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| 14:17 Uhr

Stadtplanung
Brückenplatz bekommt ein neues Gesicht

Der Brückenplatz in Lübben soll ab Sommer bebaut werden. Die Spreewaldbank ist der Investor für dieses Vorhaben.
Der Brückenplatz in Lübben soll ab Sommer bebaut werden. Die Spreewaldbank ist der Investor für dieses Vorhaben. FOTO: Nagler & Partner / Stadtverwaltung Lübben
Lübben. Die Spreewaldbank baut ein modernes Wohn- und Geschäftshaus und schließt eine städtebauliche Lücke in Lübben.

Der Brückenplatz ist ein markanter Standort in der Lübbener Innenstadt und die Bebauung längst beschlossene Sache. Doch das Auswahl- und Vergabeverfahren für die Grundstücke war anspruchsvoll, wie die Stadtverwaltung feststellt. Wenn im Sommer, wie nun geplant, die Baufirmen auf dem Platz anrücken, ist eine lange Strecke der Planungs- und Abstimmungsarbeit bewältigt worden.

„Wir haben uns im Frühjahr 2016 für den Standort entschieden und damals im März den Antrag auf Erwerb von drei Flurstücken gestellt“, sagt Doreen Hackenberg-Mathow vom Vorstand der Spreewaldbank Lübben. Im Mai 2017 sei dann der Kaufvertrag abgeschlossen worden. Doch bis zum Bauantrag, der nun am 1. Februar gestellt wurde und auf dessen Genehmigung jetzt gewartet wird, gab es einen umfangreichen Abstimmungsprozeß in Investorenworkshops.

„Bei elf Teilnehmern ist die Abstimmung, die zu einem Ergebnis führen soll, schon eine Herausforderung“, stellt Hackenberg-Mathow fest. Doch diese Herausforderung sei bewältigt und eine Einigung erzielt worden, die sich in der nun vorliegenden Planung widerspiegelt.

Mit fachlichem Rat standen der für die Marktplatzumgestaltung verantwortliche Architekt Professor Heinz Nagler, die Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie Stadtplanerin Karin Jacobsen und Bettina Brandt vom Sanierungsträger DSK zur Seite. Es wird nun ein dreigliedrig erscheinender Bau mit unterschiedlicher Fassaden- und Dachgestaltung entstehen. Die warmen Erdtöne und die roten Dachziegel entsprechen dem im Jahr 2002 beschlossenen Blockkonzept, daran muss sich der Bauherr halten. „Die Gestaltung der Fassade war ein wesentliches Thema bei der Abstimmung in den Workshops“, sagt Hackenberg-Mathow. Es müsse wie bei jedem anderen Bauvorhaben am Ende auch die Rentabilität gegeben sein.

Es entstehen zwölf Wohneinheiten, von der Zwei- bis zur Vierraumwohnung, jeweils mit Balkon und Keller. Es wird zwei Aufzüge geben, die zu den Wohnungen führen. „Wir schaffen Wohnraum für Familien – mitten in der Stadt mit dem Blick aufs Wasser. Alles ist gut zu Fuß zu erreichen“, beschreibt Doreen Hackenberg-Mathow die 1A-Lage, die auch für Gewerbetreibende interessant ist. Es werden drei Einheiten für Gewerbe entstehen, eine kleinere Fläche will die Spreewaldbank selbst nutzten. Es werde sich um einen weiteren Beratungsraum handeln. Der Standort der Spreewaldbank bleibe in Lübben die Poststraße 9 bis 10.

Ein weiterer Gewerberaum wird eine Physiotherapie beherbergen. Für die dritte Einheit mit rund 70 Quadratmeter Fläche laufen gegenwärtig die Verhandlungen noch. Gastronomie oder Einzelhandel sollen allerdings nicht einziehen, so die Entscheidung des Investors. Bei Margurita Lehmann vom Bereich Organisation und Verwaltung sind Anfragen zum Gewerbe, aber auch zu den Wohnungen bereits eingegangen.

Im Dezember des vergangenen Jahres seien die Mitglieder der Spreewaldbank über das Vorhaben informiert worden. Und so werde der Bau auch mit eigenen Kunden realisiert, wie Vorstandsmitglied Hackenberg-Mathow erklärt. „Wir haben als ehemalige Gewerbebank viele Firmenkunden, die wir auch in bisherige Bauvorhaben einbezogen haben“, ergänzt sie. Für die Firmen bedeuten diese Aufträge kurze Wege zur Baustelle. Die Planung ist beispielsweise vom Büro Minetzke aus Lübben ausgeführt worden. Die Spreewaldbank wird rund 2,5 Millionen Euro am Brückenplatz in der Kreisstadt investieren – abhängig auch von der aktuellen Entwicklung der Baupreise, die eine Herausforderung für den Investor sei.

Die Bebauung des Brückenplatzes, der viele Jahre brach gelegen hat, sei eine einmalige Gelegenheit, das Herz der Stadt neu zu gestalten. So wertete es Frank Neumann, Fachbereichsleiter Bauwesen, im Bauausschuss. Durch diesen Lückenschluss rückt auch die Breite Straße wieder näher an das Stadtzentrum rund um den Marktplatz heran. Die Stadtverwaltung erwartet eine Belebung der Breiten Straße als Einkaufsstraße.  

Für die Mitarbeiter der Spreewaldbank bedeutet die Baustelle am Brückenplatz, dass sie mit einem Blick aus dem Fenster jeden Tag das Geschehen beobachten können. Der Baustart wird auch von ihnen mit Spannung erwartet. „Es wird ein schönes Objekt, modern ausgestattet und mit hellen Räumen“, sagt Vorstandmitglied Doreen Hackenberg-Mathow.

Mit diesem Farbkonzept soll der Neubau mit Wohn- und Geschäftsräumen gestaltet werden.
Mit diesem Farbkonzept soll der Neubau mit Wohn- und Geschäftsräumen gestaltet werden. FOTO: StoDesign