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| 15:39 Uhr

Brand in Lübben
„Wir lassen den Kopf nicht hängen“

 Am Tag danach wird der Schaden deutlich, den Feuer und Löschwasser am Bürogebäude der Lübbener Holzbaufirma hinterlassen haben. Weitere Bilder unter www.lr-online.de
Am Tag danach wird der Schaden deutlich, den Feuer und Löschwasser am Bürogebäude der Lübbener Holzbaufirma hinterlassen haben. Weitere Bilder unter www.lr-online.de FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Holzbaufirma arbeitet auf Baustellen wie gewohnt weiter. Büro soll Montag erreichbar sein. Von Katrin Kunipatz und Ingvil Schirling

Vom frühen Nachmittag bis spät in die Nacht haben insgesamt 106 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und THW mit 24 Fahrzeugen am Mittwoch und Donnerstag einen Brand in der Nähe des Lübbener Bahnhofs gelöscht. Der Dachstuhl der Holzbaufirma Heinrich-Hörning war in Flammen aufgegangen. Kreisbrandmeister Christian Liebe schätzt das Feuer als „sehr umfangreichen Dachstuhlbrand“ ein. „Aufgrund der Bebauung waren die effektiven Löscharbeiten sehr schwer“, sagte er.

Gemeint ist offenbar ein gedeckelter Dachaufbau mit vier verschiedenen Lagen. Diese Konstruktion verhinderte nach Angaben des Landkreises, dass die Feuerwehren direkt an den Brandherd herankamen. So flammte das Feuer immer wieder neu auf. Von innen konnte der Ursprung nicht bekämpft werden, weil der Dachstuhl bereits teilweise eingestürzt war, so der Kreisbrandmeisters weiter. Am Abend hätten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) daher gemeinsam versucht, eine Wand zu öffnen. Ziel war es, näher an den Brandherd heranzukommen. Um ein Ausbrechen nach oben zu verhindern, wurde eine dicke Schicht Schwerschaum auf das Bürogebäude gelegt.

Löscharbeiten bis in die Nacht

Der Versuch half, doch erst nach 23 Uhr waren alle Glutnester weitgehend gelöscht. Weitere mussten dennoch erneut um kurz nach 1 Uhr in der Nacht zu Donnerstag bekämpft werden. Die Zusammenarbeit der Wehren untereinander und mit dem THW lobt Kreisbrandmeister Christian Liebe ausdrück­lich. Vor Ort waren die Wehren Lübben-Stadt, Lubolz, Radensdorf, Neuendorf und Steinkirchen sowie aus dem Unterspreewald Schön- und Freiwalde, dazu die Feuerwehrleute aus Luckau.

Die Folgen des Brandes sind am Tag danach sichtbar. Das Dach ist eingebrochen. Die sichtbaren Teile des Dachstuhls sind verbrannt, die Fassade verkohlt. Durch kaputte Fenster im Obergeschoss kann man direkt in den Himmel schauen. In der von den Flammen unversehrt gebliebenen unteren Etage des Bürogebäudes steht das Wasser.

Zuversicht und Hilfe

Geschäftsführer Jörg Dahlke hat am Donnerstagvormittag schon viel organisiert. „Wir lassen den Kopf nicht hängen“, sagt er. Seine Mitarbeiter sind wie üblich auf den Baustellen unterwegs und arbeiten in der Werkstatt, die vom Feuer nicht betroffen ist. Viele Lübbener seien da gewesen und hätten Hilfe angeboten, berichtet Dahlke. Im Hof stehen bereits Bürocontainer. Lübbener Firmen sind dabei, Telefonanlage, Internet und Computertechnik anzuschließen. „Am Montag sind wir wieder erreichbar“, sagt der Geschäftsführer zuversichtlich. „Kein Kunde braucht sich Sorgen zu machen, alle Aufträge werden erledigt.“

Lübbens Bürgermeister Lars Kolan war am Mittwoch in Begleitung von Fachbereichsleiterin Petra Streiber vor Ort am Güterbahnhof und bot dem Geschäftsführer der betroffenen Firma die Unterstützung der Stadt an. Bis Donnerstagnachmittag habe es noch keine Rückmeldung gegeben, teilt Stadtsprecherin Dörthe Ziemer mit.

Brandort noch zu heiß

Zur Ursache des Feuers gibt es noch keine Erkenntnisse. Bevor die Ermittler der Kriminalpolizei den Ausbruchsort genauer untersuchen können, müsse dieser abgekühlt sein, so der Polizeisprecher. Auch der Schaden am Gebäude sei deshalb noch nicht abzuschätzen. Besonders ärgerlich für Geschäftsführer Jörg Dahlke: Am Freitag wären die Renovierungsarbeiten im Gebäude beendet gewesen. Die Fassade war im vergangenen Jahr erneuert worden.