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| 01:01 Uhr

Das Kreistagsleiden mit der Sonntagsöffnung

Lübben.. Lothar Treder-Schmidt (Bündnisgrüne) gehört im Kreistag Dahme-Spreewald zu denen, die bei Sonntagsöffnungen der Geschäfte immer wieder warnend die Finger heben.

Am Mittwochabend war es nicht anders, als der Kreistag über Sonderöffnungszeiten für Wildau und Waltersdorf zu entscheiden hatte. Inzwischen hat Treder-Schmidt gemerkt, „dass es zwecklos ist, an einem Tag in der Woche mal nicht die Geschäfte zu öffnen“ . Doch müsse er daran erinnern, dass es einen kleineren Mittelstand gebe. Er wisse nicht, „warum wir große Einrichtungen fördern“ . Für die Familie sollte es etwas geben, so Treder-Schmidt, „was jenseits des Familieneinkaufs liegt“ .
Große Zustimmung erntete der Mahner allerdings nicht. Heiko Terno (Bauern) hat gehört, dass sich das Personal sogar streite, wer am Sonntag Dienst machen dürfe. Dieser Dienst werde nämlich besonders gut bezahlt. In anderen Kreisen, sagte er schmunzelnd, „ist alle zwei Wochen am Sonntag ohne Genehmigung verkaufsoffen, und am Montag wird die Strafe gezahlt“ . Udo Effert (SPD) sieht im Sonntag die Chance für einen „Familieneinkaufstag“ , und Anne Böttcher (SPD) weiß aus studentischer Zeit, „dass extrem fett verdient wird“ .
Für Raimund Tomczak (FDP) ist das Ladenschlussgesetz, das den Kreistag zur Entscheidung zwingt, „ein Ana chro nismus“ . Der Kreistag dürfe nicht an der Realität vorbei beschließen und die Sonntagsöffnung ablehnen, denn die halte Arbeitsplätze. Der Kreistag stimmte zu. (km)