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| 06:49 Uhr

Politik
„David gegen Goliath“: Zweite Demo gegen CEP-Bohrung

Nicht nur Oma, auch andere Bewohner von Guhlen haben gestern gegen die Bohrungen von CEP demonstriert.
Nicht nur Oma, auch andere Bewohner von Guhlen haben gestern gegen die Bohrungen von CEP demonstriert. FOTO: Steven Wiesner
Guhlen. Knapp 50 Menschen machen sich am Mittwoch vor der Bohrstelle in Guhlen bemerkbar. Weitere Aktionen sind geplant. Von Steven Wiesner

  „Das Erdgas nützt nur den Profiteuren! Wir lassen euch unseren Lebensraum nicht zerstören! CEP, geht stiften! Wir lassen uns nicht vergiften!“ Die Bewohner von Schwielochsee und Märkische Heide haben wieder fleißig gedichtet und am Mittwochnachmittag zum zweiten Mal gegen die Erdgasbohrungen in Guhlen protestiert.

Nachdem die „Bürgerinitiative gegen Gasbohrung“ im Rahmen der Infoveranstaltung der CEP vor zwei Wochen zum ersten Mal Schilder und Spruchbänder durch den Ort getragen hatte, machten sich gestern knapp 50 Demonstranten diesmal direkt auf den Weg zur Bohrstelle in Guhlen – und ihrem Ärger Luft. „Das ist David gegen Goliath“, sagte eine Demonstrantin. „Aber wir geben nicht auf.“ Mit gelben Kreuze hatten die Anwohner vor zwei Wochen deutlich gemacht: „Wir sind dagegen.“

Warum das internationale Aufsuch- und Bohrunternehmen der Erdöl- und Erdgasbranche Central European Petroleum (CEP) mitten in ihrem Naturparadies mit Rohstoffen spielen muss, können die Menschen, die hier leben, nicht nachvollziehen. Und den Bewohnern hat bisher auch noch niemand die Sorgen und Ängste vor gesundheitlichen Schäden oder anderen Gefahren nehmen können.

Ein CEP-Mitarbeiter ging am Mittwoch zumindest auf die Leute zu und stellte sich den Fragen. Dennoch wünschen sich die meisten Betroffenen noch mehr Transparenz und Informationen von den Verantwortlichen. Dazu gehört auch das brandenburgische Landesamt für Bergbau, das der CEP GmbH die Genehmigung für die Arbeiten in Guhlen erteilt hat.

Doch um Mitspracherecht oder gar Akteneinsicht haben die Bürger bislang vergebens gekämpft. Auch am Mittwoch. Und solange das so ist, sollen weitere Protestaktionen folgen. „Wir planen eine Mahnwache vor dem Landtag in Potsdam, um das Thema im gesamten Bundesland publik zu machen“, sagt Thomas Jacob von der Bürgerinitiative. Und auch der nächste Demonstrationsmarsch wird schon vorbereitet.