Von Ingvil Schirling

Die neue Beigeordnete und Dezernentin für Verkehr, Bauwesen und Umwelt könnte Heike Zettwitz heißen. So lautet der Vorschlag von Landrat Stephan Loge (SPD), den die Abgeordneten im Kreisausschuss diese Woche einstimmig an den Kreistag weiterleiten. Wird sie dort gewählt, dann tritt sie die Nachfolge des zu Jahresanfang wegen Untreue-Vorwürfen abgewählten Chris Halecker (Die Linke) an.

Heike Zettwitz leitet derzeit das Dezernat 3 im Landkreis Görlitz, zu dem unter anderem das Umwelt- und Bauaufsichtsamt, das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt sowie weitere Verwaltungsbereiche gehören. Geboren wurde sie 1965 in Görlitz, wuchs nördlich davon auf und sei, sagte sie in ihrer Vorstellung vor den Abgeordneten, in ihrer Kindheit kirchlich geprägt worden, was sie ein Leben lang begleitet habe. Sie studierte Geografie in Halle und Berlin, befasste sich danach beruflich zunächst mit den Auswirkungen des Bergbaus auf die Siedlungsstrukturen. Ihre beruflichen Stationen erstrecken sich über die Regionalplanung, das Innenministerium und die sächsische Staatskanzlei bis zur Leitung des sechs Ämter umfassenden Dezernats in Görlitz, das sie Anfang 2016 übernahm.

Sie wünsche sich mehr Gestaltungsfreiheit in ihrer Arbeit, begründete sie ihre Bewerbung in Dahme-Spreewald. Es herrsche aktuell „ein derartiger Sparzwang“ im Landkreis Görlitz, dass kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden seien. Aus Sicht eines einer „strukturell benachteiligten Region“ sei der Landkreis Dahme-Spreewald ein „Sahnestückchen“, in dem sie gerne Neues entwickeln und voranbringen würde, sagte sie und nannte beispielhaft die Verkehrsinfrastruktur von der Schiene über die Straße bis hin zu den Radwegen und der touristischen Entwicklung. Ihr wäre wichtig, die Speckgürtel-Entwicklung in die Fläche hineinzutragen. Persönlich wolle sie mit dem Wechsel örtlich näher an ihre Tochter heranrücken, die in Berlin studiere.

Einzige Nachfrage der Abgeordneten dazu war, wann das denn geschehen würde, erkundigte sich Karl-Uwe Fuchs (CDU/FDP/Bauern). Anvisiert werde, die Wahl vorausgesetzt, der 1. November, hieß es darauf.

Landrat Stephan Loge kündigte in diesem Zusammenhang an, die Dezernatsstrukturen, „wie sie jetzt sind, erst einmal zu belassen“.

Die offizielle Wahl der Beigeordneten steht für den 11. September auf der Tagesordnung des Kreistags. Dieser beginnt um 16 Uhr im Sitzungssaal an der Lübbener Reutergasse.