Von "einem Traum ohne Substanz" (Klaus Luban) über "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" (Hartmut Linke, SPD) bis hin zu "Ich begrüße diese Pläne" (Sabine Peter, UBL/Grüne) reichten die Kommentare. Dezernent Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) hatte nochmals aufgelistet, was für die Fusion und den Biosphäre-Status sprechen würde: die Alleinstellungsmerkmale der Saale-eiszeitlich geprägten Landschaft, Traubeneichenwälder und unzerschnittene Gebiete, die Bergbaufolgelandschaft.

Die Idee, heißt es zudem in der Vorlage für die Abgeordneten, komme aus den Naturparken selbst. Diese hatten sich demnach schon vor geraumer Zeit Gedanken über die künftigen Strukturen der Naturparke im Land Brandenburg Gedanken gemacht und Möglichkeiten besprochen, die "mit einem erkennbaren Mehrwert für die Region verbunden sein sollen". Die beiden Kuratorien sprachen sich im September 2011 mit großer Mehrheit dafür aus, die Entwicklung eines Biosphärenreservats einzuleiten. Nun wurden die betreffenden Landkreise Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster informiert.

Die Naturparke gelten als sehr gut etabliert. Für die Anerkennung als Biosphärenreservat müssten allerdings 40 Kriterien erfüllt werden. Darüber entscheidet am Ende die Unesco, die das Reservat dann auch anerkennen würde. "Wir befinden uns am Anfang eines langen Weges", ordnete Klinkmüller ein, "mit ungewissem Ausgang".

Luban allerdings zweifelte schon wegen der Größe und Beherrschbarkeit des dann entstehenden Gebiets von knapp 110 000 Hektar. Adolf Deutschländer (Die Linke) dagegen sagte: "Hier ergibt sich eine Möglichkeit, das Pfund Natur mit einzusetzen." Es gebe keine Eingriffe in die Nutzung, und er wünsche den Machern des Bewerbungsmarathons "viel Erfolg". Für Helmut Donath (UBL/Grüne) hat das Gebiet "Potenzial". Die Erwartungshaltung der Menschen in Elbe-Elster sei hoch. Sabine Peter (UBL/Grüne) nimmt an, "dass der Spreewald von dem Status als Biosphärenreservat profitiert." Helmut Richter (Bauern) nahm schließlich das Motto "Mensch und Biosphäre" auf. "Das Zusammenspiel muss klappen, die Menschen müssen einbezogen werden. Dann, denke ich, ist das auch eine gute Sache."

Abgestimmt werden musste nicht. Die Abgeordneten bekamen die Pläne nur zur Kenntnis.