| 02:32 Uhr

Brücke und Wehr werden geprüft

Die Brücke über die Dammstraße in Schlepzig ist zurzeit nur für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Autofahrer müssen die Umleitung über die Alte Lübbener Straße nehmen.
Die Brücke über die Dammstraße in Schlepzig ist zurzeit nur für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Autofahrer müssen die Umleitung über die Alte Lübbener Straße nehmen. FOTO: Schirling
Schlepzig. Was haben die Brücke in der Dammstraße und das Wehr an der Mühle Schlepzig im Moment gemeinsam? Gleich mehrere Dinge: Von beiden Bauwerken ist bekannt, dass sie marode sind und ihre Funktion derzeit nicht erfüllen. Bei beiden wird geprüft - da allerdings in unterschiedliche Richtungen. Ingvil Schirling

Bei beiden geht das schon eine Weile.

Fall eins: das Mühlenwehr. Für die vor Jahren mit großer Investition geschaffene Kahnrundfahrt, einer kurzen Runde durch das Dorf, wäre es von entscheidender Bedeutung. Seit die Tore nicht mehr genutzt werden können, ist zwar immer noch eine größere Tour durchs Dorf und dann über das Freifließ möglich. "Doch gerade für den Herbst- und Wintertourismus wäre die kurze Schlepziger Dorfrundfahrt mit ihren 20 Minuten ein schönes Alternativangebot", sagt Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU).

Deshalb hatten er, Schlepzigs Bürgermeister Werner Hämmerling und weitere Akteure Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) vor genau einem Jahr von der Einweihung des Wehrs Krausnicker Strom zum maroden Schlepziger Mühlenwehr eskortiert, um ihm die Lage zu zeigen. Überlegt wurde, ein neues Bauwerk an der Rückseite der Mühle zu errichten, Fischpass inklusive. Zum Stand der Pläne sagt Jörg Wiesner vom Wasser- und Bodenverband: "Wir haben dieses Vorhaben jetzt vom Landesamt für Umwelt übertragen bekommen und bereiten die europaweite Ausschreibung vor." Das bedeutet: Das Schlepziger Mühlenwehr hat gute Chancen, ganz neu zu entstehen. Allerdings nicht sofort. "Es wird ein sehr komplexes Bauwerk", schätzt Wiesner ein. "Es ist machbar, aber es spielen viele Faktoren mit rein - der Denkmalschutz beispielsweise." Der erforderliche Fischaufstieg müsse oberhalb der Brücke enden, eine weitere Herausforderung.

Die Finanzierung für die Ausschreibung der Planung steht. Im Anschluss ermittelt ein Planungsbüro die Vorzugsvariante, die das Landesamt für Umwelt dann prüft - und entscheidet, ob so gebaut wird. "Wir sind dran", fasst Wiesner kurz zusammen, "aber es dauert."

Wie lange wiederum Fall zwei - die Brücke an der Dammstraße - auf die Sanierung warten muss, ist unklar. Für Autos ist sie längst gesperrt. Die Passage von Fußgängern und Radfahrern sichert eine Bodenplatte als Verstärkung. "Das Holz ist morsch und verfault", sagt Jens-Hermann Kleine. Bei der ursprünglich geplanten Sanierung sollte eigentlich nur die obere Schicht abgenommen werden. Dabei stellte sich allerdings zehn Jahre nach dem Bau heraus, dass das Holz bis unten durchgefault war. "Wir sehen hier eine Möglichkeit, die am Bau Beteiligten, besonders den Planer, mit in die Verantwortung zu nehmen", sagt Kleine.

Deshalb hat das Amt kürzlich einen Vorschuss in Höhe von 3000 Euro gezahlt, um ein Gutachten erstellen zu lassen, das klären soll, wo die Verantwortlichkeiten liegen. Es wird ein gerichtliches Beweisverfahren angestrebt, welche Schäden wodurch verursacht wurden und in welchem Umfang sie repariert werden könnten, sagt der Amtsdirektor.

Das Verfahren ist beim Landgericht Cottbus anhängig, die Brücke seit Frühjahr gesperrt. "Wenn das geklärt ist und der Gutachter vor Ort war, dann können wir an die Sanierung gehen", sagt Jens-Hermann Kleine.