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| 17:16 Uhr

Jetzt wird aufgebaut
Grundstein am Brückenplatz eingemauert

 Das Farbkonzept des neuen Wohn- und Geschäftshauses am Brückenplatz 4-6 in Lübben.
Das Farbkonzept des neuen Wohn- und Geschäftshauses am Brückenplatz 4-6 in Lübben. FOTO: StoDesign
Lübben. 2020 soll das Wohn- und Geschäftshaus fertig sein. An der Breiten Straße wird noch dieses Jahr ein Hingucker entstehen. Von Katrin Kunipatz

Am Brückenplatz in Lübben entsteht seit dem Sommer ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Das Fundament und die ersten Seitenwände stehen bereits. Und am Freitag fand ohne viel Aufhebens die Grundsteinlegung statt. Margurita Lehmann, bei der Spreewaldbank für diese Baumaßnahme verantwortlich, brachte die gefüllte Zeitkapsel auf die Baustelle. In der Messingröhre stecken eine Mitgliederzeitschrift der Bank, die Lausitzer Rundschau, Bauunterlage, ein Foto des aktuellen Aufsichtsrats, Münzen und ein Zollstock.

 Die Rückseite der Baustelle.
Die Rückseite der Baustelle. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Mit drei Steinen mauerte Sven Thamm das Loch zu, in dem die Zeitkapsel verborgen wurde. Ungewohnt Handgriffe für den Vorstand der Spreewaldbank, denn so schnell wie Polier Matthias Nevoigt brachte er den Mörtel nicht auf die Steine. Letztlich zählte aber das Ergebnis – die gerade Wand, hinter der nun für lange Zeit der Grundstein verborgen bleiben soll.

 In der Zeitkapsel befinden sich Geld, einen Zollstock, Bauunterlagen, die Lausitzer Rundschau und ein Foto des Aufsichtsrats der Spreewaldbank.
In der Zeitkapsel befinden sich Geld, einen Zollstock, Bauunterlagen, die Lausitzer Rundschau und ein Foto des Aufsichtsrats der Spreewaldbank. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Die Wand gehört zu dem Bereich des dreiteiligen Gebäudes, in das die Physiotherapie einziehen wird, erläutert Doreen Hackenberg-Mathow. Sie gehört ebenfalls zum Vorstand der Spreewaldbank und ist erleichtert, dass der Bau nun zügig voranschreiten kann. Die Wünsche der Archäologen hatten in den ersten Monaten für einige Verzögerungen und zusätzliche Kosten gesorgt. So mussten Straße und Fußweg abgestürzt werden, damit die Fachleute das gesamte Grabungsfeld freilegen konnten.

 Vorstand Sven Thamm mauert, angeleitet von Polier Matthias Nevoigt die Zeitkapsel ein.
Vorstand Sven Thamm mauert, angeleitet von Polier Matthias Nevoigt die Zeitkapsel ein. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Der milde Winter machte es der Burger Noack Bau leicht, die verlorene Zeit aufzuholen. Noch im März soll das Erdgeschoss fertig werden, so Polier Nevoigt. „Und dann geht es schnell nach oben“, sagt er. Jeden Tag werde das später dreistöckige Gebäude ein Stück wachsen. Im zweiten Halbjahr 2020 sollen die Wohnungen und Geschäfte bezogen werden, so Hackenberg-Mathow. Im Erdgeschoss entstehen zwei Gewerbeeinheiten: eine Physiotherapie und das von der Spreewaldbank selbst genutzte „Haus der Immobilie“. Hier wolle man gemeinsam mit einem Makler aus der Region alles rund um das Thema Immobilie anbieten, sagt Vorstand Hackenberg-Mathow. In den Etagen darüber entstehen zwölf Wohnungen mit zwei bis vier Räumen.

Die Spreewaldbank ist nicht der einzige Bauherr am Brückenplatz. Direkt nebenan wird ebenfalls in den nächsten Monaten ein viertes Gebäude entstehen. Und auf der gegenüberliegenden Seite wolle einer der beiden Eigentümer noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen, erklärt Kerstin Jacobsen, Leiterin der Stadtplanung Lübben. Mit dem anderen Eigentümer sei die Stadt ebenfalls im Gespräch und strebe eine Umsetzung des Bauvorhabens an, so Jacobsen.

Der Gestaltung des Brückenplatzes kommt als verbindendes Element zwischen Innenstadt und Breite Straße eine große Bedeutung zu. Um die Besucher neugierig auf den Bereich westlich der Spree zu machen, soll ebenfalls noch in diesem Jahr die kommunale Fläche am Ende der Sternstraße gestaltet werden. Wie Kerstin Jacobsen im jüngsten Bauausschuss erläuterte, wird anlässlich des Fontane-Jahres der leere Giebel des Blocks farbig gestaltet. Eine kürzlich gefundene historische Ansicht des Hotels „Stern“ sollen Künstler auf die Wand übertragen. „Sie könnte aus der Zeit stammen, als Fontane Lübben besuchte“, so Jacobsen. Fördermittel aus dem Programm „Aktives Stadtzentrum“ werden dafür eingesetzt. Als weiterer Hingucker wird auf dem städtischen Grundstück an der Ecke Breite Straße, Sternstraße ein Sitzmöbel in Form eines über zwei Meter großen „Q“ aufgestellt. „Es weist auf die Qualitätsstadt Lübben und die zertifizierten Q-Betriebe hin“, sagt die Stadtplanerin. Zusätzlich sollen an diesem Q-Sitzmöbel die Hintergründe der Initiative erläutert und Qualitätsbetriebe in der Stadt benannt werden.

Letzter dann noch zu gestaltender Platz in der Innenstadt ist der Brauhausplatz. Aber erst nach dem Abschluss der Bauarbeiten am Brückenplatz könnten hier ein Baum und entsprechende Sitzmöbel aufgestellt, so Jacobsen. Die gemeinsam mit Stadtplaner Prof. Heinz Nagler von der BTU Cottbus-Senftenberg erarbeitete kleinteilige Bebauung der Lübbener Innenstadt wäre dann abgeschlossen. Und wenn vielleicht in einigen Jahren die Mobilitätsachse durch den Hain Bahnhof und Innenstadt attraktiv verbindet, können Einwohner und Gäste gleichermaßen zufrieden sein.