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Unser Dorf hat Zukunft
Byhleguhre zeigt sich bunt trotz grau

Mit einer kleinen Vorführung beeindruckten die Kinder der Kita Lustige Früchtchen während des Juryrundgangs für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Ihr Ziel: Zeigen, dass Byhleguhre-Byhlen eine Zukunft hat, die bei den Kleinsten anfängt.
Mit einer kleinen Vorführung beeindruckten die Kinder der Kita Lustige Früchtchen während des Juryrundgangs für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Ihr Ziel: Zeigen, dass Byhleguhre-Byhlen eine Zukunft hat, die bei den Kleinsten anfängt. FOTO: Ingvil Schirling
Byhleguhre-Byhlen. Dauernieselregen ist vermutlich so ungefähr das letzte, was man sich zum Juryrundgang des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" wünscht. Doch genau das bekamen die Byhleguhrer ebenso wie die Bewertungskommission und ihre Gäste am Dienstagvormittag. Ingvil Schirling

Dennoch vermittelten Jutta Vogel als ehrenamtliche Bürgermeisterin, ihre Mitstreiter und Gäste, dass die Oberspreewald-Gemeinde Zukunft hat.

Der Beweis war spätestens beim Abstecher zum Volleyballplatz des Ortsteils Byhlen erbracht, wo die jüngste Byhleguhrerin die Vorstellung des Byhlener Dorfclubs im Schlaf verfolgte: Carolina Löwa, fünf Monate alt und im warmen Tragetuch ihrer Mutter sicher verstaut, war Teil des Geschehens.

Wie sehr Kinder das Dorfleben mitprägen und frühzeitig in das Miteinander der zahlreichen Vereine, der selbstständigen Betriebe und von Privatleuten eingebunden werden, zeigte ebenso die Präsentation im Jugendclub des Ortes. Jugendsozialarbeiterin Anke Schönmuth hatte Anna-Lena und Hannah, Marlon und Maxim vom Kids-Club eingeladen, diesen zu präsentieren. Vor gar nicht allzu langer Zeit ins Leben gerufen, erfreut er sich großer Beliebtheit. Hier bringen sich die Kinder ein, die schon ein bisschen zu alt für den Hort und noch ein bisschen zu jung für den Jugendclub sind.

Und schon der Kids-Club ist vernetzt mit anderen, etwa der Jugendfeuerwehr. "Es gibt darüber hinaus ein Miteinander der Generationen", sagte Jutta Vogel. Der Kids-Club bastelte beispielsweise für die Weihnachtsfeier der Senioren, der Jugendclub grillte für alle und so weiter.

Unser Dorf hat Zukunft in Byhleguhre FOTO:

Wenige Meter weiter konnte die Bewertungskommission ein Gemeinschaftsprojekt der besonderen Art bewundern. Angesichts des steigenden Ölpreises hatte Rainer Hebler von der Heizungsfirma HKI ein altes Gebäude umfunktioniert und eine Holzhackschnitzelheizung eingebaut, die über einen unterirdischen Anschluss zehn Häuser versorgt. "Es ist die einzige Anlage dieser Art in Brandenburg", sagte er. Genutzt wird an Holz, "was im Wald liegen bleibt, oder Altholz", informierte er.

Wie sich Privatleute mit dem, was ihnen Freude macht, in die Gemeinschaft einbringen, zeigte auch Karsten Kanter. Er entdeckte eines Tages in einem Nachbardorf einen historischen Backofen, den er bei sich auf dem Gehöft aufbaute und damit auch vor dem Verfall rettete. Mit ein bisschen Sauerteig hatte er Brote angesetzt, deren aromatischer Duft trotz des Nieselregens für richtig heimelige Stimmung sorgte.

Neue Wohngebiete, der Leichhardt-Trail, der Kiessee und der Hinweis, dass kaum ein Haus leersteht, die Gemeinde bei jungen Familien sehr beliebt ist, rundeten die Präsentation ab.

Ein angemieteter Kleinbus machte nicht nur die verzweigte Gemeinde mit ihren lauschigen Ortsteilen "erfahrbar", sondern sorgte gemeinsam mit geschickt gewählten Ausstiegspunkten und Unterständen auch dafür, dass die Kommissionsmitglieder die bunte Vielfalt des Dorflebens größtenteils vom Trockenen aus besichtigen konnten.