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| 17:57 Uhr

Lübben
Mit Kirchturm, Tracht und Riesenrad

Kirchturm, Riesenrad und Tracht vereint das Titelbild für das 41. Spreewaldfest in Lübben. Hinter den Fotos stecken spannende Geschichten.
Kirchturm, Riesenrad und Tracht vereint das Titelbild für das 41. Spreewaldfest in Lübben. Hinter den Fotos stecken spannende Geschichten. FOTO: TKS Lübben / maerkbar Matthias Pätzold
Lübben. TKS und ihre Partner haben fürs Spreewaldfest in Lübben drei Tage volles Programm organisiert Von Ingvil Schirling

Sie sind da, die Flyer für das 41. Spreewaldfest in Lübben vom 14. bis 16. September. Auf dem Titelbild: Ein Riesenrad und der Lübbener Kirchturm hinter hohen Bäumen. Im Vordergrund ein junges Paar mit Tracht, Hut und Anzug auf dem Kahn. Allein damit hat sich die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (TKS) viel Mühe gegeben. Hinter dem Motiv steckt eine Geschichte: „Tracht, Kirchturm und Riesenrad stehen einfach für das Spreewaldfest“, sagt Organisatorin Peggy Nitsche. Den richtigen „Hingucker“ aber entdeckten die TKS-Mitarbeiterinnen durch Zufall. Das Bild des sympathischen jungen Paares ist ein Schnappschuss vom Kahnkorso im vergangenen Jahr. Im Mittelpunkt des SPD-Ortsvereinskahns saß das junge Paar, sie mit  Blumen in der Hand, er mit dem Hut grüßend, beide fröhlich und entspannt in die  Kamera schauend.

Doch wie das Paar finden, um die Erlaubnis zu bekommen, das Bild für den Flyer nutzen zu dürfen? Peggy Nitsche, Nadine Hirte und Noris Schenk von der TKS wurden zu detektivischen Spürnasen und recherchierten, dass der Fährmann des Kahns – der jüngste in Lübben – das Paar mitgebracht hatte. Es handelt sich um seinen Bruder und dessen Partnerin. Beide seien überrascht und sehr erfreut gewesen, als sie erfuhren, dass dieses Foto von ihnen zum Titelbild des Flyers werden soll mit einer Druckauflage von 30 000 Exemplaren. „So haben wir die beiden glücklich gemacht – und uns mit diesem Motiv auch“, sagt Peggy Nitsche schmunzelnd.

Zu Dank verpflichtet sei sie dem Schaustellerverband, der wie jedes Jahr nicht nur mit dem gigantischen Riesenrad anreist, von dem aus die Gäste einen weiten Blick in alle Richtungen des Spreewalds haben. Der langjährige Partner ermöglicht dem Fest zudem einmal mehr das Feuerwerk. Am Samstagabend wird es ab 20.15 Uhr eine musikinszenierte Pyro- und Lasershow geben – doch da mischt sich ein Wermutstropfen in die Festvorfreude: „Die veränderten gesetzlichen Bestimmungen lassen ein Feuerwerk mit Effekten, die im gesamten Festgebiet zu sehen sind, leider nicht zu“, heißt es im Flyer. Es wird also nur von der Schlossinsel aus zu sehen sein – was im vergangenen Jahr für diejenigen, die sich auf frühere Erfahrungen verlassen hatten und vom Marktplatz aus in den Himmel schauten, zu Enttäuschungen führte. „Es ist leider so, dass die Gesetzlichkeiten sich verschärfen und es jedes Jahr schwieriger wird, das Feuerwerk durchzuführen“, sagt Peggy Nitsche. „Aber die Sicherheit der Gäste ist natürlich auch wichtig.“

Zu den bewährten Angeboten des  Spreewaldfestes gehören die Allianz-für-Lübben-Bühne auf dem Marktplatz, die Antenne-Brandenburg-Bühne in der Breiten Straße sowie die Schlossinsel mit ihrem Trödel- und Flohmarkt sowie der Antiquitätenbörse. Diese haben am Samstag und Sonntag jeweils ab 10 Uhr geöffnet. Zudem ist die Schlossinsel fest in der Hand des „Kinderlands“ mit Spiel und Spaß für kleine Festbesucher. „Seit einigen Jahren ist es dort etabliert“, sagt Peggy Nitsche. Die SÜW, die Kreisverkehrswacht, das Netzwerk gesunde Kinder bringen sich mit Angeboten ebenso ein wie die Kita Gute Laune. Zu den Höhepunkten wird unter anderem das Theaterfechten gehören.

