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| 02:42 Uhr

Cantemus – lasst uns singen

Der Luckauer Kammerchor "Cantemus" hat ein Festkonzert gegeben.
Der Luckauer Kammerchor "Cantemus" hat ein Festkonzert gegeben. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. Mit einem Jubiläumskonzert hat der Luckauer Kammerchor "Cantemus" die Zuhörer auf dem Schlossberg beschenkt. Der Klangkörper hat eindrucksvoll einen Querschnitt durch sein in den zwei Jahrzehnten erarbeitetes vielfältiges Repertoire gegeben. Birgit Keilbach / bkh1

"Cantemus" - "Lasst uns singen". Dies ist nicht nur Motto, sondern zugleich inneres Bedürfnis der Sängerinnen und Sänger dieser einzigartigen Luckauer Chorgemeinschaft. Letzteres hatte vor zwanzig Jahren die ersten Sangesfreudigen zur Gründung bewegt. Aus dem damaligen Musikschulchor ist inzwischen ein weit über die Grenzen der Gartenstadt anerkannter Kammerchor erwachsen. Dieser weiß anspruchsvolle klassische und zeitgenössische Stücke meisterhaft darzubieten, kann jedoch ebenso das Publikum mit Volksliedern anrühren und mit manchem musikalischen Experiment trefflich unterhalten.

Das erlebten die Zuhörer im voll besetzten und passend dekorierten Schlossbergsaal während des Jubiläumskonzertes. Einen Höhepunkt bildete der gemeinsame Auftritt mit rund der Hälfte der insgesamt 60 ehemaligen Chormitglieder.

Sylvia Götze und Norbert Bauer führten die Zuhörer durch die knappen zweieinhalb Stunden des Programms und begrüßten zahlreiche Gäste, darunter den Kulturdezernenten des Landkreises Dahme-Spreewald, Carsten Saß, die Generalsekretärin des Landesmusikrates Brandenburg, Konstanze Sander, Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann und weitere Vertreter chormusikalischer Gremien. Bernd Weinreich, Intendant des Cottbuser Musikherbstes, blickte noch einmal zurück ins Jahr 2006. Damals habe er trotz einer Empfehlung des Cottbuser Komponisten Hans Hütten mit Skepsis das erste Konzert des Luckauer Kammerchores in Zerkwitz besuchte. Danach hatte er seine Meinung gründlich revidiert. "Cantemus war ab diesem Konzert ein fester Begriff." Die Luckauer könnten glücklich sein, einen solchen Klangkörper hier zu haben, betonte Bernd Weinreich und sprach zugleich eine Einladung zum 41. Cottbuser Musikherbst im kommenden Jahr aus.

Luckaus Altbürgermeister Harry Müller würdigte den maßvollen und demütigen Umgang der Sängerinnen und Sänger mit der Chorliteratur. Jeder Einzelne trage zu dieser besonderen Ausstrahlung des Klangkörpers bei, denn über das gemeinsame Singen hinaus seien alle auch familiär verbunden. Die Region profitiere zudem vom sozialen Engagement des Chores. "Cantemus ist ein exquisiter Botschafter Luckaus", hob Harry Müller hervor. So habe dessen Wirken einen entscheidenden Ausschlag dafür gegeben, dass die Musikstiftung für das Land Brandenburg hier in Luckau angesiedelt wurde. Zudem sei es ein Verdienst der engagierten Cantemus-Akteure, dass der diesjährige Landeschorwettbewerb in Luckau stattfand wurde, machte Konstanze Sander bewusst.

2008 hat sich die Chorgemeinschaft als Verein zusammengefunden und der Vorsitzende Martin Pleszewski überreichte 13 Mitgliedern die Ehrennadel für 20 Jahre ununterbrochenen Chorgesang des Brandenburgischen Chorverbandes. Unter kräftigem Beifall des Publikums würdigte der Klangkörper zudem die Leistungen seines musikalischen Leiters Peter Lippold. Musikalisch dankten ihm die Sängerinnen und Nachwuchs-Bariton Vincent Nadoll unter Leitung seiner Stellvertreterin Silke Barteczko. "Das Ständchen" von Franz Schubert mit eigenem Text brachten sie ihm zu Gehör. Schon oft hätten sie es geübt, aber nie zur Aufführung gebracht, begründete Silke Barteczko diesen zusätzlichen und für Peter Lippold überraschenden Programmpunkt.

Als eine der treuesten Zuhörerinnen beschenkte der Klangkörper außerdem Johanna Wieczorek. Auch diese Überraschung war gelungen. Tränen der Rührung flossen bei der 89-jährigen Luckauerin, als ihr Martin Pleszewski das Foto des Klangkörpers überreichte. Sie verpasse kaum ein Konzert, "und viele der ehemaligen Sänger habe ich heute auf der Bühne erkannt", sagte Johanna Wieczorek.

Beeindruckt von der Entwicklung des Chores war auch Petra Hahn aus Cottbus. Als Gründungsmitglied sang sie vor 20 Jahren nur einige Monate mit. "Es ist eine enorme Qualitätssteigerung im Vergleich zu unserer ersten Zeit", resümierte das heutige Mitglied des Kammerchores der Cottbuser Singakademie. In der Intensität sei das Herzblut jedes Sängers zu spüren. Eine solche Leistung zu erreichen, sei vor allem Verdienst des Chorleiters, "denn er muss aus den Tönen der einzelnen Sänger Musik entstehen lassen", erklärte Petra Hahn.