Findet das Spreewaldfest in diesem Jahr statt? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Lübbener, sondern auch alle, die als Händler, Künstler oder Techniker in das Lübbener Stadtfest eingebunden sind. „Rund 30 000 Besucher kommen dafür nach Lübben“, schätzt Marit Dietrich, Geschäftsführerin der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH (TKS).
Seit 1998 organisiert die TKS unter anderem diese Veranstaltung. Und bisher ist das Spreewaldfest nur zweimal ausgefallen – wegen eines Spreehochwassers und nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Seit 2019 wird Spreewaldfest 2020 organisiert

Bei Noris Schenk von der TKS laufen die Fäden zusammen. Sie hat wie üblich schon nach dem Stadtfest im vergangenen Jahr mit der Planung für das 43. Spreewaldfest 2020 begonnen. Das Gerüst für das Programm stand. Seit Ende Februar war klar, dass die Münchner Freiheit das Abschlusskonzert am Sonntagabend spielt. Aber dann kam das Corona-Virus und mit ihm die Kontaktbeschränkungen, Abstandsvorschriften und Verbote für Konzerte, Treffen und Vereinsaktivitäten.
Zu diesem Zeitpunkt war völlig unklar, welche Konsequenzen sich daraus für das Spreewaldfest am dritten September-Wochenende ergeben würden. „Deshalb haben wir ab Mitte März die Planung ruhen lassen“, sagt Dietrich. TKS-Mitarbeiter waren in Kurzarbeit.
Derweil wurden die Lübbener Kahnnacht und das Summer Island Open Air auf das nächste Jahr verschoben. Eine Konsequenz aus der Festlegung, dass Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis zum 31. August nicht stattfinden dürfen.
Städte wie Vetschau oder Hoyerswerda, deren Feste am ersten und zweiten September-Wochenende geplant waren, sagten ihre Feiern ab.

Nach Pfingsten fiel Entscheidung Planung fortzusetzen

In Lübben setzten sich die Organisatoren am Dienstag nach Pfingsten zur Beratung zusammen. TKS, Bürgermeister, Ordnungsamt, die Rechtsabteilung, aber auch langjährige Partner, die sich um Catering, Händlermanagement, Sicherheitskonzept oder als Schausteller um den Rummel kümmern, waren dabei. „Gemeinsam wurde entschieden, weiter für das Spreewaldfest in diesem Jahr zu planen“, sagt die TKS-Geschäftsführerin.
Der finanziellen Schaden, der durch eine Absage vonseiten der Stadt entstehen würde, sei schwer zu beziffern, so Dietrich. In jedem Fall hat die TKS aber bereits personellen Aufwand bei der Vorbereitung gehabt. „Würde das Verbot von Großveranstaltungen in den September hinein verlängert, bliebe eine Absage ohne finanzielle Folgen für die Stadt“, ergänzt sie.
Trotzdem werde die TKS nicht bis zum letzten Moment warten. „Spätestens am 31. Juli treffen wir die endgültige Entscheidung“, so Dietrich.

Bildergalerie

Drei Monate Planungsrückstand aufholen

Für Noris Schenker heißt das: weiter planen. „Durch die Pause haben wir fast drei Monate verloren“, sagt sie. Normalerweise wäre im Mai alles fertig und das Programmheft könnte vorbereitet werden. Schenker ist in diesen Wochen aber noch dabei mit allen Künstlern und Verein die nötigen Verträge zu schließen. „Partner, die uns seit Jahren beim Spreewaldfest begleiten, haben wir auch während der Pause ständig informiert“, erklärt sie. „Sie sind nun sehr glücklich und freuen sich, dass es weitergeht.“
Aber es gibt auch Unsicherheiten. Viele Vereine konnten in den vergangenen Wochen nicht trainieren, ob sie beim Fest auftreten werden, sei deshalb unklar. Geplant sei auch ein Besuch des Spielmannszuges aus Wolsztyn, wobei im Moment noch nicht klar ist, ob es wirklich klappen wird. Trotzdem muss die Organisatorin im Programmablauf einen Puffer für den Auftritt lassen.

Programm folgt traditionellem Ablauf

Am traditionellen Ablauf des Spreewaldfestes wird sich in diesem Jahr aber nichts ändern. Wie Noris Schenker erklärt, gibt es am Freitag das Chorkonzert in der Paul-Gerhard-Kirche und am Samstag, 10 Uhr die Schlüsselübergabe an die Liuba.
Musikalisch sind bereits Biba und die Butzemänner, The New Hornets und Weitersagen singt Westernhagen gebucht. Ebenfalls fest geplant sind Spreewaldmarkt und Spreewaldrevue, das Kinderfest am Samstagnachmittag in diesem Jahr mit „Zwulf – Hits für Kids“, Kinderland und Trödelmark auf der Schlossinsel, die Karussells der Schausteller oder die Lasershow am Samstagabend sowie der Kahnkorso am Sonntag. „Neu soll in diesem Jahr der ökumenische Gottesdienst auf dem Markt sein“, ergänzt Marit Dietrich.

Absage wäre kein Ausfall sondern Verschiebung

Ob das Spreewaldfest – so es stattfinden kann – als eines der wenigen in diesem Jahr zu einem besonderen Magnet wird, lässt sich im Moment noch nicht abschätzen. Die TKS-Geschäftsführerin rechnet jedoch mit Besucherzahlen, wie in den vergangenen Jahren auch. „Die Menschen wünschen sich Normalität und mehr Miteinander“, sagt sie. Und sollte es, bedingt durch die Corona-Pandemie, im September weiterhin Einschränkungen und Abstandsgebote geben, werde das Stadtfest ins kommende Jahr verschoben, so Dietrich. Die Verträge sind bereits so formuliert.
Egal, wie es kommt: Lübben ist vorbereitet.

TKS sucht Bühnenbetreuer


Nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter sind beim Spreewaldfest viele Menschen im Einsatz. Nur im Zusammenspiel aller entsteht für das Publikum das besondere Erlebnis. Unter anderem bei der Bühnenbetreuung sind die Mitarbeiter der TKS auf Hilfe angewiesen. Wie Noris Schenker erklärt, werden mindestens Personen gesucht, die am Samstag und Sonntag die Künstler hinter der Bühne betreuen. „Es geht darum, den Ablauf des Bühnenprogramms sicherzustellen“, sagt sie. Konkret bedeutet das als „Mädchen für alles“, die Künstler zu begrüßen, in die Garderobe einzuweisen und vor allem auf den Zeitplan zu achten. „Der- oder diejenige soll dafür sorgen, dass sich die Künstler wohlfühlen und sich gut behütet wissen“, sagt die erfahrene Organisatorin. Wer interessiert ist, kann sich direkt bei Noris Schenker von der TKS melden, Telefon 03546 225025.