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Das neue Herz des Roten Kreuzes

Gewohnte Handgriffe in neuer Umgebung: Helga Gehrmann, Margit Porstein, Inge Kunja, Vorsitzende Angela Zimmermann und Edeltraut Paetzel (v.l.) vom DRK-Ortsverband Lübben testen die neue Küche auf ihre Tauglichkeit für die Versorgung von Blutspendern. Seit mehr als 25 Jahren werden die Nahrungsmittel für die Stärkung im Einkaufsmarkt nebenan besorgt.
Gewohnte Handgriffe in neuer Umgebung: Helga Gehrmann, Margit Porstein, Inge Kunja, Vorsitzende Angela Zimmermann und Edeltraut Paetzel (v.l.) vom DRK-Ortsverband Lübben testen die neue Küche auf ihre Tauglichkeit für die Versorgung von Blutspendern. Seit mehr als 25 Jahren werden die Nahrungsmittel für die Stärkung im Einkaufsmarkt nebenan besorgt. FOTO: Schirling
Lübben. "Hier soll das Herz des Roten Kreuzes in Zukunft schlagen" – mit diesen Worten ist das neue Zentrum des DRK in Lübben am gestrigen Dienstag eröffnet worden. In die ehemalige Krankenhausapotheke zieht damit neues Leben ein. Ingvil Schirling

Harald-Albert Swik erhebt die Hand mit dem alkoholfreien Sekt und spricht die Eröffnungsworte. Freunde, Nachbarn, Vertreter von Caritas, Stadtverwaltung Lübben und Landkreis, vor allem aber die fleißigen Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes in Lübben stoßen mit an. Auf 204 Quadratmetern der früheren Klinikapotheke finden künftig die Blutspende, die regionale Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die ehrenamtliche Arbeit des DRK-Ortsverbands Lübben ihren Platz. Gelingt es, in dem ehemals als Gasbunker ausgerüsteten Gebäude noch mehr Platz zu bekommen, soll zukünftig außerdem die Kleiderkammer einziehen und damit wiederbelebt werden.

Das DRK Lübben bezieht damit ein neues Zuhause auf Dauer. Nicht nur machte Harald-Albert Swik den Wunsch deutlich, perspektivisch in Lübben wieder ein Jugendrotkreuz aufzubauen, sondern ihm rutschte auch das Wörtchen "nur" heraus, bezogen auf den achtjährigen Mietvertrag. Dass das DRK langfristig denkt, ist für die Lübbener eine gute Nachricht. Der Auszug aus dem früheren Zentrum an der Berliner Chaussee und die in der Stadt zeitweise verteilten Angebote hatten doch für leichte Unannehmlichkeiten gesorgt.

Das neue Zentrum ist bestens ausgestattet: helle Wände, ein sehr großer und mehrere kleine Zimmer, ein Büro, ein kleines Lager, eine Küche für die Versorgung der Blutspender. Dass die Räume einmal so aussehen würden, hätte sich selbst Harald-Albert Swik kaum vorstellen können. "Es war nun einmal eine Apotheke", sagt er, "mit Waschbecken an vielen Wänden und Kacheln bis zur Decke". An ein Ambiente von Chemie und Medikamenten erinnert nichts mehr. "Die Handwerker haben gut Hand in Hand gearbeitet, um den Termin zu halten", lobt Swik. Die Lübbener Stadtverwaltung, zur Eröffnung vertreten von Kämmerer Lutz Gottheiner, sei während des gesamten Such- und Umzugsprozesses an der Seite des DRK gewesen, sagt er dankbar. Mitten in seine Rede hinein raschelt es leise an der Tür: Ralf Klaus vom benachbarten Sparmarkt kommt mit einem in Folie eingewickelten Blumenstrauß zum Gratulieren. Er gesellt sich zu vielen weiteren, die eines zeigen: Das neue DRK-Zentrum ist in Lübben angekommen.

Zum Thema:
Vier Monate lang renovierte das DRK einen Teil der ehemaligen Krankenhausapotheke an der Lübbener Schillerstraße. 204 Quadratmeter wurden komplett umgestaltet. Das DRK investierte 75 000 Euro und gab weitere 15 000 Euro für die Ausstattung aus. Der Mietvertrag mit dem Klinikum Dahme-Spreewald läuft vorerst acht Jahre. Ob die Kleiderkammer angrenzend an die Räume in das Haus einziehen kann, wird nun geprüft.