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Dahme-Spreewald
Neuer Bus der Fahrbibliothek wird im Dezember erwartet

Lübben/Luckau. Kreistagsabgeordneter kritisiert Provisorium. Landkreis gebe sich „eine Blöße“. Von Ingvil Schirling

Ziemlich deutlich hat Dr. Adolf Deutschländer (Die Linke) in der jüngsten Kreistagssitzung das aktuelle Provisorium für den Bücherbus als Fahrbibliothek des Landkreises kritisiert. „Der Landkreis, der sich berechtigt rühmt, in vielen Bereichen zu den führenden Landkreisen in Brandenburg und in Deutschland zu gehören, gibt sich hier eine Blöße“, heißt es in der entsprechenden Anfrage an den Landrat. Deutschländer hatte Anfang Oktober in Halbe eigene Erfahrungen mit dem Provisorium gemacht – in strömendem Regen. „Ein Kastenwagen (volkstümlich Hundefänger genannt) der Marke Dacia-Dokker mit zwei Türen und zwölf Bücherkisten auf der kleinen Wagenfläche war alles, was ich vorfand.“ Das Interesse sei trotz des Wetters gegeben gewesen: „Schüler kamen angerannt, gaben ihre Bücher ab und liefen wieder in die Schule“, berichtet er.

Einig war er sich mit Kulturdezernent Carsten Saß (CDU) immerhin in zwei Punkten: Es sei „verständlicherweise eine verdrießliche Situation“, wertete auch dieser den aktuellen Zustand. Gleichzeitig bestätigte er das Interesse: „Wir haben mit Stand September mehr als 21000 Ausleihen“, bilanzierte er. Vergangenes Jahr seien es insgesamt 24000 gewesen. „Rein rechnerisch liegen wir damit über dem Schnitt von 2016.“

Die unbefriedigende Zwischenlösung sei erforderlich gewesen, weil sich der blaue Bücherbus „kurz vor seiner Außer-Dienst-Stellung eigenständig außer Dienst gestellt hat“, so Carsten Saß. Das Fahrzeug habe im Juli keinen TÜV mehr bekommen. Alle vier Bremsen hätten erneuert werden müssen – eine Summe im fünfstelligen Bereich.

Daraufhin sei das Provisorium aus dem Landkreis-Fuhrpark organisiert worden. Die finanziellen Mittel für einen Bücherbus-Ersatz über die Wochen bis zum neuen, bereits bestellten Fahrzeug hätten nicht zur Verfügung gestanden. „Wir wollten aber die Kundschaft trotz Provisorium nicht verlieren“, sagte der Dezernent weiter. So sei die Zwischenlösung aus Bordmitteln zustande gekommen.

Der neue Bücherbus soll nach aktuellem Stand in der 46. Kalenderwoche geliefert werden – also Mitte November. Ursprünglich war von Ende Oktober die Rede gewesen. Das neue Fahrzeug „wird vor Ort ausgestattet, beschriftet und bestückt“, sagte Carsten Saß zum Verfahren. Die Einweihung sei für Anfang Dezember geplant.

„Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten“ sei das Provisorium annehmbar, „wenn wir nur wenige Wochen zu überbrücken haben“, sagte er abschließend.

Adolf Deutschländer konnte das nicht ganz zufriedenstellen. „Ich habe nicht verlangt, dass ein neuer Bus für die Zeit kommen sollte, aber eine Fahrbibliothek mit zehn Kisten auszustatten…“, ließ er den Satz offen.

Ihm gehe es vor allem darum, „dass wir für den ländlichen Raum auch Reserven schaffen müssen und die Qualität eines solchen Provisoriums besser gestalten sollten“.