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 Königs Wusterhausen
Das andere Gesicht des Islam

Suleman Malik ist Sprecher der muslimischen Gemeinde, die einen reformierten Islam  vertritt.
Suleman Malik ist Sprecher der muslimischen Gemeinde, die einen reformierten Islam vertritt. FOTO: Frank Pawlowski
 Königs Wusterhausen. Gemeinde will im Landkreis über die Religion aufklären und Vorbehalte abbauen.

Die muslimische Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat startet in der kommenden Woche eine Informationskampagne in Dahme-Spreewald. Auftakt ist am 18. November in Königs Wusterhausen. Weitere Stationen sind Lübben, Luckau und Mittenwalde. Auch eine öffentliche Diskussionsveranstaltung ist geplant. „Wir wollen Vorurteile abbauen und mit den Menschen ins Gespräch kommen“, sagte Sprecher Suleman Malik am Donnerstag in Königs Wusterhausen.

Die Gemeinde ist laut Malik eine Reformbewegung innerhalb des Islam. Sie lehne Gewalt kategorisch ab, setze sich für ein friedliches Miteinander ein.

In Deutschland ist sie allerdings mit rund 45 000 Mitgliedern nur eine Minderheit unter den vier bis fünf Millionen Muslimen, wie Malik sagte. Weltweit habe sie aber mehrere Millionen Anhänger. Das Motto der Kampagne lautet „Wir sind alle Deutschland“. Malik sagte, damit sollen die Solidarität und das gesellschaftliche Engagement der Gemeindemitglieder zum Ausdruck gebracht werden. Grundpfeiler der Bewegung seien Barmherzigkeit, die Ablehnung von Glaubenszwang, die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie die Trennung von Religion und Staat. „Liebe für alle, Hass für keinen, das ist unsere Botschaft“, sagte Suleman Malik. Seine Gemeinde interpretiere auch den Heiligen Krieg, den sogenannten Dschihad, anders. „Wir definieren das als Kampf gegen den eigenen inneren Schweinehund.“ Bei den Veranstaltungen in den Kommunen sollen sogenannte Friedensbäume gepflanzt werden. Mit der Aktion wolle die Gemeinde zeigen, dass es viele Richtungen im Islam gebe. Das öffentliche Bild sei hingegen geprägt von Terroranschlägen im Namen des Islam. „Viele Menschen können das nicht unterscheiden. Das wollen wir ändern“, sagte Malik. Die Gemeinde habe die Info-Kampagnen bereits in anderen Bundesländern erfolgreich durchgeführt. Das Echo sei durchweg positiv gewesen.