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| 18:22 Uhr

Bürgerinitiative sorgt sich um Guhlen
Darum fackelt CEP trotz Waldbrandgefahr Gas in Guhlen ab

An insgesamt drei Tagen war die Fackel in Betrieb und laut CEP auch „jeweils nur für wenige Minuten“.
An insgesamt drei Tagen war die Fackel in Betrieb und laut CEP auch „jeweils nur für wenige Minuten“. FOTO: Bürgerinitiative
Guhlen. Die "Bürgerinitiative gegen Gasbohrung" sorgt sich und stellt Fragen. Das Erdgasunternehmen antwortet.

Beinahe täglich sind die Dahme-Spreewälder Feuerwehren in den zurückliegenden Wochen ausgerückt, weil es in den Wäldern gebrannt hat. Umso entsetzter waren Mitglieder der „Bürgerinitiative gegen Gasbohrung“, als sie in den letzten Tagen Feuerflammen auf dem ohnehin kritisch beäugten Erdgas- und Erdöl-Bohrplatz in Guhlen sahen. Denn das Unternehmen Central European Petroleum (CEP), das hier in Schwielochsee Rohstoffe aus dem Boden zu ziehen versucht, nahm Instandhaltungsarbeiten vor und verbrannte dabei über zwei Fackeln auch Mengen an Gas. Die Ausrüstung sei bereits abgebaut und die Bohrung sowie der Bohrplatz sicher verschlossen worden, teilt CEP mit. Dennoch fragt die Bürgerinitiative in einem Schreiben: „Wie ist das mit der erhöhten Waldbrandgefahr vereinbar, wenn 100 Meter vom trockenen Wald entfernt explosive und giftige Gase abfackelt werden? Wer hat das genehmigt? Und wo bleibt die Sicherheit der Bürger?“

CEP-Pressesprecherin Katrin Schwede antwortet auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „CEP plant, im Winter 2018 zwei Erweiterungsbohrungen in Guhlen abzuteufen – vorbehaltlich der Zulassung des Sonderbetriebsplans durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde. Die Bohrungen und anschließenden Bohrlochtests sollen weitere Aufschlüsse über die Beschaffenheit der Lagerstätte und die zu erwartenden Förderraten geben.“ Das Unternehmen beteuert, keine Arbeiten ohne Genehmigungen vorzunehmen. „Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand für einen Bohrplatz zu den Waldstücken wird eingehalten.“ Und: „Bei der Verbrennung von Gas über eine Fackel kann es nicht zu Funkenflug kommen. Alle Arbeiten, die mit Hitze oder Funkenflug verbunden sein können, erfolgen erst nach einer entsprechenden Begutachtung und eindeutiger Freigabe durch einen Verantwortlichen der CEP.“

Die Gegner der CEP-Bohrung informieren aber des Weiteren darüber, dass sie wegen der Waldbrandgefahr von Forstbesitzern „unmissverständlich zum Verlassen des Waldes aufgefordert wurden, während diese Firma dauerhaft mit ihren Fahrzeugen durch den Wald fährt“. Darauf angesprochen schreibt das CEP-Unternehmen: „Alle Mitarbeiter werden darauf hingewiesen, Fahrzeuge nur auf den befestigten Anlagen der Bohrplätze abzustellen. Die Einhaltung dieser Vorgabe wird kontrolliert.“