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| 08:07 Uhr

Guhlen und das Rohstoff-Vorhaben
Bohrplatzführung unter einigen Bürgerprotesten

Vor dem Bohrturm: Ingenieur André Beck (l.) von der Firma CEP erläutert Besuchern die aktuelle Kampange am Schwielochsee.
Vor dem Bohrturm: Ingenieur André Beck (l.) von der Firma CEP erläutert Besuchern die aktuelle Kampange am Schwielochsee. FOTO: Jörg Kuhl
Guhlen. Rohstoff-Firma CEP bietet Führungen auf der Anlage bei Guhlen an. Sicherheitsstandards wurden erläutert. Von Jörg Kühl

Am ersten Besichtigungstag am Bohrplatz der CEP in Guhlen haben Demonstranten gegen das Rohstoff-Vorhaben demonstriert. Vor dem Zaun, der den Bohrplatz der Firma Central European Petroleum (CEP) bei Guhlen umgibt, versammelten sich mehrere Dutzend Demonstranten. Sie machten mit Slogans lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam. Zusätzlich trugen sie gelbe Schilder vor sich her mit Aufschriften, wie „Erdgasförderung vergiftet unseren Boden“ oder „Erdgasförderung nutzt nicht den Bürgern, nur den Finanzhaien!“ Olaf Buder ist Sprecher der im Juni gegründeten „Bürgerinitiative gegen Gasbohren im Oberspreewald“. Der Goyatzer und seine Mitstreiter lehnen das Vorhaben der CEP „grundlegend“ ab.

Die deutsch-kanadische Firma sucht seit 2012 in der südlichen Schwielochseeregion Kohlenwasserstoffe, wie Erdöl, Erdgas und die Mischform Kondensat auf. 2012 und 2016 wurden am Bohrplatz bei Guhlen bereits zwei Bohrungen abgeteuft, aktuell läuft eine dritte Bohrkampagne. Bis April soll eine vierte Bohrung folgen. Die aktuellen Bohrungen dienen laut dem Leiter Unternehmenskommunikation, Stephan Grafen, dazu, weitere Erkenntnisse über die Lagerstätte und die Wirtschaftlichkeit einer zukünftigen Förderung zu erlangen.

Dies beobachtet die Bürgerinitiative mit Skepsis. So seien gesundheitliche Risiken, die durch die Förderung entstehen, nicht auszuschließen. Auch könne niemand Auswirkungen auf die Natur, wie Bodensetzungen, Erdbeben oder Verunreinigung von Trinkwasser ausschließen. Außerdem sehen die Mitglieder der Bürgerinitiative Widersprüche zu den touristischen Zielen in der Region.

CEP hat seit diesem Sommer seine Anstrengungen verstärkt, mit den Bürgern der Region in Kontakt zu treten, um das Projekt zu erläutern, und um Sorgen und Ängste zu mildern. An zwei Tagen konnte nun der Bohrplatz besichtigt werden. Am Freitag haben davon, wohl wegen des kalten Wetters und wegen des Werktags, nur wenige Bürger Gebrauch gemacht. In der Gaststätte „Zum Neuen Krug“ in Leibchel erfolgte eine Sicherheitseinweisung und ein etwa zehnminütiger Vortrag zum Stand des Projekts. Dabei legten die Referenten besonderes Gewicht darauf, die Sicherheitsstandards bei der Gas- und Ölförderung herauszustellen. Nach einer Busfahrt über winterlich-graugrüne Felder gelangte man zum Bohrplatz. Vor Ort erläuterte Bohringenieur André Beck die Kampagne. So werde das Bohrloch mit einer dreischichtigen Manschette, die mit flüssigem Beton ausgegossen wird, abgedichtet. Damit sei eine Verunreinigung des Grundwassers  praktisch auszuschließen. Ein spezielles Absperrventil, der sogenannte „Blowout-Preventer“, verhindere ein unkontrolliertes Ausströmen von Gasen oder Flüssigkeiten. Das Ventil ist so konstruiert, dass das Bohrloch im Havariefall wie mit einer Kneifzange blitzartig verschlossen wird. Die Bohrung wird vom Guhlener Bohrplatz aus untertage vertikal in südwestliche Richtung abgelenkt. Die zweite der aktuellen Bohrungen, die voraussichtlich im Januar von einem zweiten Bohrloch aus abgeteuft wird, wird in südöstliche Richtung abgelenkt. Wie der Bohringenieur weiter erläuterte, sei es aufgrund der Ablenkung möglich, von wenigen Bohrlöchern aus das gesamte Erkundungsfeld zu erreichen.