Die Lutkis der Spreewaldkita sind ein Hingucker beim Fest. Vergangenes Jahr machten sie „große Wäsche“.
Die Lutkis der Spreewaldkita sind ein Hingucker beim Fest. Vergangenes Jahr machten sie „große Wäsche“. FOTO: Andreas Staindl

Im Stadtgebiet selbst sind neben Stelzenläufern weitere „Walking Acts“ als mobile Darstellungen geplant. Die Fläminger Landkrämer des Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverbandes sorgen für einen Vorgeschmack auf das Deutsche Trachtenfest in Lübben im Mai 2019. Sie nehmen zudem am Kahnkorso teil, der wie immer Höhepunkt und Abschluss des Spreewaldfestes sein wird und – neu – ebenfalls ein Vorbote auf das Großereignis im Mai kommenden Jahres. Der Kahnkorso am Sonntag um 14 Uhr steht ganz unter dem Motto „Lübben zeigt sich trachtvoll“.

Offiziell eröffnet wird das Fest – nach dem wie immer inoffiziellen Auftakt mit dem Chorkonzert am Freitagabend ab 19.30 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche – am Samstag auf der Bühne am Marktplatz. Ab 9.50 Uhr wird der Spielmannszug aus Wolsztyn erwartet. Für den Faßbieranstich und die Übergabe des Stadtschlüssels hat sich Bürgermeister Lars Kolan (SPD) Gäste eingeladen. Es wird Raum geben, um die Verbindung zwischen Lübben und dem Landkreis Dahme-Spreewald zu ziehen, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Dazu wird Landrat Stephan Loge (SPD) mit dabei sein. Den Stadtschlüssel nimmt die Liuba in Empfang, ehe es mit Blasmusik der „Fröhlichen Hechte“ in den Festtrubel geht.

Im weiteren dreitägigen Programm spielt Tanz eine große Rolle. Das Lübbener Studio Bailamos lädt dazu ein und ist der Meinung: „Jeder kann das lernen“. Zum Ausprobieren geht es am Samstag um 19 Uhr auf die Schlossinsel. Der preisgekrönte Popchor des Max-Steenbeck-Gymnasiums aus Cottbus ist in der Breiten Straße beim Bühnenprogramm dabei, es gibt Varieté und Musical, die Spreewaldrevue auf der Marktplatzbühne mit „Lothar und Klaus“ und ihren Gästen, Nachtwächterkahnfahrten und Turmaufstiege. Ein „emotionaler Höhepunkt“ werde der Lampionumzug am Samstagabend mit den Niewitzer Blasmusikanten werden, schätzt Peggy Nitsche ein. Treffpunkt ist am Paul-Gerhardt-Denkmal. Witzige Artistik und schräge Zauberei bringt der Kaosclown in zwei Teilen auf die Marktplatz-Bühne. Rund werden die Festtage an den Abenden jeweils mit Konzerten und viel Musik.

Der Lübbener Marktplatz wird sich zum Spreewaldfest in einen zentralen Feierort und Treffpunkt verwandeln.
Der Lübbener Marktplatz wird sich zum Spreewaldfest in einen zentralen Feierort und Treffpunkt verwandeln. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Das gesamte Programm vereint der Flyer mit einem Stadtplan auf der Rückseite. Rund 28 000 Besucher werden erwartet – so viele kamen jedenfalls an den drei Tagen im vergangenen Jahr.