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| 14:58 Uhr

Workshop
Das Amt Unterspreewald will seine Zukunft gestalten

Akteure des Amts Unterspreewald und Experten des Lands Brandenburg diskutierten Potentiale und aktuelle Themen des Amts am Freitagabend in Rietzneuendorf.
Akteure des Amts Unterspreewald und Experten des Lands Brandenburg diskutierten Potentiale und aktuelle Themen des Amts am Freitagabend in Rietzneuendorf. FOTO: Andreas Staindl
Rietzneuendorf. Initiative des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung und der Architektenkammer. Von Andreas Staindl

Das Amt Unterspreewald gestaltet seine Zukunft. Es will Stärken und Schwächen herausarbeiten, die Ergebnisse in einem Entwicklungskonzept einfließen lassen.

Das Projekt „Stadt-Land gestalten“– eine Initiative des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Architektenkammer – soll dabei helfen. Es ist vor einigen Monaten gestartet, mit den sechs Litfaßsäulen anfangs in Schönwalde und aktuell in Golßen auch optisch sichtbar geworden (die RUNDSCHAU berichtete). Die Säulen dokumentieren die brennenden Themen wie Wirtschaftskraft, Kirchengemeinschaft, Amtsentwicklungskonzept, Mensch-Natur, Schlossgeschichten und Stadterneuerung. Sie bieten ein Forum für das Gestalten der Zukunft im Amt Unterspreewald. Die Menschen sollen mitgenommen und aktiv einbezogen werden. Ein Workshop fand schon zu Beginn des Projekts, ein zweiter am späten Freitagnachmittag statt.

Die Firma „best“ (Projekte für Baukultur und Stadt), die „Stadt-Land gestalten“ begleitet, hatte eingeladen. Ziel war es, Bürger des Amts und Experten etwa der Architektenkammer, der Landesplanung sowie des Ministeriums zusammenzubringen, über brennende Themen der Gemeinden zu diskutieren. Das Interesse war überschaubar. Der Vorsitzende des Amtsausschusses Roland Gefreiter (parteilos) spricht von „mäßig besucht“, während Experten von außerhalb „erstaunt über die vielen Teilnehmer“ waren. Vor allem Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter waren dabei, jedoch nur wenige Bürger.

Drei Themenkomplexe waren aufgerufen: „Wohnen im Amt Unterspreewald“, „Mensch und Natur“ sowie „Amtsentwicklungskonzept“. Diskutiert wurde an drei Tischen. Jeder Teilnehmer konnte sich an jedem Thema beteiligen. Angesprochen wurden etwa das fehlende Radwegenetz, fehlendes Bauland, aber auch finanzielle Probleme wie beispielsweise beim Schloss in Golßen sowie Fluch und Segen der Spreewaldlandschaft.

Elfi Heesch vom brandenburgischen Infrastrukturministerium war zu Beginn „sehr neugierig auf die Ergebnisse“. Das Projekt selbst gefällt ihr, „weil es vor allem um gelebte Demokratie geht. Die Bürger sollen und können sich zum Wohl ihres Umfelds einbringen.“ Dass Fachleute von außen auf den Unterspreewald schauen, sieht sie als „Chance“.

Für Katja Melan, Vizepräsidentin der brandenburgischen Architektenkammer, ist das Projekt „eine Herzensangelegenheit, weil es einen Mehrwert für Einheimische und Touristen schafft“. Auch Gerhard Janßen von der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Dahme-Spreewald „begrüßt das Projekt, weil die Diskussionen zu handfesten Ergebnissen führen werden“. Für ihn gibt es „gute Gründe, noch mehr für die ländlichen Regionen zu tun“. Er verweist auf den Trend, dass immer mehr Berliner das Umland für sich entdecken.

Schönwalds Bürgermeister Roland Gefreiter hat diese Erfahrung längst gemacht. Der Zuzug in seine Gemeinde ist enorm, Leerstand gibt es faktisch nicht, dafür Neubaumaßnahmen in Größenordnung. Das bringt natürlich Herausforderungen. Kapazitäten der Schule und Kita in Schönwalde müssen erweitert, die Infrastruktur im Ort weiter verbessert werden. Das alles ist bekannt, und dürfte es auch auf Landesebene sein. Umso verwunderter war Roland Gefreiter, „dass die Experten erstaunt waren, was uns bewegt, und dass der Süden Brandenburgs keine sterbende Region ist, es bei uns nicht um leerstehende sowie verfallene Objekte und Grundstücke sowie um Verbesserung der Infrastruktur und Erhöhung der Lebensqualität geht. Aus dieser Sicht ist das Projekt gute Werbung für den Unterspreewald.

Die Ergebnisse des Workshops sollen wie weitere Erkenntnisse des Projekts in einer Broschüre zusammengefasst werden. Und sie sollen Grundlage für ein Entwicklungskonzept des Amts Unterspreewald sein. Der Unterspreewald ist nach Plaue, Letschin und Kloster Lehnin der vierte Standort, an dem das Projekt „Stadt-Land gestalten“ umgesetzt wird.