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| 19:00 Uhr

Lieberose
Die INA hat jetzt ein Zuhause

Die Internationale Naturausstellung INA Lieberoser Heide hat viele Mütter und Väter. Acht Jahre lang kämpften sie um das Großprojekt, das jetzt mit der Büroeröffnung und der Unterzeichnung von Verträgen einen weiteren Meilenstein absolviert hat.
Die Internationale Naturausstellung INA Lieberoser Heide hat viele Mütter und Väter. Acht Jahre lang kämpften sie um das Großprojekt, das jetzt mit der Büroeröffnung und der Unterzeichnung von Verträgen einen weiteren Meilenstein absolviert hat. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lieberose. Büroräume in Lieberose eröffnet. Nun sollen sichtbare Projekte umgesetzt werden. Von Ingvil Schirling

Nach acht Jahren Kampf, Zähigkeit, unendlich viel Überzeugungsarbeit, Rückschlägen und immer wieder Weitermachen hat die Internationale Naturausstellung (INA) Lieberoser Heide am Dienstag einen Meilenstein passiert. Das Großprojekt ist im ersten Stock des ehemaligen Landambulatoriums heimisch geworden. Die Eröffnung der neuen Büroräume nutzten die ebenso neuen Geschäftsführer Joachim Faßmann und Lucas Opitz, beide 29 Jahre alt, um mit zahlreichen Akteuren rund um das facettenreiche Vorhaben ins Gespräch zu kommen, sich vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen. Auf ihren jungen Schultern liegen große Hoffnungen.

Mit der Büroeröffnung erfolgte im Prinzip der Startschuss für die praktische Umsetzung des Projektes. Die Finanzierung ist geklärt, die Gesellschaft gegründet, die Geschäftsführer sowie die Projektleiterin Camilla Grei gefunden. Nun stellt sich die Frage: „Wann wird die erste INA stattfinden?“, sagte Heiko Jahn als Leiter des Geschäftsbereichs Landrat des Dahme-Spreewald-Kreises zur Eröffnung. Auch Olaf Lalk (Beigeordneter des Landkreises Spree-Neiße) sagte: „Wir haben lange dafür gekämpft auf allen Ebenen und in allen Gremien. Wir hatten Mut und waren erfolgreich. Jetzt muss sehr schnell ein Projekt entstehen, das Leute anzieht. Wir müssen diese INA nach außen verkaufen.“ Von einer vorausgegangenen Führung durch das Lieberoser Schloss sei er begeistert gewesen. „Ich bin überzeugt, dass dort die Ausstellungsräume der INA entstehen werden und müssen.“ Auch Bernd Boschan, Amtsdirektor von Lieberose/Oberspreewald, sagte: „Wir brauchen ein erstes Projekt, um die Ziele deutlich zu machen.“

Die Internationale Naturausstellung soll die einmalige, unzerschnittene Landschaft des ehemaligen Truppenübungsplatzes zugänglich und erlebbar machen. Für Generationen für Anwohnern war sie Sperrgebiet. Was sich dort an selten gewordener Fauna und Flora entwickelt hat, soll in verschiedenen Projekten herausgearbeitet werden. In die Entstehung der INA waren viele Einwohner von Anfang an mit eingebunden. „Aus der Region – für die Region“ sei zwar ein Schlagwort, aber trotzdem zutreffend, so Joachim Faßmann als einer der jungen Geschäftsführer. Ebenso wie Lucas Opitz bekam er während der Eröffnung viele Vorschusslorbeeren. Sich für die jungen Leute zu entscheiden, habe ebenfalls Mut erfordert, so Olaf Lalk. Sie hätten jedoch schon einige Ideen eingebracht.

Den Aspekt der Zusammenarbeit strich Andreas Meißner von der Stiftung Naturlandschaften heraus. „Ohne die Landesforst wäre Vieles gar nicht denkbar.“ Die INA soll, berichtete er, ein Baustein im Strukturwandelprojekt der Lausitz sein.

Schlagfertig leitete Ralf Rüthnick als Vertreter der Landesforst zu einem weiteren Meilenstein über. „Ich habe keine Blumen mitgebracht, sondern einen Kugelschreiber“, sagte er. Gut gelaunt unterzeichneten er sowie Andreas Meißner im Anschluss zwei Verträge, die die Kooperation von INA und Landesforst beschreiben und regeln, wie ein Ausgleich zwischen Wildnis und Waldbewirtschaftung erzielt werden soll.

Arne Barkhausen als Leiter der Landeswald-Oberförsterei Peitz sagte: „Ich bin guter Hoffnung, dass die Verträge die Zusammenarbeit zwischen der INA GmbH und der Landesforst auf eine solide Grundlage stellt. Wir können nachhaltige Waldwirtschaft betreiben und haben gleichzeitig den Auftrag einer naturschutzfachliche Orientierung. Das ist anspruchsvoll. Ich finde das aber gut.“ Wie er erklärte, geht es insbesondere darum, über die Waldbewirtschaftung Entwicklungen in der Wildnis auszugleichen und somit insgesamt die Biodiversität, die Vielfalt der Entwicklungen in der Natur, zu erhöhen.

Was nun konkret als erstes Projekt umgesetzt werden soll, das behielten die beiden jungen Geschäftsführer für den Moment noch für sich. Das Schloss Lieberose könnte, so viel ist klar, perspektivisch, aber wohl eher mittelfristig „ein Flaggschiff sein“, sagten die beiden. Doch es müsse auch ein Konzept gefunden werden, wie es nachhaltig betrieben werden kann.