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Pflege
Abschied mit lachendem und weinendem Auge

Ein Präsent für Carola Kossatz (li.). Sie verlässt die Tagespflege der Diakoni Lübben. Carola Graßmann (re.) verabschiedet die Ehrenamtliche.
Ein Präsent für Carola Kossatz (li.). Sie verlässt die Tagespflege der Diakoni Lübben. Carola Graßmann (re.) verabschiedet die Ehrenamtliche. FOTO: Andreas Staindl / Staindl Andreas
Lübben. Carola Kossatz war seit 2011 die „Gute Seele“ der Diakonie-Tagespflege Lübben. Jetzt hört sie auf.

Abschied ist immer schwer. Dieser wohl noch bisschen mehr. Carola Kossatz (64) verlässt die Tagespflege der Diakonie in Lübben. Seit 2011 hat sie sich dort engagiert. Ehrenamtlich. „Wir werden sie vermissen“, sagt Carola Graßmann. Die Leiterin der Tagespflege hat die Lübbenerin mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“ verabschiedet. Im Kreise der Tagesgäste-dort, wo sich Carola Kossatz am wohlsten gefühlt hat. „Die Gäste sind mir ans Herz gewachsen“, sagt sie. „Auch zu den Mitarbeitern hatte ich ein herzliches Verhältnis.“

Jetzt ist Schluss. Die 64-Jährige will sich nun mehr um ihre Familie kümmern. Sieben Enkel wollen begleitet werden - vier eigene, drei von ihrem Lebenspartner. „Ich verstehe ihre Entscheidung“, sagt Carola Graßmann. Und doch schwingt Wehmut mit. Carola Kossatz wird nur schwer zu ersetzen sein. Dass, was sie ehrenamtlich geleistet hat, verlangt größten Respekt. Von Montag bis Freitag war sie jeweils zwischen sieben und zehn Uhr in der Tagespflege - oft früh die Erste. Die 64-Jährige hat die Gäste in Empfang genommen, ihnen das Frühstück zubereitet und sie bei der Nahrungsaufnahme unterstützt. „Ich möchte nicht wissen, wie viel Tee und Kaffee sie gekocht, wie viele Brote sie geschmiert hat“, sagt die Leiterin der Tagespflege. Sie wird nicht nur diesen ehrenamtlichen Service vermissen, sondern auch „die vielen netten und anregenden Gespräche, die Carola Kossatz mit unseren Gästen und uns Mitarbeitern geführt hat“.

Auch die 64-Jährige blickt dankbar zurück: „Mein Engagement hat mir geholfen, meine eigenen Probleme zu bewältigen.“ Dass ihr Mann vor einigen Jahren verstoben ist, war ein herber Verlust für sie. Die Aufgabe bei der Diakonie gab ihrem Leben wieder einen Sinn: „Ich hatte es allein zu Hause nicht mehr ausgehalten. Die Wochenenden ohne Tagespflege waren schon schlimm genug.“ Die Arbeit  ist ihr nicht schwer gefallen: „Ich kann gut mit älteren Menschen umgehen.“ Carola Kossatz ist gelernte Verkäuferin, hatte vor der Diakonie aber schon fünf Jahre lang in der Pflege gearbeitet. Knapp sieben weitere Jahre sind dazugekommen. Und:. „Wenn Not ist, bin ich wieder hier.“