Von Ingrid Hoberg

Eine Finsterwalderin macht der Spreewaldstadt Lübben eine Liebeserklärung: Ingrid Groschke (74) legt mit „Lübben – das Tor zum Ober- und Unterspreewald“ ihr zehntes Buch vor, in dem sich ihre beiden Talente widerspiegeln. Sie illustriert ihre Texte, in denen die Stadt und die Landschaft im Mittelpunkt stehen. „In Lübben wird von alters her das schöne Spreewaldland geteilt …“, schreibt sie einleitend.

Der Marktplatz mit der Paul-Gerhardt-Kirche, die Stadtmauer, das Landratsamt aus verschiedenen (versteckten) Blickwinkeln, die Sicht vom Mühlendamm zum Schloss, die Spree-Lagune, die einstige Kirschblütenpracht am Ernst-von-Houwald-Damm, das Schloss und die Schlossinsel, der Blick vom Hain zur Breiten Straße, die Gubener und die Berliner Straße, Trüschels Kolonie, der Napoleonbogen im Winter und noch viele Motive mehr hat Ingrid Groschke zu einem Stadtspaziergang der besonderen Art zusammengefügt.

Liebevoll beschreibt sie die Stadt und die Landschaft, die sie erst mit ihrer Lehre im Malerhandwerk kennengelernt hat. Meisterausbildung, Berufstätigkeit und Zeichenzirkel, Familie mit Kindern und Fernstudium, Buchillustrationen, Comics und Karikaturen, Illustrationen für den Domowina-Verlag und Mitarbeit im Sorbischen Künstlerbund – Ingrid Groschke hat das alles in den vergangenen Jahrzehnten unter einen Hut gebracht und ist längst eine Lübbenerin, die den  Spreewald repräsentiert.

Diese zehnte Publikation unter ihrem Namen hat eine Weile gebraucht, ehe sie so wurde, wie sie nun vorliegt: Im handlichen A5-Format mit stabiler Ringbindung, passt das Buch in jede Tasche. „Die Idee hatte ich schon länger“, erzählt Ingrid Groschke. Zwölf Bilder für einen Kalender waren der Ausgangspunkt. Dazu kamen Gedichte über Lübben und die Sagengestalten des Spreewalds. Sie erzählt, „Wie der Teufel den Spreewald schuf“, feiert „Ein Fest beim Wassermann“. „Die Krone des Schlangenkönigs“ nimmt die Not fort, und „Der Lutchenhügel“ wird im Advent gesucht. Nun sind es fast 50 Seiten mit Bildern und Texten, die Besuchern wie Einheimischen den Spreewald und die Stadt Lübben nahe bringen.

„Zu Ende ist dein Lübbentripp, man hofft, er hat gefallen. Wär das ein guter Urlaubstipp, dann sag das bitte allen“, empfiehlt Ingrid Groschke am Ende. Dem ist nichts hinzuzufügen.