Der 97-jährige leidenschaftliche Heimatkundler erinnert in einer Mini-Serie an den Mann, der in Luckau einst eine wichtige Rolle spielte und dessen 65. Todestag in diesen Tagen ist.

Mit der Südpromenade 1 und 2 kaufte Professor Otto Carus, Lehrer am Königlichen Gymnasium Luckau, ein stadtbildprägendes Haus in der Berstestadt, gestern wie heute. Das Haus am Spring zeugt von klassischer dekorativer Architektur. Eine Verzierung erhielt die solide Doppelveranda. Angesehene Baumeister dieser Zeit waren Paul Lott und Georg Bruns.

Carus baute das nicht ganz fertige Gebäude zu Ende und verkaufte eine Hälfte an die Dachdeckerfamilie Oskar Lieske, die es bis heute in dritter und vierter Generation bewohnt. Oskar Lieskes Tochter Hildchen verheiratete sich mit Willi Ernst. Ihr Sohn Siegfried ist ebenfalls Dachdecker geworden und führt heute das Zepter.

Die andere Hälfte des Hauses wird in dritter Generation von Carus' Enkel Werner Heintze und dessen Frau Christiane bewohnt. Carus hatte zwei Töchter: Irmgard, die den Studienrat Walter Ruhsam heiratete, und Gerda, die den Lehrer Paul Heintze ehelichte.

In unmittelbarer Nachbarschaft des großen Hauses an der Südpromenade entstand 1905 das Luckauer Moorbad. Kurarzt Dr. Mayhoeffer und Masseur Willi Lobe übernahmen die Leitung. Im benachbarten Wohnhaus “Villa Elisabeth„ wurden die Kurgäste untergebracht - schlicht und einfach, für eine Mark pro Nacht.

Auf dem Moorbadterrain befand sich bis 1949 das erste Luckauer Freischwimmbad mit Wasser aus dem Fließ. Fotos und Text darüber sind auf einer Stele vor dem Moorbad-Gebäude zu sehen. Vornehme Familien besaßen damals einen Badekarren. Später wurden in diesem Wasserbecken Weidenrutenbündel deponiert.

Vor dem Haus an der Südpromenade befindet sich das Springgelände mit der Quelle. Gleichzeitig fließt das Wasser in Stadtgraben und Berste hinein. Bei Wasserknappheit holten sich die Luckauer das kühle Nass mit Eimern, oft mittels eines Schultertragegestells. Auf das Wasser wurde ein weißes hölzernes Kreuz mit einem Knauf gelegt, damit das Wasser nicht überschwappte. Später gab es ein Springhäuschen in der Nähe des Sandoer Tores, wo heute eine Litfaßsäule und eine Bank stehen.

Schon vor Professor Otto Carus prägten seine Vorfahren die Stadt. Die Liebeserklärung an Luckau des Urahns Jakob Carus war ein Willkomm-Pokal für die Maurerinnung. Was, wie viel und wie aus diesem zu trinken war, lesen Sie in der nächsten Folge.