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| 17:23 Uhr

Busfahrermangel macht Sorgen
Busfahrer verzweifelt gesucht

 Siegfried Richter (Geschäftsführer RVS), Lutz Strohschein (Leiter Marketing RVS) und Christian Jank (beim Landkreis zuständig für den ÖPNV) haben für den Busverkehr in Dahme-Spreewald schon einiges erreicht – aktuell aber dennoch Sorgen. Denn der RVS gehen die Busfahrer aus.
Siegfried Richter (Geschäftsführer RVS), Lutz Strohschein (Leiter Marketing RVS) und Christian Jank (beim Landkreis zuständig für den ÖPNV) haben für den Busverkehr in Dahme-Spreewald schon einiges erreicht – aktuell aber dennoch Sorgen. Denn der RVS gehen die Busfahrer aus. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Lübben/Luckau. 20 Busfahrer fehlen bei der RVS, Linien fallen aus. Der Süden des Landkreises ist zwar nicht akut betroffen, doch die Entwicklung macht Sorgen. Von Ingvil Schirling

Der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald fehlen Busfahrer. Vor allem im Norden des Landkreises fallen daher immer wieder ganze Linien aus. Für den Süden kann Lutz Strohschein von der RVS nur teilweise Entwarnung geben – vor allem mit Blick auf den bevorstehenden Generationswechsel.

Die akute Not beziffert die Märkische Allgemeine Zeitung auf 20 fehlende Busfahrer. Das hatte bis in den Kreistag Dahme-Spreewalds hinein vergangene Woche für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Doch das Problem ist nicht neu. Das Unternehmen hat schon Vieles angeschoben, um Busfahrer zu finden. Neu ist, dass aufgrund des Mangels an Fahrpersonal – sowohl im Unternehmen als auch auf dem Markt an sich – jeder Krankheitsfall so ins Kontor schlägt, dass ganze Linien infrage stehen.

Bei der Frage, welche Tour dann ausfallen muss, weil keiner mehr da ist, der den Wagen steuert, „achten wir peinlich genau darauf, dass es Alternativen gibt“, sagt Lutz Strohschein von der RVS. Deshalb spielen sich die Ausfälle, die wiederum fast täglich auf der Internetseite des Unternehmens zu finden sind und aktuell die Linien 743 und 744 im Raum Großziethen betreffen, bisher ausschließlich im Norden des Landkreises ab – wo Betroffene zur Not auf die S-Bahn ausweichen können.

Daraus speist sich die „teilweise“ Entwarnung für den Süden des Landkreises. Denn Fahrgäste, ob groß oder klein, aus Goßmar oder Groß Leine können kaum auf Alternativen außerhalb der RVS oder des Bürgerbusses umsteigen. Der Schulbusverkehr gilt indessen als abgesichert, unterstreicht das Unternehmen.

Das kann es auch deshalb, weil es sich in den vergangenen Jahren einiges hat einfallen lassen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Verwaltung und Werkstatt haben, wo immer möglich, Busführerscheine abgelegt und lenken die ein oder andere Tour in solchen Krisensituationen oft schon vor oder nach der eigentlichen Schicht, zählt Lutz Strohschein ein Beispiel auf. „Außerdem haben wir einige Senioren, die für uns fahren und sich ein bisschen was dazuverdienen. Das ist für uns total lieb. Wir brauchen das auch ganz dringend“, sagt er voller Respekt für diese Einsätze im Ruhestand.

Im April startete das Unternehmen eine offensive Öffentlichkeits-Kampagne für Quereinsteiger: Menschen, die in ihren aktuellen Berufen nicht mehr so ganz glücklich sind, können auf RVS-Kosten den Busführerschein machen und einsteigen.

Das Tochterunternehmen des Landkreises sieht eine der wenigen Grenzen dabei in der Beherrschung der deutschen Sprache. „Dieser muss der Bewerber absolut mächtig sein“, sagt Lutz Strohschein und erzählt das Beispiel eines Bewerbers aus London. „Wir hatten aufgrund seiner Erfahrung absolut keinen Zweifel, dass er hier fahren könnte. Aber er sprach eben noch nicht gut genug Deutsch“, summiert er.

Darüber hinaus sucht die RVS auch Azubis und bildet sie aus, zahlt übertariflich – doch egal, an welchem Ende man es anfasst, läuft das Problem auf die Marktlage hinaus. Die geringe Arbeitslosigkeit und die Konkurrenz anderer Angebote bringt das Unternehmen aktuell an seine Grenzen.

Per Dringlichkeit wollte die UBL daher das Thema im Kreistag diskutiert wissen – doch die Mehrheit entschied dagegen. In den kommenden Fachausschüssen wird der RVS-Engpass aber wohl intensiv diskutiert werden. Denn eine Antwort auf die Frage, wie beim anstehenden Generationswechsel für die Busfahrer, die in den Ruhestand gehen, jüngere Nachfolger gefunden werden, hat bislang niemand.