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| 02:49 Uhr

Carl Anwandter und Robinson Crusoe auf einer Tour

Einmal um die halbe Welt gereist: Hagen Rittel berichtete den Calauer Heimatfreunden von den Erlebnissen aus der zweiten Heimat von Carl Anwandter und Robinson Crusoe.
Einmal um die halbe Welt gereist: Hagen Rittel berichtete den Calauer Heimatfreunden von den Erlebnissen aus der zweiten Heimat von Carl Anwandter und Robinson Crusoe. FOTO: Matthias Nerenz/mnn1
Calau. Carl Anwandter und ein Besuch auf der Robinson-Crusoe-Insel standen im Mittelpunkt des Heimatstammtisches im Hotel zur Post. Der Spremberger Lehrer Hagen Rittel, der auch als Nachtwächter Kulke bekannt ist, schilderte lebhaft seine Reiseerlebnisse aus dem Andenland. Stephan Uhlig/stu1

"Ich hatte schon lange nicht mehr so aufmerksame Zuhörer", lobte Hagen Rittel die Calauer Heimatfreunde. Das war auch kein Wunder, denn der Vortrag fesselte die Zuhörer. Es war mucksmäuschenstill. "Faszinierend, wie Herr Rittel seine persönlichen Erlebnisse beschreibt und immer wieder Blickpunkte anspricht, die ja auch für uns interessant sind", stellte Erika Panzer vom Freundeskreis Calau - Valdivia fest.

Hagen Rittel untermalte seine Reisebeschreibung nicht nur mit imposanten Fotos, sondern gab seinen Gästen mit der Gitarre unterm Arm auch noch eine Live-Zugabe mit spanischer Folklore. Für einige Calauer war Hagen Rittel kein Unbekannter, denn vor seiner Tour in das Andenland suchte er Kontakte in Calau, die er bei Dietmar Kuhring, dem Schulleiter der Carl-Anwandter-Grundschule, fand.

Als Dank richtete er im Internet einen Blog ein, in dem er täglich die Kollegen in Deutschland auf dem Laufenden hielt. "Das war lustig. Wir sind in dieser Zeit jeden Tag etwas eher zur Schule gegangen, um früh noch schnell die neusten Abenteuer von Hagen Rittel zu lesen", sagte Hilmar Severin.

Vom Flughafen Tegel ging es über Paris nach Santiago. Von dort wollten sie das Land erkunden. "Auf Anwandters Spuren unterwegs zu sein hieß für uns, auch auf den Spuren der Deutschen in Chile unterwegs zu sein", sagte Hagen Rittel. Viele Deutsche hat es seinerzeit nach Südamerika gezogen. Sie fassten dort Fuß und bewegten viel. Das wiederholte sich in späteren Epochen. Im Ersten Weltkrieg wurde die S.M.S. Dresden, ein kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, vor der Robinson-Crusoe-Insel versenkt. Die Matrosen blieben größtenteils dort und wurden Chilenen.

In fast allen Landesteilen trifft man auf deutsche Kultur. Vor Ort stattete Hagen Rittel dem CONDOR, einer deutschsprachigen Zeitung in Chile, einen Besuch ab.

Der richtige Abenteuerurlaub begann in der Atacama-Wüste, zwischen Staub und Hitze, zwischen heißen Geysiren und Flamingos. Für die Calauer Gäste atemberaubend war ein Video vom Anflug und der Landung auf der Robinson-Crusoe-Insel. "Uns ging es mindestens so wie ihnen jetzt", sagte Hagen Rittel augenzwinkernd. Immer wieder folgten nicht nur prächtige Bilder mit Postkartenmotiven, sondern auch imposante Beschreibungen von den Begegnungen mit den herzlichen Menschen am anderen Ende der Welt.

Und was wäre eine Reise nach Chile, ohne Valdivia gesehen zu haben? Carl Anwandter wies den Rittels den Weg, natürlich zur Schule, dem "Institut Alemán Carlos Anwandter", mit einer Stippvisite beim Schulleiter, Anwandters Grab und seinem Wohnhaus, was heute zum Museum umgestaltet ist. "Wir freuen uns, dass uns Herr Rittel Fotomaterial von Valdivia für die Anwandter-Ausstellung zur Verfügung stellt", zeigte sich Ortschronistin Erika Förster begeistert.

Am 14. April wird an gleicher Stelle ein weiterer Sohn Calaus gewürdigt. "Anlässlich seines 110. Geburtstags zeigen wir den Film ,Du und ich' mit Joachim Gottschalk", gab der Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Hanisch bekannt.