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Chance für Waldower Gemeinschaftshaus

Der Bau eines Gemeinschaftsdomizils in Waldow scheint möglich. „Wir haben kürzlich erfahren, dass es Fördermittel über das Leader-Programm gibt“, sagte Unterspreewalds Bauamtschefin Michaela Schudek während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Schönwald. Von Andreas Staindl

Gefördert werden der Bauamtsleiterin zufolge allerdings keine separaten Dorfgemeinschaftshäuser, sondern multifunktionale Lösungen. Eine solche könne nach Ansicht der Bauamtsleiterin als Anbau an das Feuerwehrgerätehaus realisiert werden, das derzeit neu gebaut wird (die RUNDSCHAU berichtete). Sie habe schon mehrere Fördermittelanträge für einen 130 Quadratmeter großen Anbau an das Gerätehaus gestellt. "In diesem Jahr", so ihre Information, "ist allerdings keine Förderung mehr möglich." Runde SacheHeiko Brademann (Wählergruppe Waldower Fastnachtsverein) findet die Idee gut: "Ich kann mit dem Standort auf dem Sportplatz leben", so der Gemeindevertreter. "Gemeinsam mit dem neuen Spielplatz wird die Sache dort rund." Waldows Ortsvorsteher Waldemar Lehmann, der für den Fastnachtsverein auch im Gemeinderat sitzt, ist gegen einen Anbau an das Feuerwehrgerätehaus: "Damit würden wir die Waldower Bürger weiter verprellen", sagte er. "Sie wollen kein Gemeinschaftsdomizil am Rand des Dorfes, sondern in der Parkstraße 1 im Ortskern." Das kommunale Gebäude bewegt die Gemüter seit Monaten. Eine Bürgerinitiative will das Objekt sanieren und als Dorfgemeinschaftszentrum umbauen lassen (die RUNDSCHAU berichtete). "Das wird in vielen Jahren noch nicht", sagte der Waldower Rainer Kleemann (Dorferneuerung Schönwald). "Wir haben kein Geld für die Sanierung der Parkstraße 1. Warum? Wollen wir nicht die Förderchance für den Anbau auf dem Sportplatz nutzen?" Heiko Brademann ist der Ansicht: "Wir sollten den Waldower Bürgern deutlich sagen, welche Chancen es für einen Anbau auf dem Sportplatz gibt und wie realistisch der Umbau des Gebäudes in der Parkstraße 1 ist." Die benannte Michaela Schudek klar: "Für den Anbau an das Gerätehaus gibt es eine Förderung, für den Umbau der Parkstraße 1 dagegen nicht. Wir sollten mit dem Gemeinschaftsdomizil dorthin gehen, wo es auch Fördermittel gibt", so die Bauamtschefin. Die Variante auf dem Sportplatz habe Synergieeffekte, da beispielsweise der Sanitärtrakt gemeinsam genutzt würde. Für Rainer Kleemann wäre es ohnehin unverständlich, "wenn ein kleiner Ort wie Waldow zwei kulturelle Zentren haben würde". Waldemar Lehmann aber kämpft um das sanierungsbedürftige Objekt an der Parkstraße, "weil es zentral liegt und von unseren Bürgern besser angenommen würde".Von Dingen trennen Guido Mietke (Wählergruppe Dorfgemeinschaft) kann nicht verstehen, "warum wir eine Wahnsinnssumme in die Parkstraße 1 stecken sollten, wenn der Anbau auf dem Sportplatz zum halben Preis möglich ist? Man muss sich auch mal von Dingen trennen, wenn sie finanziell nicht zu halten sind." Die Sanierung und der Umbau des kommunalen Gebäudes im Ortszentrum würde nach Schätzung der Bürgerinitiative etwa 220 000 Euro kosten, nach Ansicht der Amtsverwaltung jedoch rund das Dreifache. Wie Michaela Schudek sagte, seien finanzielle Mittel für die Planung des Anbaus in den diesjährigen Haushalt der Gemeinde Schönwald eingestellt. "Wenn die Waldower aber den Anbau an das Feuerwehrgerätehaus und damit eine Förderung von mehr als 60 Prozent nicht wollen, können wir die geplanten Mittel auch wieder aus dem Haushalt streichen", sagte der Gemeindevertreter Steffen Drannaschk (Wählergruppe Dorfgemeinschaft). Der Haushalt 2009 der Gemeinde muss noch beschlossen werden.