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Kreisstadt wächst
"City-Management stünde Lübben gut zu Gesicht"

Lübben. Entgegen früheren Prognosen wird die Spreewald- und Kreisstadt Lübben (Dahme-Spreewald) im Jahr 2030 nicht mehr nur 12 500 Einwohner haben, sondern rund 15 000. Die Kreisstadt wächst wieder und will mit ihren inzwischen 14 100 Einwohnern und jährlich Tausenden Touristen gut versorgt werden.

Kann ein City-Management dabei helfen? Die RUNDSCHAU sprach darüber mit Lübbens Bürgermeister Lars Kolan.

Herr Kolan, in der Kreisstadt Lübben wird laut über ein Citymanagement nachgedacht. Warum?
Kolan: Wir haben das Thema Citymanagement schon länger auf der Tagesordnung. Als wir das Einzelhandels- und Zentrenkonzept für die Stadt Lübben und das touristische Organisations- und Entwicklungskonzept erstellt haben, ist die Diskussion noch einmal befeuert worden. Zudem fördern Bund und Land den Einsatz von Citymanagern über das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Die Fördergebietskulisse ist deckungsgleich mit der Innenstadt Lübbens. Das beflügelt natürlich die Überlegungen, uns einen speziellen Kümmerer an die Seite zu holen. Wir haben Problemstellen insbesondere in der Handelslandschaft, die besondere Zuwendung benötigen, aber auch eine Entwicklung, die es zu halten und auszubauen gilt. Lübben wächst.

Was kann ein Citymanagement da tun?
Kolan: Viel Gutes hoffen wir. Ein City-Manager oder eine City-Managerin soll die Innenstadt stärken, Akteure zusammenführen, die Fäden in der Hand halten. Wir wünschen uns einen Koordinator und Motivator, Initiator und Trendsetter, der der Stadtverwaltung und den engagierten Vereinen und Interessengemeinschaften selbstständiger Unternehmer ein guter Partner ist im gemeinsamen Bemühen, unsere Innenstadt attraktiv zu halten. Wenn eine gute Zusammenarbeit gelingt, dann kann man was bewegen. Immer mit dem Blick auf die Ziele der Einzelhandels- und Zentrenentwicklung und der touristischen Entwicklung bis hin zu barrierefreien Rad- und Fußwegen und einem abgestimmten Wegeleitsystem, der Entwicklung von Wohnungsbaustandorten oder Parkplatzangeboten für Pendler am Bahnhof und abgestimmter Baustellenplanung - all das sind Themen, die wir anpacken müssen und sinnvoll verzahnen möchten. Dafür würde der Stadt Lübben ein City-Management gut zu Gesicht stehen. Und das sollte auch mit einer gewissen Summe an Bordmitteln ausgestattet sein.

Wann könnte es denn losgehen?
Kolan: Wir sind noch in der Entscheidungsfindung. Derzeit bereiten wir gemeinsam mit der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die uns auch beim Stadtumbau berät, die Ausschreibung vor und klären letzte Modalitäten. Entgegen ersten Annahmen wird der Citymanager nicht als Angestellter der Verwaltung tätig sein, sondern unabhängig. Wir müssen eine freiberufliche Tätigkeit ausschreiben.

Mit Lars Kolan

sprach Beate Möschl