Widerworte sucht man vergebens bei der Endabstimmung der Honorarerhöhung für die Kreismusikschule. Einstimmig hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung festgelegt, dass die Lehrer auf Honorarbasis rückwirkend zum April 2020 durchschnittlich sechs Euro mehr pro Stunde bekommen. Rückwirkend deshalb, um somit auch einen Teil der Auswirkungen der Corona-Krise mit abzufangen.

Für Eltern bleibt der Musikschul-Beitrag gleich

Und die spielt auch bei der Gegenfinanzierung einer Rolle. Eigentlich müssten Kreismusikschulen zu mindestens 48 Prozent kostendeckend arbeiten. Deshalb müssten mit steigendem Honorar auch die Gebühren wachsen, die Eltern für den Unterricht zu zahlen haben.
„Doch das fänden wir unseren Kunden gegenüber zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht fair“, erklärte Susanne Rieckhof (SPD), zuständige Dezernentin und Vize-Landrätin. Denn die Kreismusikschule habe ihr Angebot während der Einschränkungen auch nicht eins zu eins umsetzen können.

Abgeordnete für die Honorarerhöhung in Dahme-Spreewald

Das fanden Abgeordnete „genau richtig“ (Martina Mieritz, SPD), „überfällig und verdient“ (Lothar Treder-Schmidt, Grüne) und „definitiv notwendig“ (Olaf Schulze, CDU). Karin Weber (Die Linke) wies auf den sozialen Aspekt durch die sinnvolle Beschäftigung der Kinder in der Musikschule hin.
Treder-Schmidt brach eine Lanze für die Vereine, die von den Musikschulen unabhängig Unterricht anbieten. Er regte an, „die Vereinsförderung zu überdenken, damit diese wiederum ihre Musikschullehrer besser bezahlen können.“
Das sah Karin Weber eher beim Musikschulverband angesiedelt, an den sich die Vereine wenden könnten, doch Grünen-Chef Treder-Schmidt bekam Unterstützung vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Olaf Schulze. „Wir müssen auch aufpassen, dass hier kein Ungleichgewicht reinkommt. Der Ausgleich ist dringend erforderlich.“ Gleichzeitig bat er die Verwaltung, die Gebührenordnung bis Jahresende zu überarbeiten. Die Erhöhung scheint demnach zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.
Für die gestaffelten Erhöhungen hat die Kreisverwaltung 150 000 Euro mehr für dieses Jahr errechnet, mehr als 200 000 Euro für 2021. Notwendig wurde sie, um im Vergleich mit anderen Landkreises und dem Berliner Umland konkurrenzfähig zu bleiben, was die Suche nach guten Honorarkräften angeht.
Die Lehrer der Volkshochschule wiederum hatten bereits eine Honorarerhöhung erhalten, und zwar bereits im Februar 2019.