lieberose.. Pferdenarren bekamen am Wochenende einiges auf dem Turniergelände des Reit- und Fahrverein (RFV) Lieberose geboten. Denn beim Pferde- und Spezialmarkt gab es viele sportliche Wettbewerbe und Reitervorführungen. Anke Richter


„Wir feiern an diesem Wochenende das 20jährige Bestehen dieser Veranstaltung“ , erzählte Manfred Sprenger, Vorsitzender des RFV Lieberose. Den Auftakt der Jubiläumsveranstaltung bildete das Flutlichtspringen am Freitagabend ab 23 Uhr. „Der Abend war wunderschön“ , schwärmte Manfred Sprenger. „Was immer am wichtigsten ist, es wurde keiner verletzt.“
Trotz der hellen Scheinwerfer stellte das Flutlichtspringen ganz eigene Anforderungen an Pferd und Reiter. Da Pferde im Dämmerlicht die roten Stangen schlechter erkennen können, kam es auf das gute Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier an. Die richtigen Kommandos zum richtigen Zeitpunkt entschieden über Sieg oder Niederlage.
Neben dem Springturnier gab es auch das Geschicklichkeitsreiten für die kleinen Reiter bis 13 Jahre am Freitagabend. Mit einem Country-Programm und Musik wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
Für Ausruhen war am nächsten Tag keine Zeit. Drei Dressurprüfungen, das E-Springen und ein Schauprogramm mit Voltigieren und Geschicklichkeitsreiten der Kinder standen auf dem vollen Terminkalender. Während aller Wettbewerbe waren die Plätze rund um den Parcours voll besetzt, und das Publikum sparte nicht mit Beifall. Auch das eine oder andere Pferd schaute interessiert seinen Artgenossen beim Springen zu und gab wiehernd Kommentare ab.
Trotzdem blickte Manfred Sprenger etwas wehmütig vom Richterturm auf die Zuschauer. „Im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen wir immer um die 4000 Zuschauer hatten, ist es heute weniger als die Hälfte. Das Wetter hat es nicht zu gut mit uns gemeint.“ Die Stimmung im Publikum war trotzdem gut. Das ganze Waldgelände wimmelte von Menschen und Pferden.
Während die einen ihre Vollblüter warm ritten, schlemmten die anderen an den Eis- und Grillständen. Ab und zu hielten auch mal alle gespannt die Luft an, wenn zum Beispiel beim E-Springen eine Reiterin unsanft auf dem Boden landete, weil ein Steigbügel beim Sprung gerissen war. Jedoch ging alles immer glimpflich ab.
Andere Reiter hatten ihre liebe Not, das Temperament der Pferde zu zügeln, damit sie nach den Sprüngen nicht im vollen Galopp vom Parcours stürmten und aufgeregte Besucher zur Seite springen mussten.
Die Dressurprüfungen waren nicht ganz so Nerven aufreibend, jedoch nicht weniger interessant. Wie viel Zeit und Arbeit in mancher Dressur steckte, sah man Pferd und Reiter oft nicht an. „Bei allen diesen Wettbewerben handelt es sich nicht um ein Spaßturnier. Die Anforderungen sind sehr hoch. Wir verlangen eine ganze Menge“ , betonte Manfred Sprenger.
Das wissen auch die Reiter zu schätzen, die oft schon seit vielen Jahren nach Lieberose kommen. Dazu zählt Josefine Mitrowsky aus Zernsdorf. Sie gehörte zu den am weitesten gereisten Teilnehmern an diesem Tag. „Es ist immer eine tolle Atmosphäre hier in Lieberose. Jedoch ist der Parcours in diesem Jahr nicht schön gebaut. In den Jahren zuvor war er richtig Klasse.“
Mit ihren elf Jahren gehörte Linda Zahn aus Briesen zu den jüngsten und erfolgreichsten Teilnehmern. Mehrmals stand sie bei den Dressur- und Geschicklichkeitswettbewerben der Junioren auf dem Treppchen. Nach Lieberose komme sie gern, so Linda. „Die ganze Organisation ist toll sowie der Parcours.“ Mit vier Jahren saß sie zum ersten Mal auf einem Pferderücken. „Sie ist verrückt nach Pferden“ , erzählte Vater Gerd Zahn. Ihm gefalle am Wettbewerb in Lieberose das Niveau. „Gute Reiter müssen auch gefordert werden. Außerdem gibt es immer sehr schöne Sponsorenpreise, was ein zusätzlicher Anreiz ist.“
Mit insgesamt 76 Pferden, 87 Reiterinnen und Reitern sowie 18 teilnehmenden Vereinen waren die Wettbewerbe trotz des unsteten Wetters gut besucht und ausgelastet. „Es herrschte das ganze Wochenende eine tolle Atmosphäre. Wir können zufrieden sein“ , so Manfred Sprenger.