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Kunst in Lübben
Bronzestatuen stehen wieder

Diese beiden bezaubernden Bronzemusiker des Baukeramikers Christian Uhlig standen ursprünglich zwischen dem ASB-Seniorenwohnheim Hinter der Mauer und dem Napoleonbogen an der Lübbener Stadtmauer. Dann wurden sie gestohlen. Nun hat der Künstler sie wiedererschaffen.
Diese beiden bezaubernden Bronzemusiker des Baukeramikers Christian Uhlig standen ursprünglich zwischen dem ASB-Seniorenwohnheim Hinter der Mauer und dem Napoleonbogen an der Lübbener Stadtmauer. Dann wurden sie gestohlen. Nun hat der Künstler sie wiedererschaffen. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Künstler gießt gestohlene Skulptur neu. Sie steht an sicherem Ort im Innenhof des ASB Lübben. Von Ingvil Schirling

Die Lübbener und ihre Gäste, vor allem aber die Bewohner des ASB-Seniorenheims Hinter der Mauer, hatte sie in ihre Herzen geschlossen: Die kleine Skulpturengruppe zwischen dem Wohnkomplex und dem Napoleonbogen als Teil der alten Lübbener Stadtmauer. Doch eines Tages waren die Musikanten verschwunden. Sie waren Opfer von Metalldieben geworden. Nur noch der leere Klinkersockel zeugte von ihrer Anwesenheit.

Das konnte nicht einfach so bleiben, dachte sich der ASB – und der Künstler sah es ebenso. Christian Uhlig, Baukeramiker und Maler, in der Uckermark lebend, war schon Anfang der 2000er-Jahre vom ASB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Dinter angesprochen worden, wie er auf LR-Nachfrage erzählt. Diesem hatten es die Skulpturen Uhligs in Wittenberge angetan, die etwa um diese Zeit entstanden. Ob der Künstler es wohl möglich machen konnte, zwei davon noch einmal zu gießen für einen Standort in Lübben?

Natürlich konnte er. Christian Uhlig realisierte die Arbeit 2002. Die beiden Figuren gelten noch als Originale, weil es so wenig Güsse von ihnen gibt, erklärt der Künstler. Die Erstversionen stehen am Elbedeich in der Altstadt von Wittenberge.

Dass die Lübbener Figuren gestohlen wurden, bedauert Christian Uhlig sehr. „Kunst im öffentlichen Raum kann man nicht richtig versichern“, sagt er, so dass der Schaden in der Regel schwer zu ersetzen sei. Für ihn seien die Arbeiten wie „entlassene Kinder“. So lasse er zwar los, sei aber dann „schon traurig“, wenn ihnen ein solches Schicksal widerfährt.

Umso mehr habe er sich gefreut, dass der ASB nach dem Diebstahl erneut zu ihm Kontakt aufnahm. Ob er die Formen noch habe? Die waren zwar mittlerweile verschlissen. Doch die Form konnte aufgrund von vielen existierenden Fotos sehr gut rekonstruiert werden, erzählt der Künstler, auch wenn alles neu modelliert werden musste. „Es hat sehr viel Freude gemacht“, bilanziert er. Und weil es aus neuer Form ein neuer Guss ist, ist es auch wieder quasi eine Erstausgabe. Bis zu fünf Güssen spricht man noch von Originalen, konkretisiert Christian Uhlig - doch diese Form entstand extra für Lübben und den ASB.

Sicherer ist zudem der neue Standort. Jetzt befindet sich die Skulptur im Innenhof des ASB-Mehrgenerationenhauses an der Lübbener Gartengasse. „Die Bewohner freuen sich daran“, sagt Geschäftsführerin Helga Meier.

Geblieben ist die Verbindung von Skulptur und Wasser. Zur offiziellen Präsentation des neuen Komplexes „Wohnen und Leben an der Berste“ im September wurde der Brunnen mit eingeweiht. Im Frühjahr, nach der kalten Winterzeit, soll das Wasser wieder munter plätschern.