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Bund hält an Lübbener Umgehungsstraße fest

Lübben. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hält an der Umgehungsstraße für Lübben fest, die derzeit weiter geplant wird. Das geht aus einer kleinen Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor. red/is

Was diejenigen Lübbener freuen wird, die unter der Lärmbelastung vor allem durch die Schwertransporter entlang der Bundesstraße 87 leiden, sorgt bei der grünen Brandenburger Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock für heftige Kritik: "Es ist erschreckend, dass sich Alexander Dobrindt auch bei diesem überflüssigen Straßenbauprojekt allen Erkenntnissen widersetzt und damit kostengünstigere und schnell wirksame Alternativplanungen weiterhin blockiert", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Ortsumgehung Lübben zerstöre die einmalige Kulturlandschaft, schade dem Tourismus und leiste keinen Beitrag zur Lösung etwaiger Verkehrsprobleme. Nabu und die Bürgerinitiative Treppendorf hätten nachgewiesen, so Baerbock weiter, "dass die Bundesregierung das Nutzen-Kosten-Verhältnis nur mit Tricksereien über die Wirtschaftlichkeitsschwelle gehievt hat". Die vorgetragenen Mängel bei der Bewertung des Straßenbauvorhabens seien bis heute nicht entkräftet worden.

Bei der Einweihung des neu gestalteten Lübbener Schlossumfeldes hatte sich LR-Informationen zufolge auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) überzeugt davon geäußert, dass die Umgehungsstraße kommt. Die Grünen sehen das anders: "Unsere Hoffnungen ruhen auf der laufenden Prüfung der Planungsunterlagen durch den Bundesrechnungshof", heißt es abschließend. Noch könne "dieser beispiellose Naturfrevel und die Verschwendung von mehr als 50 Millionen Euro Steuergeld abgewendet werden". Nach der Bundestagswahl müsse die Notbremse gezogen werden.