| 16:56 Uhr

Auszeichnung
Dank an die Stützen der Diakonie

Marion Graßmann, Leiterin der Tagespflege der Diakonie, dank ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement. 38 Jugendliche, Frauen und Männer waren zum Ehrenamtsempfang des Diakonischen Werks kürzlich in Lübben eingeladen.
Marion Graßmann, Leiterin der Tagespflege der Diakonie, dank ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement. 38 Jugendliche, Frauen und Männer waren zum Ehrenamtsempfang des Diakonischen Werks kürzlich in Lübben eingeladen. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Diakonisches Werk Lübben hat seine ehrenamtlichen Mitstreiter geehrt.

Ehrenamtliche stehen selten in der ersten Reihe, sind dennoch unverzichtbar. „Ohne sie wäre dieses Land ein anderes“, sagt Stephan Loge (SPD). „Unsere verhältnismäßig gute finanzielle Ausstattung durch Bund und Land wäre ohne die vielen freiwilligen Helfer nichts wert.“

Dahme-Spreewalds Landrat war einer von mehreren Gästen des Ehrenamtsempfangs kürzlich in Lübben. Das Diakonische Werk Lübben gGmbH hatte 38 Jugendliche, Frauen und Männer dazu eingeladen. Fast alle sind der Einladung in das Richard-Raabe-Haus in der Kreisstadt gefolgt. „Schön, dass die Diakonie ehrenamtliche Helfer würdigt“, sagt Jana Schimke (CDU). Die Bundestagsabgeordnete hält das für „sinnvoll und notwendig.“

Verdient haben es sich die Geehrten auf jeden Fall. „Sie sind das ganze Jahr über fleißig, wirken oft unauffällig im Hintergrund, sind aber eine große Stütze unserer hauptamtlichen Mitarbeiter“, sagt Heike Kötter, Regionalleiterin der Diakonie in Lübben. Birgit Kaselow vom Migrationsfachdienst schlägt in die gleiche Kerbe: „Ohne ehrenamtliche Helfer geht nichts. Deshalb würdigen wir ihr Engagement seit vielen Jahren.“ Jana Schimke ist von „der Vielfalt der Aktivitäten und davon, dass sich alle Generationen einbringen, begeistert“.

Die Geehrten engagieren sich etwa als Übersetzer, betreuen die Teestube, geben Musikunterricht, sind in Sportgruppen oder anderen Projekten aktiv, begleiten bei Behördengängen. Und sie helfen ehrenamtlich in der Sozialstation und der Tagespflege. „Sie bringen Zeit und vor allem Kraft für andere Menschen auf“, sagt Thomas Köhler, Superintendent des Kirchenkreises Niederlausitz.

Jana Schimke ist überzeugt, „dass die Kraft für das Ehrenamt aus jedem selbst heraus entsteht. Es sind oft die einfachen Dinge wie ein freundlicher Händedruck oder ein dankbares Lächeln, die freiwilligen Helfern die Kraft geben, sich trotz Höhen und Tiefen für andere Menschen zu engagieren.“ Die Bundespolitikerin hat aber auch festgestellt, „dass zunehmend Leute fragen, was sie für ihr ehrenamtliches Engagement bekommen. Ich halte das für eine bedenkliche Entwicklung. Für mich ist das Ehrenamt eine Bürgerpflicht. Es gehört zu unserer Gesellschaft einfach dazu.“

Doch die Christdemokratin wird auch positiv überrascht: „Wenn ein Sturm wie die Flüchtlingswelle über unser Land zieht, helfen viele Menschen. Deutschland ist ein Land des Ehrenamts.“

Für die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) steht dennoch fest: „Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, macht ein Ehrenamt auch Spaß.“ Ihr reicht es nicht, nur „danke und toll“ zu sagen. Sie mache sich deshalb stark etwa für eine angemessene Bezahlung der Pflegekräfte: „Die Diskussion darüber hat begonnen.“

Michael Hase überbrachte die Grüße des Lübbener Bürgermeisters Lars Kolan (SPD). Für den neuen Fachbereichsleiter „Zentrale Dienste“ ist „der Dank die Antriebsfeder für ehrenamtliches Engagement. Es muss nicht immer Geld sein, was wir dafür ohnehin nicht haben.“

Landrat Stephan Loge ist optimistisch, dass sich Bürger auch weiterhin ehrenamtlich engagieren: „Ihnen ist es ein Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen.“ Wie nötig das ist, sehe er an der Tafel, wo Lebensmittel für ein geringes Entgelt verteilt werden: „Immer mehr Leute sind darauf angewiesen.“ Für ihn sind deshalb ehrenamtliche Helfer unverzichtbar. Er hatte für jeden Geehrten einen Kalender mit Motiven aus dem Dahme-Spreewald-Kreis dabei.

Während des Ehrenamtsempfangs wurde zudem deutlich, dass ehrenamtliches Engagement offenbar vererbt wird, zumindest motiviert, sich selbst freiwillig einzubringen.

Mit Rosemarie, Ines und Sophie wurden gleich drei Generationen der Familie Margraf geehrt. Sie engagieren sich in der Flüchtlingshilfe. Auch Galina Forot sowie ihren Kinder Elena und Erich wurde für ihren freiwilligen Einsatz in diesem Bereich gedankt. Unter den Geehrten sind Bürger der Region, die erstmals eingeladen wurden, aber auch Leute, die sich seit vielen Jahren für andere Menschen engagieren. „Ich hoffe, sie bleiben alle weiter motiviert“, sagt Jana Schimke.

Die Musik des Kantors Johannes Leonardy sowie das lecker Buffet während der Veranstaltung dürften dazu beitragen.