Den geplanten Weihnachtsbasar ihrer Klasse haben zwei Schülerinnen am Oberstufenzentrum (OSZ) Dahme-Spreewald in Lübben zum Anlass für eine besondere Aktion genommen. Marie-Luise Knischewski und Linda Teubner laden am Dienstag, 17. Dezember, Schüler und Lehrer, aber auch alle Lübbener zu einer Registrierungsaktion der DKMS ins OSZ (Beethovenweg 15) ein.

DKMS kämpft mit Stammzellenspenden gegen Blutkrebs

Hintergrund sei der Wunsch etwas Gutes zu tun, so die 18-jährige Marie. Sie suchte nach einem passenden Thema und stieß auf die DKMS. Die Gesellschaft registriert in einer Datenbank Menschen, die bereit sind für Patienten mit Blutkrebs, Stammzellen zu spenden und so zur Heilung der Krankheit beizutragen. Die Calauerin erzählte ihrer Freundin Linda Teubner aus Neudöbern davon, die von der Idee ebenfalls begeistert war.

„Es gibt Menschen, die täglich Hilfe brauchen“, erklärt Marie ihre Beweggründe. „Wichtig ist es, auch ganzjährig und nicht nur vor Weihnachten ans Helfen zu denken“, ergänzt Linda. In den Augen der beiden Schülerinnen ist die Registrierungsaktion eine Sache, die langfristig wirkt. Zwar seien beide Mädchen in der eigenen Familie oder im Bekanntenkreis bisher nicht mit Blutkrebs konfrontiert worden, aber die 17-Jährige überlegte sich, was wäre, wenn sie selbst betroffen wäre.

Positives Feedback auch aus anderen Klassen

Im OSZ Lübben habe es einen an Blutkrebs erkrankten Schüler gegeben, für den vor wenigen Jahren eine Registrierungsaktion durchgeführt wurde. Aber das war, bevor Marie und Linda an die Schule kamen. Beide besuchen die 12. Klasse des beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Sozialwesen. Von ihrem Tutor Julian Maglione und Abteilungsleiterin Ariane Worreschk bekamen sie Unterstützung. „Auch von allen anderen Klassen des OSZ Lübben kam ein positives Feedback“, sagt Linda Teubner.

So stellten die Schülerinnen den Kontakt zur DKMS her, die vom Berliner Büro aus die Aktion unterstützt. Flyer wurden nach den Vorgaben der Schülerinnen erstellt und gedruckt. Sie sollen im Blauen Wunder, im Einkaufsmarkt und der benachbarten Kreisverwaltung aufgehängt werden. Die DKMS schickt am Dienstag einen Stammzellspender in die Schule, der berichtet, wie die Spende funktioniert. Die für die Typisierung nötigen Wattestäbchen sind ebenfalls schon bei Marie eingetroffen. Bei der Registrierung der interessierten Spender helfen Linda und Marie zehn Schüler des OSZ. Neben dem Abstrich der Wangenschleimhaut seien auch verschiedene Papiere mit persönlichen Angaben auszufüllen, erklärt Linda.

Teile der Basar-Einnahmen für die DKMS

Aber damit nicht genug. Der Weihnachtsbasar, bei dem zwischen 9.20 und 9.40 Uhr sowie zwischen 12.50 und 13.20 Uhr Plätzchen, Kuchen und heißer Kakao mit Sahne verkauft werden, gehört ebenfalls zum Projekt. „Eine Hälfte der Einnahmen werden an die DKMS gespendet“, sagt Marie. Die andere Hälfte sei für die Abifeier vorgesehen. „Natürlich kann jeder, auch kleine Summen für die DKMS spenden“, ergänzt sie.

Für beide Schülerinnen ist klar: Sie werden sich am Dienstag registrieren lassen. Und sie hoffen, dass es ihnen viele gleich tun. Denn selbst wenn man erst mit 18 Jahren spenden kann, dürfe man sich schon mit 17 Jahren registrieren.

Wer steckt hinter der DKMS?


DKMS ist die Abkürzung für Deutsche Knochenmarkt-Spenderdatei. Unter diesem Namen gründete Peter Harf 1991 in Tübingen die gemeinnützige Gesellschaft. Seit 2016 tritt die Organisation als DKMS gemeinnützige GmbH auf, die weltweit laut Wikipedia rund 880 Mitarbeiter beschäftigt.

Ziel der DKMS ist es, die Daten von Stammzellspendern zu registrieren, um an Blutkrebs erkrankten Menschen weltweit mit einer Stammzellspende ein Weiterleben zu ermöglichen. Außerdem sammelt die Gesellschaft Spenden, um die wissenschaftliche Forschung im Bereich Blutkrebs und Stammzellübertragungen zu unterstützen.

Im Juni dieses Jahres waren über sechs Millionen Menschen in Deutschland in der Spenderkartei registriert. Außerdem ist die DKMS in Polen, Großbritannien, den USA, Chile und Indien aktiv.