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| 17:34 Uhr

Annalena Baerbock in Lübben
Ans Buffet ging’s quotenfrei

 Gemeinsam mit Annalena Baerbock (M.) als Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen nutzten die Landtagsabgeordneten Heide Schinowksy (r.) und Benjamin Raschke den Winterempfang im Lübbener Restaurant Spreeblick, um  Mitgliedern und Mitstreitern Danke zu sagen.
Gemeinsam mit Annalena Baerbock (M.) als Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen nutzten die Landtagsabgeordneten Heide Schinowksy (r.) und Benjamin Raschke den Winterempfang im Lübbener Restaurant Spreeblick, um  Mitgliedern und Mitstreitern Danke zu sagen. FOTO: ideengrün.de | markus pichlmaie / ideengrün.de | markus pichlmaier
Lübben. Die Bündnisgrünen hatten für Freitagabend zum Winterempfang in Lübben eingeladen. Mit dabei war Annalena Baerbock. Von Ingvil Schirling

„Man muss sich nicht quotiert anstellen.“ Mit diesem heiteren Hinweis hat Annalena Baerbock im Lübbener Hotel-Restaurant Spreeblick das Buffet eröffnet. Zuvor hatte Landtagsabgeordneter Benjamin Raschke scherzhaft damit gedroht, dass zwischen den rund 70 Gästen und dem quotenfreien Buffet „nur noch“ zwei 45-minütige Reden und das anschließende Konzertprogramm stünden. Damit war die gelöste Atmosphäre perfekt.

Der Schönwalder Grünenpolitiker, der sich derzeit als Spitzenkandidat der Urwahl stellt, gab einen kurzweiligen Abriss der vergangenen vier Jahre bündnisgrüner politischer Arbeit im Landtag und arbeitete sich dabei von den eher gescheiterten Projekten zu den aus seiner Sicht erfolgreichen vor. „Gescheitert sind wir damit, die SPD davon zu überzeugen, dass man das Volksbegehren gegen Massentierhaltung ernst nehmen muss. Es werden immer noch Schnäbel amputiert“, klagte er, und in großen Ställen der Massentierhaltung, aus denen es im Brandfall kein Entkommen gäbe, könnten nach wie vor zahllose Tiere bei Bränden sterben.

Es sei ein Tierschutzplan durchgesetzt worden, doch durch die „Blockadepolitik“ des Agrarministers Jörg Vogelsänger (SPD) sei davon in der Praxis in den Betrieben noch nicht viel angekommen. „Wir müssen also weiter dran bleiben.“ Dafür sei es im Norden Dahme-Spreewalds gelungen, die ungenehmigte Schlachtung von Zehntausenden Tieren täglich beim Wiesenhof-Konzern zu unterbinden. Und in Vetschau in Oberspreewald-Lausitz hätten die Bündnisgrünen gemeinsam mit dem Nabu und Bürgerinitiative aufgedeckt, dass Brandenburgs größte Schweinemastanlage mit mehr als 50 000 Tieren „seit 2013 täglich das Grundwasser verseucht. Dort ermittelt nun das Landeskriminalamt.“

Das Wichtigste aber sei ihm, so Raschke mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung und genauso auf das Wahljahr, „dass wir weiterhin Aufstehen gegen Hass, Respektlosigkeit und Populismus, die von der AfD und Zukunft Heimat vorangetrieben werden“.

Raschke sitzt unter anderem im Rechtsausschuss des Landtags und kritisierte scharf, dass „Gerichtsverfahren in Brandenburg Jahre dauern, nur weil Personal fehlt“. Damit seien die Menschen zu Recht unzufrieden. Es sei gelungen, bei den Haushaltsverhandlungen mehr Personal in der Justiz durchzusetzen, sagte er und erwähnte auch eine bessere Bezahlung bei den Gerichtsvollziehern.

Gleich zu Beginn seiner Rede bezog sich der Abgeordnete zudem auf die steigenden Umfragewerte für die Partei unter den Wählerinnen und Wählern, die aktuell bei zwölf Prozent liegen. „Für uns als Partei heißt es immer wieder, die Dinge radikal zu benennen“, knüpfte Bundesvorsitzende Annalena Baerbock an. „Wir wissen aber, dass wir Dinge nur realisieren können, wenn wir es gemeinsam tun.“

Das Jahr 2019 nannte sie „richtungsweisend“ mit Blick auf die Kommunal- und Europawahl Ende Mai. Weil über das „Friedensprojekt Europa“ auch die Deutsche Einheit erst mit ermöglicht worden sei, „wird es auch für uns eine so entscheidende Wahl sein“. Weiter sagte sie: „Unser Zuhause ist gefährdet, wenn wir dieses Europa nicht zusammenhalten.“

Bevor es allerdings allzu staatstragend wurde, erinnerte Benjamin Raschke an das wartende Buffet. Und in der Tat wurden die Pellkartoffeln samt Leinöl und Quark, die Tomatensuppe und auch der Käse aus Ogrosen völlig unquotiert geentert.