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| 03:06 Uhr

Dauerregen lässt Fließe in Lübben wieder leicht ansteigen

FOTO: pm
Lübben. Der Dauerregen von Dienstag wird auch auf die Region Lübben/Spreewald Auswirkungen haben. Das Landesumweltamt erwartet zwar nur einen kurzen Durchfluss des Wasserscheitels. I. Schirling

Doch Wolfgang Genehr, Abteilungsleiter Süd, ist nach der langen Hochwasserphase noch immer nicht sorgenfrei. "Die Gesamtsituation ist nicht günstig", spielt er auf eine relativ labile und instabile Wetterlage über Mitteleuropa an. "Wir müssen immer wieder mit Starkniederschlägen rechnen."

Im Großen und Ganzen zufrieden ist das Landesumweltamt hingegen mit dem Abfluss aus den Überschwemmungsgebieten. "Der Oberspreewald hat sich vollgesaugt wie ein Schwamm. Es dauerte Tage, bis dieses Wasser in Lübben ankam", reflektiert Genehr die vergangene Hochwassersituation. Dass es nun so lange mit so hohen Wasserständen abfließe, lasse ebenfalls Rückschlüsse auf die Menge zu, die sich dort gestaut hatte. In Leibsch gilt noch immer die Warnstufe eins. Nordumfluter und Hochwald sollen Genehr zufolge mit dem neuen Wasser nicht belastet werden. Auf die Spremberger Talsperre fließen derzeit rund 65 Kubikmeter pro Sekunde zu; die Abgabe liegt bei 36 Kubikmetern. Allerdings ist das Wasserbauwerk in den vergangenen Tagen stark entlastet worden, so Genehr.

Unterdessen hat das Thema im Kreistag Dahme-Spreewald eine große Rolle gespielt. Landrat Stephan Loge (SPD) informierte auch die Abgeordneten aus dem wenig betroffenen nördlichen Teil des Landkreises über die Situation. 25 Millionen Kubikmeter Wasser hätten zwischenzeitlich im Überflutungsgebiet der Stauabsenkung Nord mit dem Hochwald vor Lübben gelegen, so Loge. Mit den Folgen des Hochwassers habe nicht nur dieser Raum noch wochenlang zu tun - wiewohl dank der heißen und trockenen Wetterlage Ende vergangener Woche der Abfluss gut gewesen sei, schätzt Genehr ein.

Loge machte deutlich, dass die Schäden im Hochwald "unersetzbar" seien. Eventuell müssten Bäume neu angepflanzt werden.

Abgeordneter Frank Selbitz (UBL/Grüne) fragte nach, ob im Raum Alt Zauche/Straupitz künftig ein weiterer Pegelmesspunkt vorgesehen sei. "Es gibt bisher keine Pegelmessungen zwischen Cottbus und Lübben. Die sind aber aufgrund der Erfahrungen der vorangegangenen Hochwasser dringend nötig."

Loge informierte daraufhin, dass das jüngste Hochwasser viele neue Erkenntnisse gebracht habe, die nun aufgelistet und eingebracht würden. Auch er sieht den Pegel demnach als dringend erforderlich an. "Ich wäre auch dankbar, wenn in Lübben zuverlässig die Durchflussmengen gemessen werden könnten."

Über die mit dem Hochwasser verbundenen Sperrungen seien die Kahnfährleute in Lübben "sehr ungehalten" gewesen, so Sylvia Lehmann (SPD). Nach den Erklärungen sei schnell klar gewesen, "dass Sicherheit natürlich vorgeht". Aufgrund der hohen Wasserstände dürfen weiter nur Kahnfährleute mit Beförderungsschein bestimmte Strecken befahren. Landrat Loges Dank im Kreistag an alle Hochwasser-Helfer wurde von den Abgeordneten mit einhelligem Klopfen auf die Tische beantwortet.