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| 18:05 Uhr

Guhlen
CEP-Projekt wird immer skeptischer gesehen

 Die Bürgerinitiative ruft auf, gegen Gasbohren ein Zeichen zu setzen .
Die Bürgerinitiative ruft auf, gegen Gasbohren ein Zeichen zu setzen . FOTO: Kühl
Niewisch. Bürgerinitiative gegen Gasbohren  im Spreewald sieht kaum positive Effekte für die Region.

Mitglieder der Bürgerinitiative „Gegen Gasbohren im Oberspreewald“ und deren Gäste haben sich kritisch mit dem Vorhaben der deutsch-kanadischen Firma Central European Petroleum (CEP), auseinandergesetzt. Der Investor sucht in der südlichen Schwielochseeregion seit 2012 Erdgas, Erdöl und Kondensat auf. In Guhlen betreibt das Unternehmen einen Bohrplatz.

Im Rahmen einer Infoveranstaltung, zu der die Bürgerinitiative ins Gasthaus Schwielochsee in Niewisch eingeladen hatte, wurden zunächst Ausschnitte der TV-Dokumentation „Die Tricks der Öl- und Gaskonzerne – verschmutzen und verharmlosen“ (NDR März 2018) gezeigt.

Im Anschluss fassten die BI-Mitglieder Isabell Hiekel (Mitglied im Sprecherrat der BI) und Gustav Daniel die Argumente der BI gegen das CEP-Vorhaben zusammen. Dazu zählen Sorgen über gesundheitliche Gefahren, Risiken für Natur und Umwelt, Bremseffekte für die touristische Entwicklung und Risiken bei der Gefahrenabwehr.

Nach Ansicht von Rainer Hilgenfeld, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee und Mitglied in der BI, sind durch das CEP-Projekt kaum positive Effekte auf die lokale Wirtschaft spürbar, auch in Zukunft nicht. Die Nachteile überwögen bei Weitem.

Durch die Etablierung von Industriestrukuren werde die gemeinsame, kreisübergreifende Entwicklung des Tourismus gestört. Als Beispiel nannte Hilgenfeld den Ausbau der Personenschifffahrt in Kooperation mit den Nachbarkommunen Friedland, Beeskow und Tauche.

Friedlands Bürgermeister Thomas Hähle bekannte, einen inneren Kurswechsel vollzogen zu haben. Er habe das CEP-Projekt anfangs für eine Chance der wirtschaftlichen Entwicklung in einer ansonsten schwach entwickelten Region gesehen. Inzwischen sieht er, ähnlich wie viele andere Bürger, das Vorhaben eher skeptisch. „Jedes Stück Wirtschaft ist hier wichtig, es muss aber nicht unbedingt Gas und Öl sein.“

Mitglieder der Bürgerinitiative haben nun dazu aufgerufen, gelbe Kreuze als Zeichen des Protests gegen das CEP-Vorhaben in den Dörfern aufzustellen, ähnlich, wie es beim Protest gegen die Verpressung von CO2 im Raum Beeskow 2010 bis 2013 praktiziert wurden war. Harry Jelowik, Mitglied des BI-Sprecherrats, schlägt vor, im Falle neuer Seismik-Untersuchungen ein Betreten privater Grundstücke zu untersagen.