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| 17:17 Uhr

Bürgerforum
Ideen für Groß Leuthen gesammelt

Bürgerversammlung in Groß Leuthen im Gasthaus Beinio: Am Tisch von Viola Lüben ist über Soziales und Kultur diskutiert worden und interessante Vorschläge für das Leben im Ort wurden gemacht. Der Ortsbeirat wird am Mittwoch eine erste Zusammenfassung aller Themen vornehmen.
Bürgerversammlung in Groß Leuthen im Gasthaus Beinio: Am Tisch von Viola Lüben ist über Soziales und Kultur diskutiert worden und interessante Vorschläge für das Leben im Ort wurden gemacht. Der Ortsbeirat wird am Mittwoch eine erste Zusammenfassung aller Themen vornehmen. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Groß Leuthen. Nach der Bürgerversammlung heißt es nun dranbleiben, um den Ort weiterzuentwickeln. Von Ingrid Hoberg

„Offen für Ortsentwicklung“ hat die Initiativgruppe Groß Leuthen die Veranstaltung überschrieben, zu der zahlreiche Einwohner dieses Ortsteils der Gemeinde Märkische Heide und aus weiteren Orten ins Gasthaus Beino gekommen sind. Das Thema bewegt nicht erst seit gestern und es ist eine Entwicklung auf vielen Gebieten, die in Gang kommen muss - wenn Groß Leuthen wieder zu dem werden soll, was es einst war.

Unter dem Motto „Es war einmal in Groß Leuthen“ macht Ortsvorsteherin Christine Exler zunächst einen Exkurs in die Vergangenheit, in der sicher auch nicht alles gut war. Doch es gab manches Bemerkenswerte, das es wieder zu entdecken gibt und das Anregung sein kann für die künftige Entwicklung. Auf einer historischen Postkarte heißt es: „Wie liegt Groß Leuthen so lieblich und schön am See umrandet von waldigen Höh’n. Wie eine Oase im märkischen Sand. Drum wird es die Perle der Lausitz genannt.“ Als Perle der (Nieder-)Lausitz bezeichnete sich auch manch anderer Ort, da waren die Vorfahren nicht zimperlich. Und das dürfen die Groß Leuthener heute auch nicht sein, wenn sie Ideen entwickeln wollen, wie der Ort wieder zu solch einer Perle werden kann.

Reinhard D. Schulz stellt in seinem Vortrag Erfolgsfaktoren für eine Ortsentwicklung vor. Es ist klar, dass die Infrastruktur entwickelt werden muss, nachdem Bäcker, Geldinstitut, Schule und Arztpraxis nicht mehr im zentralen, bevölkerungsreichsten Ort der Gemeinde Märkische Heide zu finden sind. „Wer die Infrastruktur entwickeln möchte, muss zunächst die Wirtschaftskraft aus der Nachfrage von Einwohnern und Touristen fördern“, sagt der in Bückchen ansässige Architekt.

Das sei eine Rückkoppelung: Gäste besuchen Groß Leuthen wegen der Natur, der einzigartigen Lage am See und innerhalb des Landschaftsschutzgebiets. Neue Einwohner würden in den Ort ziehen, weil sie den Abstand zur Großstadt suchen. So sei das Ausweisen von neuem Bauland und das Bauen in der zweiten Reihe sowie das Wiederbeleben von leer stehenden Gebäuden ein entscheidender Faktor.

Dann ist die Diskussion freigegeben und erste Schwerpunkte kristallisieren sich heraus. „Ans KfL-Gelände muss die Gemeinde rangehen und Druck machen“, sagt Monika Müller. Es wäre ein idealer Standort für Wohnen und betreutes Wohnen, wie auch auf dem Plan „Groß Leuthen entwickeln“ dargestellt ist. „Und Einwohner könnte die Gemeinde gewinnen, wenn sich die Bewohner der Bungalow-Siedlung endlich mit ihrem Wohnsitz anmelden dürften.“

Vermisst wird eine Gestaltungssatzung für die Gemeinde, der schlechte Zustand der Gehwege wird kritisiert, Bedenken werden geäußert, dass sich Groß Leuthen allein profilieren will und die anderen Ortsteile außen vor bleiben. Bürgermeisterin Annett Lehmann verweist darauf, dass erst der Auftakt gegeben ist.

Fünf Stehtische sind dann vorbereitet, an denen Mitglieder der Initiativgruppe zu den Themen Bauen und Wohnen, Versorgung und Infrastruktur, Soziales und Kultur, Umwelt und Tourismus sowie Sonstiges als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Es ist eine lange Liste von Wünschen und Anregungen, die zusammengetragen wird und nun erst einmal ausgewertet werden soll.